#60 Eine Blaupause für Prävention: Wir wissen längst, was zu tun wäre - mit Angelika Wöppel-Wagener

Shownotes

Kennst du das Gefühl, dass Gesundheit erst dann zum Thema wird, wenn etwas wehtut? Genau da setzt dieses Gespräch an. Angelika Wöppel-Wagener führt eine Klinik, die den Fokus komplett verschoben hat: weg vom Reparieren, hin zum Stärken dessen, was in dir längst gesund ist. Sie spricht offen darüber, warum der Bereich zwischen gesund und krank viel größer ist, als die meisten glauben, und warum wir ihn so beharrlich übersehen.

Es geht um die Frage, wie viel du selbst in der Hand hast und wo das System dich im Stich lässt. Warum wird bezahlt, was wenig bringt, und übersehen, was echte Wirkung hätte? Du bekommst nicht nur Denkanstöße, sondern auch ein Gefühl dafür, wie viel Veränderung tatsächlich möglich ist, wenn du an der richtigen Stelle ansetzt.

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Transkript anzeigen

00:00:00: Gesund sein.

00:00:01: Dein Podcast für mehr Gesundheit im Alltag!

00:00:05: Herzlich willkommen, ihr Lieben bei einer neuen Podcast-Episode im Gesundsein-Podcast.

00:00:10: Ich darf heute Morgen Angelika Wöppel-Wagner herzlich Willkommen heißen.

00:00:14: Hallo Angelika!

00:00:15: Guten Morgen Stefanie Grüß dich!

00:00:18: Guten morgen.

00:00:19: ich freue mich sehr dass du da bist und ich freu mich total auf unser Thema Heute.

00:00:22: Wir wollen heute darüber sprechen was wir Prävention für ein Kulturwandel in unserem Gesundheitswesen eigentlich alles tun können.

00:00:32: Und vor allen Dingen wollen wir darüber sprechen, wie wir dieses Spannungsfeld lösen zwischen der eigene Verantwortung des einzelnen Menschen und aber auch der Verantwortung des Systems und wo sich die beiden am besten treffen.

00:00:45: Mit dir kann ich darüber ganz wunderbar sprechen lieber Angelika weil du mitten im Klinikalltag bist, du bist verantwortlich für eine Klinique Und ihr habt euer Konzept in den letzten Jahrzehnten sehr stark auf Prävention, auf nachhaltiges Gesundheitsmeistern umgestellt.

00:01:02: Das finde ich ein wunderbares Beispiel von dem ganz viele lernen können, von denen wir uns viel abschauen können.

00:01:08: Vielleicht erzählst du mal deine persönliche Geschichte und wie du in dieses Gesundheitswesen diese Rolle reingewachsen bist?

00:01:16: Oh ja das ist eine längere Geschichte!

00:01:17: Ich versuch sie abzukürzen.

00:01:19: Also gegründet hat das Haus, mein Vater muss ich fairerweise sagen.

00:01:21: Ich habe ein bisschen sozusagen Family Bonus und wollte eigentlich niemals ins Gesundheitswesen.

00:01:27: Das war immer klar.

00:01:27: Deswegen habe ich erst mal BWL studiert und dachte weit weg.

00:01:31: Und dann hat es Leben ein bisschen anders gespielt und ich kam vor fünfzehn Jahren in der zweiten Generation in die Leitung der Klinik.

00:01:38: Wir waren damals auch sehr stark auf Onkologie spezialisiert Schon immer mit dem naturheilkundlichen Bonus, also schon immer zu sagen wir versuchen eigentlich die gesunde Seite zu stärken was damals noch total ungewöhnlich war in Krankheitsbildern so zu denken.

00:01:51: Und ich habe dann irgendwann gedacht es ist ja eigentlich blöd zu warten bis die Menschen so schwer krank werden oder chronisch krankwerden und ich hab auch oft gesehen dass einfach Menschen schon viel früher etwas tun könnten bevor sie irgendwelche Krankheiten bekommen.

00:02:04: Dann habe ich schon vor zehn Jahren eigentlich angefangen zur erste kleine Präventionsangebote zu machen.

00:02:09: Das wurde ein bisschen genutzt von Begleitpersonen in der Klinik oder wirklich so ganz, ganz... Ja das war einfach noch gar kein Thema so richtig.

00:02:17: Und eigentlich durch Corona muss ich sagen kam dann so die richtige Wandel dass wir gesagt haben ne und jetzt drehen wir den Hebel wirklich um und legen den Schwerpunkt auf das Thema Gesundheit.

00:02:27: und wer hat denn angefangen?

00:02:28: Du hattest die Huffelein-Klinik

00:02:29: ja eine renommierte Präventionsklinik?

00:02:32: Ja tatsächlich!

00:02:33: Ich weiß auch gar nicht wie schnell das dann kam dieser Wandel aber es wurde unheimlich gut angenommen.

00:02:38: Wir haben natürlich auch das Thema Fasten mit aufgenommen.

00:02:40: Das ist ein Thema, was viele kennen und schon lange bewährt sind in der Prävention.

00:02:46: Und wir haben das sukzessive weiter ausgebaut und sind inzwischen da echt toll aufgestellt.

00:02:51: Wir sehen tolle Ergebnisse.

00:02:53: Die Menschen, die sich begeistern lassen für Gesundheitsthemen oder Eigenverantwortungen.

00:02:58: Aber ich glaube, da geht halt noch viel mehr.

00:03:01: Und das heißt Onkologie?

00:03:02: Der Schwerpunkt von Onkologie gibt es jetzt gar nicht mehr bzw... Ihr habt vielleicht noch onkologische Patienten, die aber zu euch kommen und dann eher diese Therapieangebote von euch wie Fasten zum Beispiel nutzen.

00:03:14: Was wären noch so weitere Therapie-Angebote, die ganz beispielhaft für eure Programme stehen?

00:03:20: Also ich muss insofern korrigieren bei den onkologistischen Patienten ist es so dass sie eigentlich nach Abschluss ihrer Therapien, die ja oft sehr zährend sind zu uns kommen oder es Fasten eigentlich eher weniger eine Option sondern eher das Aufbauen des Körpers noch kurz klarstellen, aber ansonsten ist es zum Beispiel so dass bei rheumatischen Erkrankungen ganz neu haben wir das Thema Diabetes mit dem Programm also Typ zwei Diabetes.

00:03:42: Im frühen Stadion kann man das einfach durch Ernährungsumstellung, durch Fasten, durch Aufklärung und durch Sport tatsächlich einfach zurückdrehen.

00:03:50: Wenn

00:03:51: man's aufm Schirm hat?

00:03:52: Ja

00:03:53: genau!

00:03:54: Und es fängt ja eigentlich beim Hausarzt an, d.h.

00:03:56: er stellt fest, dass der HB A-NC Wert in bestimmten Graubereich kommt Und die übliche Praxis ist dann eigentlich zu warten.

00:04:05: Wenn der Diabetes da ist, kommt die Therapie und das ist fatal.

00:04:09: Das

00:04:09: ist fatal weil in den Moment haben wir noch einen Zeitfenster in dem man das rückgängig machen kann indem man sich Jahrzehnte an Therapiekosten sparen kann an Folgekosten wenn man einmal zum richtigen Zeitpunkt interveniert.

00:04:24: Dann aber natürlich auch dazu beiträgt langfristig eine Lebensstilanpassung mitzugeben den Menschen.

00:04:31: Hier kommen wir schon ganz schön in die Diskussion rein, weil ihr jetzt als Präventionsklinik habt ein super tolles Angebot.

00:04:37: Du hast gesagt, wir wollen uns der Prävention verschreiben.

00:04:40: Wir wollen uns dem verschreiben, dass die Menschen ihren Körper mehr verstehen und damit also Gesundheit selbst managen lernen sozusagen.

00:04:47: Und das ist so zu sagen das was du auch siehst, was das System mehr machen könnte richtig?

00:04:52: Ja ich glaube sogar wir müssten auch dazu übergehen.

00:04:54: um es zu fragen Ist es denn überhaupt richtig in gesund und krank zu denken?

00:04:58: weil ich sehe auch die Menschen, die zu uns kommen.

00:05:01: Wer ist denn wirklich noch gesund?

00:05:03: Das fängt es an bei einem hohen Blutdruck oder bei steigenden Cholesterinwerden wo ich sage das ist ja eigentlich schon dieser Graubereich und der Grauberei ist eigentlich viel größer als die Gruppe, die rein gesund oder rein krank ist.

00:05:15: Und selbst jemand, der krank isst.

00:05:17: also nehmen wir wirklich mal den härtesten Fall Onkologie.

00:05:19: Der Mensch wird operiert und der Heilprozess ist trotzdem da.

00:05:22: Also das ist nicht so dass dieser Mensch nur noch krank Und ich glaube, das auch mal aufzubrechen und zu sagen vielleicht fängt da schon der Denkfehle an im System.

00:05:32: Das wäre, glaube ich, mal der erste Schritt.

00:05:34: Ja genau!

00:05:35: Also nicht nur in gesund- und krankzunterteilen sondern anzuerkennen.

00:05:39: es gibt dann ganzes graues Spektrum was dazwischen ist und häufig liegt das Problem einfach daran dass wir dieses spektrum um Grunde genommen nichts anschauen oder gar nicht versuchen zu bewerten sondern wir warten halt auf die Marker die dann irgendwann sagen okay jetzt ist Krankheit da Wir schauen aber eigentlich nicht vorab, wo bewegen sich meine Werte hin.

00:05:57: Ist das noch optimal?

00:05:58: Ist es noch gesund oder ist es schon ... Ich sag mal von der gesunden Baseline weg bewegt und auch da müsste man im Grunde genommen schon eingreifen.

00:06:06: Wie ist das denn bei euch beispielsweise?

00:06:08: weil du hast grad schon den Hausarzt genannt Man muss ja diese Präventionsangebote dann auch wirklich verbinden mit diesen frühen Indikatoren dass man weiß okay jetzt ist hier irgendwas Nicht mehr ganz optimal, wo kommen eure Patientinnen und Patienten denn am meisten her?

00:06:24: Also wer schickt sie zu euch?

00:06:26: oder schicken Sie sich selbst?

00:06:28: wie ist da sozusagen die Logistik.

00:06:32: Ja das ist eine gute Frage.

00:06:33: also sie schicken es sich häufig selbst weil die Menschen die zu uns kommen natürlich häufig schon belesen sind oder schon Affinität haben zum Thema Gesundheit oder Prävention.

00:06:43: Beim Thema Diabetes ist es zunehmend so, dass tatsächlich die Ärzte schicken.

00:06:46: Dass sie sagen wir haben da gehört, da gibt's ein Programm aber da bleibt es halt auch wieder bei dem Thema wer kann sichs leisten?

00:06:52: weil bisher zahlt das halt keine Krankenkasse und gar nichts.

00:06:54: und das ist ja auch das wo ich immer sage das ist für mich so paradox weil wir haben wie ich finde sehr schlechte Präventionsangebote die bezahlt werden Die aus meiner Wahrnehmung heiße Luft sind und es gibt so viel mehr was man tun könnte in diesem Graubereich und da findet einfach gar nichts statt.

00:07:10: Und deswegen die Hausärzte, die so ein bisschen da in die eliche Richtung denken.

00:07:14: Die fangen an zu sagen schauen sie mal dass das könnte ihnen gut tun.

00:07:18: Ja und jetzt machen wir uns auch mal nichts vor.

00:07:20: jemand der in so'n Prädiabetes reinrutscht Der tut sich unheimlich schwer alleine Zuhause jetzt plötzlich zu sagen ich ernähre mich jetzt anders.

00:07:28: ja Also das ist unheimliche schwierig.

00:07:31: dann muss man echt also ganz stark sein mental.

00:07:34: oft hat Man noch die Familie im Gepäck die vielleicht gar keine Lust hat sich zu verändern Und da muss man sagen, man braucht da wirklich Unterstützung einfach.

00:07:41: Das ist sonst kaum zu schaffen eigentlich.

00:07:45: Weil das was ihr macht wenn solche pre-diabitisch Patienten zu euch kommen dann müssen die einmal vom Arzt gesagt bekommen es könnte gut für sie sein weil jetzt kann man's noch umkehren.

00:07:56: Dann muss der Patient sagen alles klar sehe ich ein verstehe ich mache ich mach Sinn und vor allen Dingen Ich zahls auch ja dass das ja der nächste schwierige punkt Eigentlich Dass das nicht erstattet wird aktuell.

00:08:08: Und dann kommt der Patient zu euch und kriegt natürlich nicht nur das richtige Essen, sondern eben auch noch mehr Kontext um die Krankheitsentstehung oder?

00:08:19: Was gebt ihr dem noch so mit außer den Rahmen zu halten für die richtige Ernährung, um es umzukehren.

00:08:25: Also diese Patienten wenn's denn medizinisch geht, die gehen auf jeden Fall in das Fasten rein, das wird dann begleitet bei uns... Und ich sag jetzt mal nach fünf bis sieben Tagen ist es ja so, dass wenn du fast das fängt dir der Körper an wirklich umzustellen.

00:08:38: Also du hast plötzlich keinen Hunger mehr auf Zucker.

00:08:40: Du bist also von diesem Zuckerkonsum weg.

00:08:43: Das ganze Essverhalten ändert sich eigentlich automatisch und das finde ich das Tolle daran weil's echt ein toller Startschuss für eine Ernährungsumstellung ist.

00:08:51: Dann bekommen natürlich diese Patienten engmaschige Betreuung durch einen Diabetologen, der dann auch wirklich erklärt was ist eigentlich das Schwierige an dieser Krankheit?

00:08:59: Was viele gar nicht wissen schon im Frühstadium extrem viele Risiken mit sich bringt, im metabolischen Bereich.

00:09:06: Und die Menschen sagen das wusste ich einfach gar nicht weil sie tut nicht weh Die Krankheit im Frühstadium ja und es sind alle so Sachen wo Es ist schon ein bisschen brainwashed dann auch ne?

00:09:15: Die Patienten gehen wirklich raus mit einem anderen Bewusstsein glaube Ich auch für das Thema Gesundheit und Sie haben ein eigenes Sportprogramm.

00:09:22: Sie werden quasi individuell geschult und da ist auch das Wichtige dass unsere Sporttherapeuten machen das im Einzelsetting.

00:09:28: Also die hören sich an, wie ist der Alltag?

00:09:30: Wie viel Zeit ist da überhaupt?

00:09:32: Wie beweglich ist die Person überhaupt?

00:09:34: Was macht ihr Freude vielleicht auch in der Bewegung und drehen dann auch ein Video für zu Hause, dass sie einfach sagen Das was für diese Person gerade passt an Bewegungen ist schon wunderbar!

00:09:44: Das müssen nicht diese Zehntausend Schritte sein, das muss auch nicht das Fitnessstudio sein.

00:09:48: Und da merken wir einfach Die Leute haben das Gefühl wirklich individuell angeschaut zu werden.

00:09:53: Ja und es gibt keine Bewertung Es gibt keine beurteilung keine Abwertung vor allem, sondern wirklich zu schauen.

00:09:59: was können wir jetzt für dich tun dass du daraus kommst.

00:10:02: Und ich glaube das Einschneidendste ist es Programm dauert zehn Tage und wir machen eine Blutuntersuchung am Anfang von diesen zehn Tagen und am Ende und allein schon diese Ergebnisse die sich da verändert haben Das ist natürlich also der Booster schlechthin zu sagen Ich bleib dran!

00:10:17: Das was ich häufig in Gesprächen mit Menschen erlebe ist zum Beispiel dass sie denken naja jetzt habe ich irgendwie zwanzig dreißig Jahre ungesund gelebt Jetzt brauche ich auch nicht mehr Anfang gesund zu leben.

00:10:27: Das bringt doch alles gar nicht so nach dem Motto, mein Körper ist doch schon kaputt!

00:10:31: Ich bin doch schon krank.

00:10:32: und das Spannende finde ich aber eben was du gerade gesagt hast wie schnell der Körper eigentlich nach so einem Reset wieder auf nem ganz anderen Level an Gesundheit und Krankheit halt landet eben viel weniger krank, viel gesünder.

00:10:48: Und man kann sich dann ja nur vorstellen also der Körper ist einfach wahnsinnig anpassungsfähig und wenn Du ihm sozusagen die Bedingungen gibst in denen er sich wieder erholen kann, in denen er heilen kann.

00:10:57: Dann ist ja sozusagen eigentlich fast wieder auf Null und diese Chance sehen viele Menschen überhaupt gar nicht.

00:11:04: Sie denken ... sie können sich gar nicht vorstellen wie sie nach einer Woche Präventionsklinik bei euch nach einer Wache fasten oder was auch immer wieder ganz anders mit einem ganz anderen Körper, mit dem ganz anderen Geist wahrscheinlich auch wieder gehen?

00:11:16: Nach Hause gehen!

00:11:17: Und das allein motiviert wahrscheinlich schon ungemein, kann ich mir vorstellen.

00:11:21: Ja, so.

00:11:22: und vor allem was glaube ich auch immer schön ist dass sie einfach auch spürend wie sich das Lebensgefühl verändert.

00:11:28: Also wie ist es denn wenn plötzlich der Bauch kleiner wird?

00:11:30: Wie ist es dann wenn ich plötzlich wieder ohne aus der Puste zu sein in Berg hochlaufen kann?

00:11:35: Wenn ich mir plötzlich Klamotten in einer Kleidergröße kleiner kaufen kann und mich wieder attraktiver fühle?

00:11:40: Und was das stärkste eigentlich... Ich finde immer ist, dass diese mentale Stärke zurück kommt also dieses Gefühl Ich hab diese willensstärke Dinge in die Hand zu nehmen und das haben viele verloren.

00:11:52: Und es hat ihr nicht nur was mit Essen zu tun oder mit Lebensstil, es zieht sich ja dann meistens durch alle Lebensbereiche durch.

00:11:59: Das gibt den Menschen unheimlich Rückenwind dass sie sagen jetzt bleibe ich auch dran.

00:12:05: Dann entsteht einfach automatisch mehr Lebenswille, mehr Lebensfreude, mehr lebenslust.

00:12:09: man sieht sicher auch häufig zurück wenn man sich nicht ganz fit fühlt.

00:12:13: dann isoliert man sich, ist man einsamer.

00:12:15: Dann ist die Stimmung schlechter und hat das einen negativen Kreislauf, ein Teufelskreis, den es annimmt.

00:12:22: Das kann man aber über eine Intervention, wie du gerade beschrieben hast dazu führt, dass man wieder mehr Lebensfreude hat genau in die andere Richtung ausschlagen.

00:12:33: Und das ist eigentlich genau das, was man möchte.

00:12:36: Du hast grad schon mit dem, wie die Patienten bei euch reinkommen was möglich ist, wenn jetzt ein Gesundheitssystem, das auf Prävention fokussiert ist, Menschen unterstützen kann.

00:12:50: Die dann in Eigenverantwortung diesen gesunden Weg für sich eigentlich weitergehen.

00:12:53: Das ist so ein bisschen der Optimalfall würde ich sagen.

00:12:55: Also so sollte es funktionieren.

00:12:57: Früher Erkennung, dann Intervention wie bei euch und dann geht der Mensch weiter mit einem neuen Lebensgefühl mit viel mehr Verständnis für den eigenen Körper und eben auch mit dem Umsetzungswillen, das einfach so weiterzumachen.

00:13:10: Weil das braucht es ja definitiv Gewohnheiten zu verändern.

00:13:14: Gerade wenn man dann wieder in diese alte Umgebung zurückkehrt ist schon auch schwer, ne?

00:13:19: Weil man macht als Mensch ja schnell was die anderen machen, was die Familie macht, was der Kollegen machen... Wie gebt ihr den Leuten da auch irgendwas mit wie sie's denn wirklich schaffen, dass im Alltag auch weiterhin umzusetzen?

00:13:29: Ich könnte mir vorstellen, dass das eigentlich so das Schwierigste ist!

00:13:32: Ja, das ist schwierig tatsächlich weil die so ein bisschen aus dem Kokon dann rauskommen wenn sie bei uns wieder gehen.

00:13:38: Aber natürlich arbeiten wir auch auf dieser Ebene.

00:13:40: zu sagen was es zum Beispiel emotionales Essen also was steht dahinter?

00:13:44: Also diese wirklich dieses Verhaltensmuster zu verstehen führt dazu dass wenn ich dann im Alltag bin und ich erkenne dieses Muster, dass sich dann schon mal sage okay stopp!

00:13:53: Was passiert hier gerade?

00:13:54: Also früher habe ich's unbewusst gemacht kompensiert über Essen oder über Trinken Und das zu durchbrechen alleine schon.

00:14:01: Das ist echt ein Riesenhebel und wir geben auch wirklich die Empfehlung, bindet eure Familie Mitglieder ein so gut es geht?

00:14:08: Wir müssen ja nicht alle mitmachen aber zu sagen mir ist das wichtig für meine Gesundheit, für mich selber.

00:14:13: ich habe viel verstanden und begriffen und oft ist es auch so witzigerweise dass häufig sind der Frauen die Vorreiter die sowas anfangen und dass dann später die Männer mitkommen sogar und sagen Ich möchte jetzt auch mal mehr verstehen was verändern wie auch immer Und das ist toll.

00:14:29: Und das heißt, die Patienten kommen auch häufig wieder zurück?

00:14:32: Die machen das sozusagen erneut weil sie das so ein bisschen wie ein ich sag mal Gesundheitsritual für sich ein jährliches irgendwie dann zu sehen

00:14:42: und es ist auch sowas viele glaube ich immer denken dass sind jetzt nicht die übergewichtigen ungesunden die das machen sondern das sind wirklich aus allen verschiedenen schichten alle verschiedene bmi sage ich jetzt mal Also es ist wirklich querbeet.

00:14:56: Das ist nicht dieser eine typische Gast oder Patient, der dazu uns kommt und das ist wirklich von der Aldi-Kassiererin bis zum Professor auch alles dabei wo ich auch immer sage ja spannend also es eben nicht nur ein rein soziales Thema sondern Menschen die für sich beschließen.

00:15:11: Es ist mir ein wichtiges Anliegen meine Gesundheit Die schaffen's irgendwie da auch Zeit und Geld aufzuwenden.

00:15:18: das zu machen.

00:15:19: Ja Klar, dem ein fällt es leichter als dem anderen.

00:15:22: Und ich finde auch das ist ja genau mein Anliegen zu sagen, dass darf so eigentlich nicht sein.

00:15:26: Ich finde, das müsste irgendwie anders geregelt sein aber ich glaube schon, dass es einfach viel mit der eigenen Bildungskraft auch zu tun hat.

00:15:35: Ja und hier wären wir genau bei den Punkt wie entsteht diese Balance aus einem System was Prävention betont?

00:15:41: Aber auch der Eigenverantwortung.

00:15:43: du hast dich wahrscheinlich des öfteren schon über unser Gesundheitssystem aufgeregt, wie's funktioniert Was dann teilweise erstattet wird, ja auch an Präventionsprogrammen zum Beispiel die denn aber eigentlich überhaupt nichts bringen.

00:15:56: Lass uns doch da mal einen Blick gewinnen in deine Perspektive darauf!

00:16:01: Ja also was mich wirklich kolossal ärgert das sind diese Präventionsreisen.

00:16:04: tatsächlich weil ich mir das wirklich hinlänglich angeschaut habe und ich hab gesagt meine Güte was machen wir da eigentlich?

00:16:11: Die gehen ins Hotel sagen auch die Teilnehmer.

00:16:13: ich habe es ja auch gefragt Da werde ich immerhin bezuschusst mit zweihundertfünfzig Euro.

00:16:18: ich gehe irgendwo ins Hotel Geht abends an die Bar, feiern ein bisschen mit Freunden und fahren nach drei Tagen zurück.

00:16:22: Ein bisschen Bewegungsprogramm dabei und fertig.

00:16:25: Das mag für die drei Tage zumindest was die Bewegung betrifft gut sein Aber die Nachhaltigkeit ist ja gar nicht gegeben.

00:16:33: Und dann denke ich mir als wir das Thema mit diesem Prediabetes bei der Krankenkasse vorgestellt haben Da war genau das Thema dass sie sagten Ja nee wir haben hier schon etwas in der Prävention Ja, das stimmt aber es ist nicht nachhaltig.

00:16:45: Es wird ja auch gar nicht nachgehalten wie effektiv es ist.

00:16:49: und ich finde es auch in Ordnung zu sagen wir bieten ein bisschen nach Paragraf zwanzig SGB V Sport- und Bewegungsangebote an.

00:16:55: Das ist alles okay dass man das macht Aber ich glaube wir sind einem Punkt wo wir was anderes brauchen weil die Krankenkassen sind leer Die Menschen werden chronisch krank und immer älter gleichzeitig Und ich glaube das genügt einfach nicht mehr.

00:17:09: und Entschuldigung mein Yoga Kurs Das ist meine Entscheidung, ob ich den mache oder nicht.

00:17:12: Zahle ich vielleicht selber aber wenn ich eben wirklich an der Schwelle stehe zu einer chronischen Erkrankung oder ich habe ein Risikofaktor oder wie auch immer man das beschreiben möchte und Ich finde schon dass es da bessere Programme geben müsste.

00:17:26: ja also lieber eine Stufe vorher etwas wegnehmen Und so sagen eine stufe später einsteigen.

00:17:30: Aber die kranken Kassen sagen ja auch Es gibt eben genau für diese Stufe Nichts.

00:17:35: Also es gibt keine Einzortierung dafür.

00:17:37: Ja Aber es wäre auch Prävention.

00:17:40: Ja,

00:17:40: absolut und anstatt dass es einfach Disease Management Programme gibt also eine Krankheit zu managen sollte es ja eigentlich ne Pre-Disease Management sozusagen Programmen geben genauso wie bei euch das man halt sagt wir lassen diese diese disease überhaupt nicht erst entstehen Und wir finanzieren lieber ein Programm ein längerfristiges Programm was dann halt zu der langfristigen prävention beiträgt Anstatt zu sagen die Krankheit kommt und dann managen wir sie, wenn sie da ist.

00:18:08: Genau!

00:18:09: Weil dann steigen die Mortalitätsrisiken, dann entwickeln sich Komobilitäten, dann hast du einfach ganz viele Folgeprobleme, Folgekosten... Und im Grunde genommen wird das einfach nur größer das Problem und nicht kleiner oder kleingehalten.

00:18:25: Ja also ich finde es so gefühlt ist es so dass wir eigentlich im Moment die Argumentation haben und das war auch von der Krankenkasse die Argumentation Die Kassen sind leer, wir können nicht in neue Präventionsprogramme investieren.

00:18:35: Und ich hab mir dann gedacht ja das ist jetzt so ein bisschen die Denke Wir sparen jetzt an der Dämmung vom Haus weil die Heizkosten zu hoch sind.

00:18:41: Da habe ich mir gedacht also such diesen Fehler im System.

00:18:43: Ja

00:18:44: und ich war sehr schön verglichen Weil dass es sehr einleuchtend Ja

00:18:48: und so ist es aber am Ende des Tages auch Ja und Ich frag mich dann immer sehe ich das irgendwie zu trivial oder Welche Berater sind da?

00:18:56: Im Gange die das irgendwie Ja, das nicht sehen letztendlich diese Thematik.

00:19:03: Und da schlage ich schon die Hände beim Kopf zusammen manchmal und denke mir meine Güte!

00:19:09: Schade für unser System auch letztendlichen was ja total gut ist und ich finde auch das Solidaritätssystem wichtig und richtig.

00:19:16: Jetzt haben wir so ein Trendthema der Langlebigkeit.

00:19:20: Long Jevity wird ja auf Englisch gerne gesagt Und man müsste ja eigentlich meinen, hält es doch super.

00:19:25: Jetzt kommt irgendwie total viel Fokus auf dieses Thema.

00:19:28: wie bleibe ich möglichst lange möglichst gesund?

00:19:31: Das müsst du doch auch euch eigentlich so ein bisschen in die Karten spielen oder?

00:19:34: Wie siehst du das?

00:19:36: Ja also ich bin mit dem Thema Longchapitä ein bisschen kritisch unterwegs.

00:19:39: Es hat aber einen anderen Grund weil es einfach viele Tools drin hat wo ich sage, dass ist der moderne Ablasshandel.

00:19:45: wenn nicht vielen Laungsergänzungsmittel schlucke kann ich leben wie immer.

00:19:49: Das sind so ein paar Dinge drin, die ich einfach kritisch finde.

00:19:53: Aber insgesamt gebe ich dir völlig recht!

00:19:55: Da ist gerade eine Bewegung drinnen in diesem Thema Gesundheit und wie es auch immer heißen mag.

00:19:59: Und wenn's am Ende Longevity ist, dann ist es Longevity.

00:20:02: Das find' ich schon mal per se einfach gut und ich finds' einfach schade dass diese Bewegungen... Warum auch immer das jetzt die Menschen grade so begeistert dieses Thema?

00:20:10: Dass es gar nicht ein bisschen aufgegriffen wird.

00:20:12: also wir sprechen jetzt wieder bei der Gesundheitsreform über Kürzungen, Überstreichungen, über Tra-La-La und ich denke mir meine Güte Bisschen wie bei Kindern.

00:20:20: Also wenn ein Kind sich doch für was begeistert, fördere ich das doch eigentlich und bremse es nicht aus mit Verboten.

00:20:25: Und das kann ich nicht verstehen!

00:20:28: Genau weil jetzt kommt im Grunde genommen der Mensch oder die privatwirtschaftliche Seite und sagt so hey vollem Trend wir wollen jetzt alle möglichst lange möglichst gesund leben und da wird jetzt überhaupt nicht drauf eingegangen weil da könnte jetzt das System eigentlich sagen als klar Ich treffe jetzt hier einen Menschen der irgendwie Bock hat auf eigene Verantwortung auf Selbstwirksamkeit im Alltag und pro Gesundheit sozusagen zu leben.

00:20:51: Und was würdest du jetzt an deine, wenn du jetzt Gesundheitsministerin zum Beispiel wärst?

00:20:56: Das fände ich ja ehrlich gesagt total toll!

00:20:58: Was würdest Du denn an der Stelle zum Beispiel machen?

00:21:00: hast du dir so etwas schon mal überlegt?

00:21:02: War das bestimmt schon viele Ideen...

00:21:04: Ja, ich glaube, ich würde das System einfach total anders aufgleichen.

00:21:07: Das sage ich dir ganz ehrlich und es fängt schon so ein bisschen auch bei den Ärzten an.

00:21:10: also diese Ärzte Ausbildung dieses Thema wie sehen Ärzter in Beruf eigentlich?

00:21:15: Und Ich bin ja auch der Überzeugung dass auch Prävention in ärztliche Hände gehört weil Es eben immer diesen Graubereich zu Krankheiten gibt.

00:21:22: Ich weiß es finden viele ganz schrecklich was ich da jetzt sage aber ich stehe da auch wirklich dazu und ich würde einfach dieses Thema eine viel höhere Bedeutung beimessen Weil ich glaube wenn es fängt bei den Hausärzten an Und wenn die Hausärzte sozusagen im guten Job machen, können sie aber gar nicht im Moment machen weil sie völlig überlastet sind.

00:21:39: Und weil auch vielen wirklich die Haltung oder die Denkweise fehlt zu dem Thema Prävention.

00:21:43: Viele Ärzten ist es zu trivial das Thema und ich würde wirklich in der Basis anfangen und sagen wo docken denn die Menschen eigentlich an?

00:21:50: Das ist der Hausarzt ja und so sagen okay wie bringe ich den jetzt vom Hausarz des Systemes in Gang?

00:21:55: entweder eine gute Präventionsgeschichte oder eine Verhinderungsgeschichte Und ich glaube, das bräuchts einfach mal zu sagen.

00:22:06: Was müsste sich im System eigentlich verändern?

00:22:08: Und trotzdem braucht es natürlich in der Medizin die Spezialisten für die schweren Krankheiten keine Frage.

00:22:13: Das will ich auch gar nicht abschaffen oder sehe das kritisch.

00:22:17: aber die Basis müsste anders aufgebaut sein und von da aus gehen glaub ich wenn das System eine gute Verteilungsfunktion macht dann wäre der nächste Schritt zu sagen was braucht's wirklich im Präventionsbereich?

00:22:28: welche Kategorien braucht's eigentlich im Gesundheitssystem?

00:22:31: sind die Kategorien, die wir noch haben überhaupt richtig.

00:22:34: Also wieder Stichwort Krankheit und Gesundheit.

00:22:35: unter Zwischen gibt es nichts.

00:22:37: Und ich glaube das wäre bestimmt viel Arbeit und das wäre auch nicht einfach.

00:22:42: aber ich glaub's braucht's ja.

00:22:44: Ja!

00:22:45: Und auf der anderen Seite eben der Mensch... Ich hab in Deutschland häufig das Gefühl dass wir gerade weil wir so ein super tolles Gesundheitssystem haben.. Dass der Mensch häufig denkt, ich suchse das so'n bisschen aus ne?

00:22:56: Meine Gesundheit also ich geh halt... Ich habe halt mein Hausarzt meine Blutwerte, mein Herz-Kreislauf-Gesundheit etc.

00:23:04: Und wenn dann irgendwas ist, gibt er mir halt was?

00:23:06: Dann geh ich zur Apotheke, holen wir ein Medikament.

00:23:09: und das ist so der Gang, der monatliche oder quaterliche Gang vieler Menschen.

00:23:16: Was glaubst du braucht es auch da einfach einen Umdenken anzustoßen in der breiten Masse wirklich?

00:23:22: Weil ich hab immer das Gefühl Longjavet is jetzt das eine.

00:23:25: aber ich glaube es interessieren sich definitiv nicht alle Menschen für Langlebigkeit.

00:23:30: Viele Menschen leben einfach im Hier und Jetzt, sind damit auch sehr zufrieden.

00:23:34: Nichtsdestotrotz müssen die einem ja sozusagen wenn wir Prävention größer gestalten wollen einen da irgendwie so die Hand geben.

00:23:41: wie glaubst du könnte das gut funktionieren?

00:23:44: Ja also ein schönes Beispiel ist Nina Ruge war man war das ungefähr vor halbem Jahr in Bad Merkentheim hat ein Vortrag gehalten über das Thema Longevity Und Die Halle war voll und es waren glaube ich zwei tausend Besucher.

00:23:57: Ich weiß gar nicht viele reingehen in diesen Raum Und es war wirklich spannend, weil ich mir dachte ach schau an das wäre von ein paar Jahren noch leer geblieben.

00:24:03: Der Saal und Ich glaube Es geht schon damit los wenn wir in der klinik halten Wir auch vorträge über Das thema blutwerte über das thema longevity die sind immer voll Die leute kommen.

00:24:13: ich glaube schon dass es auch ganz viel Unsicherheit gibt durch das longevity weil jetzt ist Ganz viel auf dem markt plötzlich also die abnehmenspritze für alle nahrungsergänzungsmittel ja Also es gibt ja gerade Eisbaden, dann gibts hier die ganzen Variables und so weiter.

00:24:27: Also der klassische, ich sag jetzt mal autonomal Verbraucher, der fängt erst gar nicht an weil er sagt boah ey das ist so viel!

00:24:33: Ich weiß ja gar nicht wo ich da anfangen soll.

00:24:35: Fehlt die Orientierung her?

00:24:36: Es fehlt die Orientierung.

00:24:38: also damit geht's ja schon los zu sagen viel hilft viel ist ja auch bei Präventionen nicht so Und zu sagen wie bringen wir da einfach einen guten Pfad hin?

00:24:45: wie erreichen wir den Menschen auf einem ganz ganz einfachen Niveau in einem ersten Schritt?

00:24:51: und das ist ein bisschen diese Pyramide Von longevity, die Pyramide sagt es ja auch.

00:24:55: Am Ende des Tages ist auch Prävention was sehr individuelles und du kannst alles machen was sahengeboten wird am Markt.

00:25:02: aber ob sie wirklich hilft ist eine ganz andere Frage.

00:25:05: Und deswegen braucht's da glaube ich auf einer ganzen niederschwelligen Stufe Die Möglichkeit dass Menschen erstmal verstehen wo stehe Ich persönlich?

00:25:14: Ja was brauche ich eigentlich jetzt gerade um für meine Gesundheit weiterzukommen?

00:25:18: Das muss nicht teuer sein und das muss jetzt auch gar nicht gleich das Blutbild für fünfhundert Euro sein Und das gibt's aber gerade nicht.

00:25:25: Dieses Angebot gibt es nicht, der Hausarzt macht ein kleines Blutbild im besten Fall wenn du Glück hast vielleicht noch ein großes Blut-Bild erklärt aber auch nichts davon weil er gar keine Zeit hat.

00:25:35: Ein paar Werte sind irgendwie mit einem Aussufezeichen hinten dran und dann denkt sich der Patient naja gut wird schon nicht so schlimm sein So und dann ist es fertig.

00:25:43: Ja

00:25:44: ja Das heißt du siehst die diese Arbeit zwischen diesem.

00:25:49: ich sag mal sehr dass man da wirklich ein sehr detailliertes Blutbild macht, was auch sehr teuer natürlich dann am Ende ist.

00:25:59: Das siehst du schon in der Hausarztpraxis ja?

00:26:01: Dass da wirklich der Fokus auch gelegt wird auf die einfachen Lebensstilintervention und eben diese individuelle Analyse... Was brauche ich eigentlich ne?

00:26:10: Oder was ist bei mir zumindest das Problem?

00:26:11: Habe ich zu viel Stress?

00:26:12: Essig emotional habe ich zu wenig Bewegung.

00:26:15: Würdest du das so dort ansiedeln wollen in der Hausarztpraxis?

00:26:18: Oder glaubst du, dass dazu nochmal andere Anlaufstellen braucht.

00:26:23: Ja ich glaube es wird ja gerade propagiertes in die Apotheken zu verlagern.

00:26:26: Das finde ich irgendwie nicht sinnvoll muss ich ehrlich sagen.

00:26:29: Ich glaube schon, dass das wie gesagt in den Medizin gehört.

00:26:32: Aber da fängt's eben an.

00:26:33: Die ersten Universitäten fangen jetzt hier an das Thema integrative Medizin als Vorlesungsblock einzuführen.

00:26:40: Also wenn ich mich mit Ärzten unterhalte und das tue ich sehr viel Dann stelle ich einfach fest, dass vor zehn Jahren wurde ich total belächelt für automolekulare Medizin.

00:26:48: Was macht ihr denn für ein Käse bei euch da?

00:26:50: Heute mit antioxidativen Stress und so weiter bestellt man schon fest, da ist ja doch eine Daseinsberechtigung, Vitamin D, Omega-III

00:26:58: usw.,

00:27:00: also die Frage ist wirklich was ist ein gutes System, was braucht es überhaupt für den Einzelnen?

00:27:06: Was ist bezahlbar?

00:27:07: Und natürlich geht immer mehr.

00:27:08: Das ist dann auch da wieder das Thema, wer kann sich's leisten und wer nicht.

00:27:11: Aber was braucht es in der Basis?

00:27:13: Und das erstmal zu definieren, was wären denn eigentlich gute Werte um zu sagen die Person ist jetzt erst mal fein oder es wäre gut wenn sie das und das ergänzend machen würde.

00:27:23: Ja!

00:27:23: Und jetzt sehen wir einmal den klassischen Prädiabetiker.

00:27:25: Natürlich kann er so ein Programm machen wie bei uns.

00:27:27: Es sind schon wieder sozusagen Königsklasse.

00:27:30: aber man könnte ja auch sagen okay, der Patient hat diesen Prädiabetes Der bräucht jetzt mal eine Ernährungsberatung, vielleicht die ihn auch ein bisschen begleitet.

00:27:38: Er bräuchte einen Sporttherapeuten der mit ihm zusammen im Programm entwickelt und einfach ein bisschen Begleitung dabei.

00:27:44: Ja?

00:27:45: Das könnte ein Programm sein!

00:27:47: Jetzt weiß ich natürlich so gut kenne ich jetzt die Strukturen auch nicht alle im Gesundheitssystem.

00:27:50: aber einfach mal sich hinzusetzen und zu sagen wir nehmen mal ein leeres Blatt und überlegen uns mit dem Wissen von heute was wäre eigentlich ein gutes Gesundheitssystem?

00:28:00: Und das machen wir aber nicht.

00:28:01: Wir fangen immer an an diesem alten maroden System in irgendeiner Schraube rumzutreten.

00:28:06: Und die Löcher zu stopfen sozusagen?

00:28:08: Genau, genau!

00:28:09: Und dann immer irgendwelche... Ich sag mal schnellen Lösungen zu schaffen, anstatt dann wirklich nachhaltig langfristig eine Vision zu haben.

00:28:16: und das fehlt mir ja persönlich.

00:28:17: Wir hatten jetzt gerade bevor wir angefangen haben aufzunehmen eine große politische Diskussion nach Helika.

00:28:22: Vielleicht hätten wir einfach, hätte ich früher den Aufnahmeknopf betätigen sollen Dann hätten die Hörerinnen und Hörern hier noch ein bisschen mehr von uns mitbekommen.

00:28:30: Aber im Grunde genommen würde ich sagen, trägt dieses große Thema auch in diese ganze Gesundheitsthematik rein.

00:28:36: Nämlich das es da einfach an Visionen für die Zukunft fehlt und wir kriegen ganz viele Narrative auch in puncto Gesundheit jetzt.

00:28:45: Siehe longevity aus den USA beispielsweise.

00:28:49: Wir können aber unser eigenes Bild eigentlich uns malen ja?

00:28:55: Seit ganz langer Zeit ganz großartige Mediziner, die auch ganz viel präventiv gearbeitet haben und geforscht haben.

00:29:02: Nur das Gerät ist häufig in Vergessenheit.

00:29:05: Und viele Leute sagen ja auch, Ronja wird hier so ein Quatsch!

00:29:08: Das ist schon immer da gewesen diese Idee von einem langen gesunden Leben.

00:29:12: Es ist schön dass es einen neuen Anstrich kriegt und mein Gott wenn's das braucht damit es mehr Aufmerksamkeit bekommt und das Thema wieder cool wird dann sei es so.

00:29:19: Dann heißen wir das herzlich willkommen.

00:29:22: Aber wir bräuchten eigentlich eine, ich sag mal neue Gesundheitskultur.

00:29:26: Die aber auch auf unseren Werten, auf unserer Geschichte irgendwie beruht und auf den medizinischen Wissen was wir schon sehr lange hier in Europa haben Und das finde ich sehr schön dass ihr das in eurer Klinik auch bereit so umsetzt.

00:29:42: Ich könnte mir sehr gut vorstellen wenn ich jetzt auf einer grünen Wiese stehen würde.

00:29:46: Dass die Hausärzte beispielsweise... Ich weiß es zumindest aus meinen Gesprächen mit Hausärzten.

00:29:51: Die arbeiten sehr gerne präventiv, weil die wollen ja eine gesunde Praxis haben.

00:29:55: Sie wollen, dass es den Leuten, die zu ihnen kommen, gut geht.

00:29:59: Die wollen nicht, dass sie kommen und mehrere Krankheiten entwickelt haben über die letzten Jahre in denen man sie begleitet hat.

00:30:06: Das ist schade und auch frustrierend.

00:30:08: Ich glaube deswegen ... das ist auch nicht der Grund, warum die meisten Ärzte arbeiten.

00:30:13: Klar wie du gesagt hast, es braucht Chirurgen.

00:30:15: Es braucht dieses reaktive Gesundheitssysteme Aber es fehlt eben an diesen präventiven Strukturen.

00:30:23: Und ich finde, so wie ihr es macht sehr schön, weil ihr euch mit den Menschen in der Mitte trefft und genau so kann's glaub ich nur funktionieren.

00:30:30: Man kann weder auf die Eigenverantwortung setzen noch kann man nur auf System irgendwie setzen, weil da rechnet sich wahrscheinlich auch der Präventionscase für Krankenkassen nicht.

00:30:40: Deswegen find' ich diese Eigenverordnung auch ein sehr wichtiges Element, worüber es sich lohnt zu sprechen.

00:30:46: Ja

00:30:47: und ich glaube schon auch, dass es nur dann sinnvoll ist wenn es auch ein Stück weit den eigenen Geldbeutel tangiert.

00:30:52: Also ich glaube das ist ein wichtiger Punkt ja weil ich glaube wenn nicht alles bezahlt bekäme von der Krankenkasse dann hätte das keine Wertigkeit.

00:30:59: und das heißt nicht, dass sich alles zahlen muss.

00:31:01: aber ich denke schon, dass ist auch da sinnvoll es sich hinzusetzen zu sagen was ist da vielleicht ein guter Mittelwert oder welche Eigenbeteiligung wäre sinnvoll?

00:31:11: Da geht's nicht ums Bestrafen aber es geht darum zu sagen Wenn ich selber etwas investiere Dann achte ich da ja auf, ist wie bei allem.

00:31:22: Man hat selber was von seinem Geld gegeben und dann will man irgendwie auch das davon was bleibt?

00:31:26: Man will automatisch dass es ein gutes Investment war.

00:31:29: ne?

00:31:31: Würdest du das denn auch anwenden auf Krankheitskosten beispielsweise?

00:31:35: also würdest du auch sagen... Du fändest es auch gut, wenn auch im Krankheitsfall mehr Kosten selber getragen werden müssten.

00:31:41: Weil auch da sozusagen dann die Kehrseite davon spürbarer wäre?

00:31:44: Die Konsequenz?

00:31:46: Ich würde's wahrscheinlich anders handhaben.

00:31:47: ich würde sagen Wenn jetzt jemand in einem frühen Stadion jetzt immer wieder diesen Prädiabetes weil der einfach sehr leicht zu messen ist, wenn er aufploppt und die Person aber nicht bereit ist etwas zu verändern Dann würde ich schon dazu übergehen zu sagen entweder ändern sich dann die Krankenkassenbeiträge für diese Personen, weil klar ist der wird krank oder betäurer werden für das System.

00:32:05: Das wäre schon ein Modell, wo ich sage.

00:32:08: Es sind ja erwachsene Menschen und wenn ich mich dazu entscheide dass ich keine Lust habe etwas zu verändern, dann zahle ich halt mehr.

00:32:15: Und da gibt es ja ganz viele Leute die jetzt aufschreien und sagen das kann man nicht machen?

00:32:19: Doch!

00:32:20: Kann man.

00:32:21: Weil ich finde ganz ehrlich wer trägt denn es tragen dann die Menschen die genau das tun Geld für ihre Gesundheit ausgeben.

00:32:26: Die tragen dann andere die nicht bereit sind irgendetwas zu investieren.

00:32:30: und ist auch Solidarität Also zu sagen bis zu einem bestimmten Punkt.

00:32:34: Und das ist einfach dann ein überschrittener Punkt.

00:32:36: Im Moment ist es aber so, dadurch dass das gar nicht erfasst wird kann ich das ja gar nicht irgendwie einkategorisieren sondern ich warte halt bis die Person krank ist und kommt die Krankenkasse wie der Name auch heißt und dann zahlt sie halt auch.

00:32:47: Das sind Fehler im System glaube ich.

00:32:51: Ja absolut!

00:32:52: Ein System funktioniert so wie man die einzelnen Mitspieler eben incentiviert oder desincentiviert gewisse Handlungen zu übernehmen.

00:32:59: Ich als Volkswirtin schaue immer so auf alles irgendwie und man formt halt die Entscheidungen eigentlich, ne?

00:33:06: Und das ist schon wie du sagst.

00:33:07: also wenn ich weiß ich kann jetzt einfach weiter so leben und Gesundheit ist ja auch so abstrakt gerade langfristige Gesundheit.

00:33:14: es ist ja ganz schwer sich vorzustellen Wenn ich heute morgen übermorgen so weiter mache wie grade dann geht's mir in zehn Jahren schlecht.

00:33:22: Heute gehts mir noch relativ gut mit Medikamenten zum Beispiel.

00:33:24: warum sollte ich also was ändern?

00:33:26: Das heißt, man müsste dann im Grunde genommen ins System übersetzen.

00:33:30: Dass der Mensch es eben heute schon spürt ja?

00:33:32: Wenn er nicht ändert ist das nicht so gut für mich und das geht eben ganz gut über diese finanziellen Mechaniken Anreize aber auch eben also ich sag mal ganz salopp jetzt Bestrafungen.

00:33:43: im Grunden genommen Ja wenn du nicht bereit bist was zu verändern Dann wirst Du halt mehr kosten und davon musst Du auch einen Teil der Kosten tragen.

00:33:50: Ja, man könnte da ja auch wie beim Zahnarzt ein Punktesystem einführen.

00:33:53: Also zu sagen was tut die Person für ihre Gesundheit und welche Makas sind relevant?

00:33:57: Ich meine das ist jetzt nicht schön das zu sagen.

00:33:59: aber ich finde wir Deutschen haben uns einfach angewöhnt über die Jahre die Verantwortung immer aufzugeben bei anderen und es ist einfach nicht zeitgemäß glaube ich.

00:34:09: Und wenn wir das System in irgendeiner Form retten wollen und ich finde unser System ich sehe es in Amerika Wir hatten lange amerikanische Patienten Die eben nicht so einen Krankheitssystem haben Ich bin Gott froh, dass wir eins haben.

00:34:19: Und wenn wir das erhalten wollen und ich finde einen Unfall kann passieren eine Krebserkrankung kann passieren was weiß ich alle möglichen Krankheiten oder Unfälle können passieren?

00:34:26: Und ich finde dafür ist unser System echt gold wert.

00:34:29: ja weil es kein ganzes Existenz zerstören am Ende von diesen persönlichen Schicksalschlägen abgesehen und und jetzt mal wieder bewusst zu machen den Leuten und im Moment strapazieren wir dieses gutes System auf ne Art und Weise die das kann ich gar nicht begreifen

00:34:45: weil eben vieles dieser Kosten eben lebensstil-bedingt ist.

00:34:49: Und Krankheitskostenvorsachen, ich zitiere da immer gerne die Zahlen für ernährungsbedingte Erkrankungen.

00:34:55: Die Berechnung belaufen sich bei, ich glaube medizinische direkte Kosten, sechzehn Milliarden Euro jedes Jahr in Deutschland plus indirekte Kosten bis hin zu sechsunddreißig Milliarden Euro dieses Jahr in Deutschland.

00:35:07: und dann unterhalten wir uns halt oder halten uns auf in der Politik auch mit den... gesetzlichen Krankenkassendefiziten von sechs Milliarden.

00:35:16: Und wenn man das aber mal in Relation stellt, dann sieht man was an der Einstelle eigentlich so zu retten wäre oder zu sparen wäre, wenn wir uns darum mehr kümmern würden.

00:35:25: und ich glaube es ist eben auch ein ja ein guter ein gutes Argument für die Prävention und für Klinikmodelle wie euros was sich nochmal betonen will.

00:35:34: Ja

00:35:35: Ich glaube halt weißt am Ende des Tages ist natürlich auch so Der Politiker, der wirklich etwas verändern würde im Gesundheitssystem, macht sich natürlich erst mal nicht beliebt.

00:35:45: Ja ist völlig klar und wahrscheinlich wird er in seiner Amtsperiode sozusagen die Früchte von dem was er da in die Wege leitet nicht mehr erleben.

00:35:52: aber ich glaube davon müssen wir auch einmal wegkommen von Legislaturperioden und von Horizonten von vier Jahren weil ich glaube einfach die Schritte die man braucht ja die sind längerfristig.

00:36:01: Aber wenn wir jetzt nicht anfangen Dann wird es irgendwann noch mal eine ganz andere Richtung abdriften letztendlich.

00:36:09: Ja, absolut!

00:36:10: Denn ich meine was haben wir jetzt aktuell für die Situation?

00:36:15: sowohl in der Gesundheitsversorgung zumindest entsteht halt immer mehr dieses Zwei-Klassensystem weil du halt das Problem hast dass er zu sagen Ich lass mich hier in diese Leitlinie und diese Kostenerstattung nicht mehr rein quetschen.

00:36:28: Das ist nicht sinnvoll was wir hier tun.

00:36:30: Du bist ja auch sozusagen immer im Austausch mit Ärzten, wie erlebst du das?

00:36:33: Also wie erlebst du das in einem Dialog mit Äzten aus eurer Klinik aber eben auch aus anderen Häusern oder auch Praxen.

00:36:41: Ja gerade in den Praxens ist es schon fatal.

00:36:43: also da ist der Frustpegel teilweise sehr hoch.

00:36:46: und genau was du vorhin gesagt hast ich glaube weil die Ärzte oft das Gefühl haben... Es gibt glaub ich keinen anderen Beruf wo jemand der Akademiker so stark gebunden ist entweder von Krankenkassenvorgaben oder wirklich von Leitlinien, also wer da alles mitspricht in diesem Markt ist ja immens.

00:37:04: Und da darf man sich auch nichts vormachen, da ist ein Wahnsinnsgeld drin in diesem Gesundheitsmarkt und dann muss man einfach hinschauen und sagen okay welche Einflussströme haben wir hier eigentlich?

00:37:14: Welche sind gut und welches vielleicht weniger gut?

00:37:16: Oder sollten nachhängig vielleicht erst der Einfluß nehmen auf das Thema und die Diskussion?

00:37:22: Und mit tun die Ärzte da häufig auch leid.

00:37:25: Was kann ein Heute dazu bewegen, noch Arzt zu werden oder Medizin zu studieren in dem System?

00:37:30: Weil es ist wirklich ja.

00:37:32: Es wird wirklich einmalig gemacht auch ein bisschen.

00:37:35: ich glaube Ärzte brauchen wieder mehr Luft zum Atmen, mehr Freiräume, mehr Freiheit in dem was sie tun und das ist ja sage ich.

00:37:43: Ich glaube da müsste man wirklich anfangen bei diesem Beruf des Arztes und wir arbeiten soll in Zukunft auch haben.

00:37:51: Und was ich auch wichtig finde, den Punkt, den du vorhin gemacht hast das Medizinstudium.

00:37:55: Das umfasst heute beispielsweise ja keine Ernährungswissenschaften beispielsweise, also wenig Präventionsthemen eigentlich.

00:38:06: wie bildet sich das zum Beispiel bei euch in der Klinik?

00:38:08: Auch so ab dass ihr die Ärzte nur nach Weiterbildung dann einstellt oder dieselbe irgendwie ausbildet?

00:38:15: Wie glaubst du müsstest du mal das gestalten?

00:38:17: Auch das ist das Medizinstudium.

00:38:19: Ja, das ist ganz spannend, dass du das sagst.

00:38:20: Wir haben vor zwei, drei Jahren einen Ärztin bekommen von der Uniklinik und die hat einfach gesagt, ja witzigerweise hatte sie mit sechszehn Jahren bei meinem Vater eine Praktikum gemacht in der Klinik.

00:38:30: Und hat gemerkt, dass sie in der Unikklinik nicht mehr weitermachen möchte so wie sie da arbeiten muss?

00:38:34: Und hat sich dann beworben... Das ist wirklich mega, muss ich jetzt sagen, den Begriff!

00:38:40: Mit ihr zu arbeiten, sie macht quasi stetig Fortbildungen.

00:38:42: Ich meine, sie ist auch Gynäkologin macht schwerpunktmäßig das Thema auch Wechseljahre, das ist ja noch ein ganz eigenes Thema.

00:38:49: Und die blüht wirklich wahnsinnig auf in diesem Thema und sagt meine Güte was für einen Feld und wie viel Spaß es vor allem auch macht?

00:38:57: Wirklich mit den Patienten zu arbeiten oder mit den Gästen sagen wir bei uns.

00:39:00: Und wirklich hinzuschauen, zu sagen hier das braucht jetzt hier gerade für diese Person

00:39:04: usw.,

00:39:05: also das ist die Menschen oder die Patient ... Die Ärzte, die zu uns kommen haben natürlich schon genug vom System und sage, ich möchte einfach anders arbeiten.

00:39:15: Ich möchte es so nicht weitermachen oder ich mache einen anderen

00:39:17: Beruf.".

00:39:18: Das ist schon so... das ist natürlich die Grundvoraussetzung weil wir arbeiten einfach anders bei uns in der Klinik und der Rest gibt sich dann einfach mit der Zeit.

00:39:27: Ja, das ist schön zu hören dass es solche Geschichten gibt!

00:39:29: Weil wie du sagst es gibt eben nicht nur Patienten oder Menschen die merken dieses Gesundheitssystem diese Versorgung finde ich irgendwie unattraktiv.

00:39:36: Ich suche mir jetzt selber was?

00:39:37: Was für mich irgendwie passt was mehr Prävention beinhaltet.

00:39:41: Und gleichzeitig gibt es natürlich auch die Fachärzte, also die Ärzteschaft sagt kein Bock mehr!

00:39:45: Ich will anders arbeiten und diese Gruppe tut sich jetzt sozusagen zusammen.

00:39:50: Das Blöde ist wenn das Gesundheitssystem und die Erstattung die Krankenkassen nicht nachziehen dann haben wir eben diese zwei geteilten Systeme.

00:39:58: das eine System auf Präventions setzt und was sich nur Leute leisten können die bereits sind dafür privat zu zahlen breit, aber auch vielleicht in der Lage das zu zahlen.

00:40:10: Und auf der anderen Seite eben die Leute, die nicht bereit sind das zu bezahlen oder das nicht zahlen können, die müssen dann sozusagen ihnen das andere Reparatursystem geschoben werden wenn es dann zu spät ist.

00:40:22: Das finde ich halt mit, ich sag mal unserem Grundgesetz und irgendwie im Kontext von Humanismus und wir wollen irgendwie ein würdiges respektables Leben hier alle führen können.

00:40:32: Das geht doch ein Heer!

00:40:34: Mit Lebensqualität, mit Gesundheit mit einem gesunden Körper und Geist.

00:40:37: Und das finde ich so schade, dass wir das irgendwie so hinten anstellen diese Veränderung.

00:40:42: Ja und hinzu kommt ja auch noch was man inzwischen ja auch weiß, dass eben leider das Thema Lebensstil ja auch viel wirklich mit sozialen Faktoren zu tun hat.

00:40:50: Das heißt, was tue ich damit?

00:40:51: Mit dieser Entwicklung?

00:40:52: die Gruppe, die sie eigentlich am dringendsten bräuchte eine gute Prävention, die fallen komplett durchs Raster.

00:40:58: wenn der so bleibtes System wie es jetzt ist dann sind die Menschen, die sowieso schon ein gesünder Leben in der guten Gruppe drin sozusagen Und die, die es dringend bräuchten und das System leider dadurch auch sehr belasten.

00:41:09: Die bleiben in der anderen Gruppe drin inklusive der Kinder, die dann nachkommen.

00:41:13: und eben auch schon da sieht man ja wenn man ins Schwimmbad oder Freibad geht, da rollt ihr die nächste Welle auf uns zu also die übergewichtigen Kinder usw.

00:41:22: Das ist ein Systemthema am Ende des Tages auch weil ich muss mich genau diesen Gruppen eigentlich zuwenden und sagen hier wie erreiche ich diese Menschen?

00:41:33: Die Zuckersteuer für Süßgetränke, das ist natürlich auch schade.

00:41:39: Weil auch mit solchen Rahmenbedingungen könnte man dann ja arbeiten also die wir aktiver gestalten als Politik.

00:41:46: Aber ich glaube dass es in diesen Gruppen wahrscheinlich wenig bewirken würde?

00:41:49: Ich glaube da geht's wirklich darum.

00:41:51: Ich sehe es bei meinem Sohn in der Schule wenn er Kindergeburtstag feiert und bei uns gibt's halt Wasser gegen den Durst zu nichts anderes.

00:41:57: dann diskutieren wir da auch am Tisch drüber mit den anderen Kindern und viele wissen das gar nicht.

00:42:01: Und erklär ich das auch, warum bei uns einfach nur Wasser da ist und kein Saft und kein sonstiges Zeug ... Kinder sind ja wie ein Schwamm!

00:42:08: Also die kann ich begeistern für Themen.

00:42:12: Die sind offen für alles.

00:42:13: Das ist schade auch da, dass man da nicht vielleicht mehr versucht in diese Generation schon einzuwirken mit dem Thema Gesundheit.

00:42:21: Auch in der Schulbildung eigentlich schon das Thema Einährung?

00:42:24: Gar nicht erst im Medizinstudium sondern schon viel früher anzufangen.

00:42:28: Das wäre auch ein Weg, ja!

00:42:31: Also es gibt auf jeden Fall ganz viele Ideen das zu verändern und es klingt alles so sehr machbar muss ich sagen, wenn wir darüber sprechen dann stellt sich die Frage, warum wird das eigentlich alle schon längst umgesetzt?

00:42:42: Was glaubst du denn Angelika, warum das nicht gemacht wird?

00:42:46: Ja, das habe ich mich wirklich oft gefragt und ich muss immer aufpassen dass ich nicht zur Verschwörungstheoretikerin abdrifte.

00:42:53: Ja, weil natürlich fragt man sich das und es ist mir schon auch klar.

00:42:56: Das habe ich in der Onkologie gesehen dass da einfach viel viel Geld drin ist an diesem Markt.

00:43:00: Und jetzt nehmen wir die Lebensmittelindustrie Nehmen wir die Pharma-Industrie.

00:43:03: Beide profitieren davon.

00:43:04: wenn Menschen Unheimlich starke Lobby so die profitieren beide davon.

00:43:08: die einen profitieren Davon wenn sich dem Menschen schlecht ernähren und Die zweiten profitieren von Wenn wir viele chronisch kranke Patienten haben.

00:43:14: das will Ich jetzt gar nicht so plagativ hinstellen aber Es ist Natürlich Schon So das meinte ich vorhin mit diesen Einflussfaktoren auf die Medizin Und ich glaube, das wäre wichtig einfach mal wirklich neutral hinzuschauen.

00:43:24: Dass wir wieder bei der grünen Wiese und zu gucken wer spricht denn da überhaupt alles mit?

00:43:30: Wer berät denn eigentlich die Politik in diesen Fragestellungen?

00:43:33: Da frage ich mich dann schon, weil ich das manchmal nicht nachvollziehen kann warum sich vermeintlich einfache Dinge so gar nicht verändern.

00:43:42: Da hätte ich gerne Antworten auf diese Fragen.

00:43:44: Vielleicht kann ich es dann besser nachvollzielen und brauche nicht Verschwörungstheoretikerin zu werden.

00:43:50: Aber das ist leider so, ja.

00:43:51: Und ich finde es mal auszusprechen und mal Fragezeichen dran zu setzen, dass es hoffentlich erlaubt, ja?

00:43:57: Absolut definitiv!

00:43:58: Ich glaube es ist nicht nur erlaublich, ich glaube es total total wichtig... ...dass man den Diskurs das rüber führt.

00:44:03: und ich glaube verschwörungstheoretisch ist das überhaupt nicht weil wie du gesagt hast wir haben keine bessere Erklärung dafür.

00:44:09: Man liefert uns auch keine.

00:44:11: wenn dann sind das medial finde ich also teilweise Erklärungen.

00:44:16: wo ich dann Also wir haben die ganze Corona-Pandemie hinter uns und die ganzen Erklärungen.

00:44:20: Da hat man eher das Gefühl, dass es eigentlich zugetraut wird, dass wir zu hinterfragen oder das wie kritisch zu sehen.

00:44:27: Und das finde ich dann eher traurig.

00:44:29: aber auch dieses politische Kommunikationsthema hatten wir vorher in anderen Kontexten.

00:44:34: Aber es zeigt sich auch hier wieder ja?

00:44:36: Die Menschen sind nicht doof und wir haben alle einen inneren Wunsch, dass's uns gut geht, dass sie gesund sind.

00:44:42: Aber wir müssen die Menschen einfach besser abholen und besser unterstützen.

00:44:45: Und das geht über ein besseres Incentive-System, bessere Leitlinien ... Das muss aber am Ende die Politik natürlich liefern!

00:44:53: Nichtsdestotrotz können wir alle in Eigenverantwortung für unsere Gesundheit sorgen und die Angebote, die es eben auf dem Markt gibt auch in Anspruch nehmen.

00:45:01: Vielen vielen Dank Angelika dass du uns da einen tollen Ausblick gegeben hast darüber was es eben schon tolles gibt.

00:45:07: Ich glaube das war für mich ein sehr hoffnungsstiftendes Gespräch, weil irgendwann kommt ein Politikwechsel und da gibt es sehr schöne Zukunftsvisionen, denen man auf jeden Fall dann hinterherarbeiten darf.

00:45:20: Auf jeden Fall!

00:45:21: Vielen Dank!

00:45:23: Danke

00:45:23: dir!

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00:45:53: Und bis zum nächsten Mal bei Gesundsein.

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