#55 Wie spazieren wir eigentlich in die Unsterblichkeit? - mit Nils Behrens

Shownotes

Nils Behrens kennt die Longevity-Welt wie kaum jemand sonst, über 400 Podcast-Folgen und unzählige Gespräche mit den klügsten Köpfen der Szene. Ausgerechnet er beginnt sein Buch mit dem Satz, dass er Longevity hasst. In diesem Gespräch erfährst du, warum genau diese Haltung vielleicht der gesündeste Zugang zum Älterwerden ist und weshalb deine innere Einstellung zum Alter mindestens so viel zählt wie Sport, Schlaf oder Ernährung. Nils erklärt komplizierte Wissenschaft so, dass sie hängen bleibt, von Zombiezellen über die Kraftwerke in deinen Zellen bis zu der Frage, ob wir wirklich 120 werden können. Vor allem aber geht es um etwas, das in der ganzen Optimierungsdebatte oft untergeht: Genuss, echte Begegnungen und die Erlaubnis, das Leben auch zu leben. Du gehst danach garantiert entspannter mit dem Thema um und vielleicht sogar mit mehr Vorfreude aufs Älterwerden.

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Transkript anzeigen

01:00:00: Speaker 1 Hallo und herzlich willkommen zu einer neuen Episode im Gesundsein Podcast. Heute habe ich Niels Behrens zu Gast. Hallo Niels.

01:00:08: Speaker 2 Hallo Steffi, ich freue mich sehr, hier zu sein.

01:00:10: Speaker 1 Ich freue mich total, dich hier zu haben. Vor allen Dingen bist du ein Fellow-Podcaster, einer der noch sehr viel erfahrener ist als ich in dem Fall. Aber trotzdem teilen wir einige dieser Themen, die wir immer so beackern mit unseren Gästen. Vielleicht magst du dich aber ganz kurz vorstellen.

01:00:26: Speaker 2 Ja, sehr gerne, sehr gerne. Mein Name ist Niels Behrens. Ich habe tatsächlich seit 2019 meinen ersten Podcast im Bereich Longevity gegründet. Der hieß damals Forever Young und der war ganz passenderweise ganz kurz vor Corona. Deswegen hat er sehr schnell sehr viel Aufmerksamkeit bekommen. Und das habe ich dann ungefähr 230 Folgen gemacht und dann bin ich irgendwann mal nach Berlin gewechselt und habe einen neuen Podcast gestartet, der heißt Healthwise. Und den mache ich jetzt auch schon. Wir sind jetzt glaube ich bei Folge 100, 86, 187, je nachdem wann diese Folgen rauskommen oder bis sie herauskommen sind, ungefähr diese Anzahl von Folgen.

01:01:02: Speaker 1 Das heißt wir sind insgesamt über 400 Podcast-Episoden?

01:01:05: Speaker 2 Ja, ich habe bei Healthwise nicht alle selbst moderiert. Es sind ein paar Co-Moderatoren noch mit dabei. Aber ich habe so mindestens 350 Interviews schon gemacht.

01:01:15: Speaker 1 Mega.

01:01:15: Speaker 2 Weil das was ich unterschlagen habe, ich hatte Healthwise, äh, Forever Young, eine Zeit lang auch noch mal als englische Visionen gehabt. Das heißt also, das gab es dann nochmal im Londoner Raum. Die sind sozusagen da nicht mitgezählt und von daher, nee, es sind schon deutlich mehr, es sind auch ehrlich gesagt ein paar nicht veröffentlicht worden. Also von daher die zählen natürlich auch dazu.

01:01:32: Speaker 1 Ja, definitiv. Die sind gemacht.

01:01:34: Speaker 2 Die sind gemacht, die sind gemacht, die sind dann nur letztendlich nie an die Ere gegangen.

01:01:38: Speaker 1 Ja. Ach super cool. Ich freue mich riesig, dass du hier bist. Nicht zuletzt, weil du diese ganze Erfahrung, diese ganze Wissen, deine ganze Expertise, die du über diese vielen Podcast-Episoden auch aufgebaut hast, ein Buch geschrieben hast. Und ich finde diesen Titel so unglaublich sympathisch. Du schreibst Spaziergang zur Unsterblichkeit. Mit kleinen Schritten länger besser leben. Was für mich jetzt damit sehr resoniert, ist, dass der Titel allein ja schon impliziert, dass du sagst, es ist total leicht, ne? Eigentlich wie ein Spaziergang, wenn man möchte gesund allzu werden. Und was zusätzlich mit mir resoniert ist, dass das mit diesem Podcast-Thema im Grunde genommen einhergeht, weil es mir darum geht, den Menschen Tipps und Tricks für den Alltag zu geben, was mir darum geht. Und dadurch, dass du schreibst, mit kleinen Schritten länger besser leben, zeigt eben auch, dass es gar nicht immer diese riesengroßen Intervention braucht, sondern eben vor allem diese kleinen Schritte im Alltag wichtig sind und auch funktionieren. Da sind wir komplett einer Meinung, oder? Dass das nur so geht.

01:02:37: Speaker 2 Ich glaube, dass es nur so geht, dass du erstmal den Leuten ein Verständnis aufbauen musst. Und da hilft es nichts, wenn ich dir jetzt die Biochemie erkläre, sondern ich glaube, die Menschen brauchen Bilder im Kopf. Und ich bin, glaube ich, schon mein Leben lang immer sehr guter drin, das ganze anhand von Metaphern und Analogien zu erklären. Das habe ich witzigerweise schon nicht bei früheren Erwerbungen. Und da habe ich das dann auch immer in die Briefings Suche eingeschrieben, sodass ich das immer als kreative Inspiration für die Kreation dann auch genutzt habe. Und das mache ich schon immer sehr, sehr gerne. Also ich bin so ein Erklärbeer anhand von Bildern und Analogien. Und ich glaube, wenn du dann einmal es für dich sozusagen verständlich erklärt ist und es dann auch noch Sinn macht und dann auch noch anwendbar für dich ist, dann kann es auch nur zur Verhaltensänderung kommen. Weil wenn du es irgendwie, wenn ich dir sage, mach mehr Sport, dann sagst du, ja, habe ich schon mal gehört, aber mache ich trotzdem nicht. Aber wenn ich dir das versuche, dann eben halt das dann deutlich zu erklären, warum das so wichtig ist, dann kann es vielleicht etwas mehr bei dir auslösen.

01:03:34: Speaker 1 Ja, und ich muss sagen, diese eingängliche Sprache, die du jetzt als einer deiner Stärken sozusagen auch auch genannt hast, die erkennt man in deinem Buch, muss ich sagen, weil viele Fachbücher zum Thema Langlebigkeit oder auch Gesundheit sind natürlich häufig erst mal komplex. Also den Erklärbeer zu machen ist ja das eine. Aber ich glaube, wie man das dann macht, ist das andere. Und du schaffst es für mich echt ganz gut, dieses Thema so aufzubereiten, dass man sich das gut merken kann. Dass es eingänglich ist. Du hast den Menschen dadurch auch so ein paar Abkürzungen nicht im Sinne der Faulheit, sondern einfach im Sinne der Verständlichkeit gegeben, an denen man sich so ein bisschen festhalten kann. Und das finde ich total schön. Und ganz am Anfang hast du auch Benjamin von Stuckrad Bahrre zitiert, weil du mit ihm eine Korrespondenz zum Thema hattest. Wie ist das überhaupt entstanden eigentlich?

01:04:23: Speaker 2 Ach, das ist eine ganz interessante Geschichte. Ich habe ihn, ich kenne ihn ehrlich gesagt schon ein paar Jahre, habe ihn mal kennengelernt durch Udo Lindenberg. Da haben wir mal eine Reise ge-, also ich habe mal das Glück gehabt, mit Udo Lindenberg ganz zusammen eine Reise zu organisieren auf einem Kreuzfahrtschiff.

01:04:38: Speaker 1 Wie lustig.

01:04:38: Speaker 2 Und da war er immer als Gast, aber dann haben wir es lange aus dem Augen verloren. Wir haben uns jetzt in Berlin wieder gesehen, wohnt ja da im Turn-in-Bekinni-Hotel. Ich glaube, das ist auch öffentlich bekannt. Das ist sozusagen sein großem Vorbild, Udo Lindenberg nachgeeifert ist und

01:04:49: Speaker 2 auch im Hotel wohnt.

01:04:50: Speaker 2 Und na ja, und

01:04:51: Speaker 2 auf jeden Fall haben wir uns da sehr viel über das Thema Subliments ausgetauscht und so und aber trotz allem ist er ja eher der Immigre von Short-Gervity, sage ich mal, als von ich von Long-Gervity. Auch inspiriert von Udo Lindenberg. Genau, und da hat er, netterweise, hat er mir dann so ein bisschen eine Hämme hergeschrieben und da hat er mir dann so ein kleines Statement für meinen Buch daneben gegeben.

01:05:10: Speaker 1 Ja, und ich finde, das ist total spannend, weil es geht dabei um dieses Spannungsfeld zwischen, ich nenn's mal, ja Long-Gervity und auch Now-Gervity, kam ja auch kürzlich so irgendwie als Begriff auf. Was meint das? Also Long-Gervity natürlich gesund länger leben und das Now-Gervity, unsere ganze Bemühungen fokussieren sich eigentlich darauf, das hier und jetzt sozusagen gesund und gut zu leben. Und mein persönlicher Take ist, eigentlich müsste sich das ja beides gar nicht ausschließen, sondern im Gegenteil und genau auf dieser Notiz endest du ja auch dein Buch in dem Sinne. Aber Benjamin von Schokat Bar hat eben für dich geschrieben, dass es sich bei Long-Gervity ja eigentlich um zum Beispiel einfach nur einen modischen Anstrich steinalter Konzepte handele und man doch eigentlich auch mal hinterfragen müsste, wie attraktiv das denn ist, ein Leben zu leben, was wirklich nur darauf fokussiert ist, Tage und Nächte damit zu verbringen, das Leben auf ewig zu verlängern. Ja, also es ist ja eigentlich total eigentlich irre, wenn man so darüber nachdenkt. Und er hat das so toll formuliert. Und deswegen mal die rhetorische Frage an dich. Ist Long-Gervity, ist es das Wert, wie er sagte, eine beschissene Gegenwart zu leben, um dann am Ende ein paar Tage länger hinten ranzuhängen?

01:06:22: Speaker 2 Also der erste Satz, den ich geschrieben habe in dem Buch ist ja ich hasse Long-Gervity. Und da geht es im Grunde eigentlich genau um diesen Aspekt, dass ich glaube, dass viele Menschen jetzt, also wir sind da ja auch teilweise immer so typisch Deutsch, das heißt also, dass wir dann irgendwie glauben, jetzt haben wir es verstanden, jetzt muss das alles komplett regelkonform sein. Und es gibt nur eine Regel und die ist jetzt...

01:06:44: Speaker 1 Jetzt gibt es hier den Blueprint.

01:06:45: Speaker 2 Genau. Und dann glaube ich nicht. Und ich glaube eben halt für mich persönlich ist es eben halt ganz wichtig, das rauszuziehen, was für mir passt, in mein Leben passt. Und was ich eben halt auch gerne umsetze. So wenn mir jetzt sozusagen der, du nennst das Thema Blueprint, da gibt es eben halt diesen Multimillionär Brian Johnson, der so quasi daran arbeitet, als das, ich sage jetzt mal Geni-Picture, also hier Versuchskaninchen, Versuchskaninchen für die Welt zu gucken, wie man es schafft, nicht zu sterben. Und das Leben, was er führt, ist das, was sozusagen für ihn jetzt runteroptimiert ist. Nichtsdestotrotz würde ich sagen, sind für viele Leute würde man das nicht als Leben bezeichnen. Genau. Also nicht als Lebenswert, sagen Sie mal so. Und ich habe ihn persönlich gern lern dürfen. Und ich habe eben halt festgestellt, der ist sehr glücklich mit dem, was er so tut und so. Aber das heißt ja nicht, dass das jetzt wie alle, der steht morgens um fünf Uhr auf, hat da eine ganz feste Routine jeden Tag. Der nimmt seine letzte Malzeit um 11.30 Uhr zu sich, ist jeden Tag das Gleiche, macht jeden Tag der euch in Sport und so weiter alles und so. Und das ist eben halt so das, wo ich sagen würde, nee, also wenn das jetzt sozusagen für mich jemand sagen würde, so müsste ich jetzt das weitermachen, damit ich niemals sterbe, dann würde ich sagen, ja, aber was habe ich dann von dem Leben?

01:07:57: Speaker 1 Genau.

01:07:57: Speaker 1 Macht die halt in dem Fall keinen Spaß.

01:07:59: Speaker 2 Genau. Genau. Und dafür gibt es eben halt andere Dinge, die eben halt für mich total toll sind. Das heißt also, ich liebe es, Sport zu machen so. Und bin da mittlerweile jetzt irgendwie auch in so Routinen drin, die ich mir über die Zeit aufgebaut habe. Aber auch da ist auch die Vielfalt das, was mir Spaß macht. Das heißt also, ich möchte nicht jeden Tag den gleichen Sport machen oder das gleiche Gymnien oder gleichen Übungen machen, sondern ich möchte eben halt auch da meine Vielfalt haben. Und das ist eben halt das, was bei mir sozusagen etwas ist, was mir heute Spaß macht. Das heißt also, ich bin ganz witzigerweise, habe ich irgendwie gar nicht so gezielt strategisch, aber es ist meistens so, dass ich irgendwie jedes Jahr irgendwie eine sportliche Betätigung besonders viel mache. So, das ist dann letztes Jahr, dann ist das dann mal Paddl gewesen. Es war auch schon mal Golf, es war mal Stand-up Paddlin', es war noch mal Paddl. Ich wusste mal, das war immer gerade auch. Aber es gab auch mal ein Jahr, wo ich dann ganz viel immer halt Gymn gegangen bin, Kraftsport gemacht habe und so. Und alles findet dann irgendwie weiter in den Stadt, aber nicht mehr in dieser Intensität. Und keine Ahnung, was jetzt das Intensive für 2026 sein wird, das kann ich dir heute noch nicht sagen. Aber wie gesagt, ich überleg's mir auch nicht so strategisch, sondern es ergibt sich heute. Das ergibt sich dann. Und das liegt einfach daran, dass ich einfach sehr neugierig bin auf neue Sachen, neue Themen auszuprobieren. Und dadurch ich dann einfach Lust habe, in einen Kaninthinbau ein bisschen tiefer reinzugehen und dann zu gucken, wie es da so ist.

01:09:21: Speaker 1 Ja, da hilft es dann nur, sich selber gut zu kennen und zu schauen. Wie bewege ich mich am meisten, entweder indem ich was Neues ausprobiere und meine Neugier befriedige oder vielleicht so. Ich brauche wie Brian Johnson, wie meine absolute Programmroutine. Das mache ich jeden Tag, Tag, einen Tag aus. Und darin blühe ich total auf. Das, was ja diese beiden Ansätze aber trotzdem verbindet, ist, dass es dir auf jeden Fall wichtig ist, dass es immer so eine wissenschaftliche Anlehnung hat. Das heißt, du weißt auch sehr viel über die, ich sag mal, wissenschaftliche Forschung zum Thema Long-Javity. Du erwähnst zum Beispiel in deinem Buch auch die 12 Hallmarks of Aging. Ja, das sind sozusagen diese 12 Faktoren, die erklären, warum unsere Körper, warum wir biologisch altern. Und vielleicht kannst du noch mal ganz kurz darauf eingehen und auch sagen, wie du diese 12 Hallmarks aber auch vereinfacht hast. Weil dir war es wichtig, diese Brücke zu schlagen zwischen dieser Wissenschaft und dem alltags anzuwändenden Wissen, sozusagen. Was würdest du wollen, dass deine Leser davon vor allen Dingen mitnehmen von diesen 12 Hallmarks of Aging?

01:10:17: Speaker 2 Also grundsätzlich das Faszinierende und ich glaube, das ist auch so mich, werde ich manchmal wieder gefragt, warum ich glaube, dass jetzt gerade so ein Riesenhype um das Thema ist. Und ich glaube, dass genau diese 12 Hallmarks der Grund für diesen Hype ist. Weil mit der Tatsache, dass wir verstehen, warum wir altern, ist natürlich auch die Lösung sozusagen dann zum Greifen nahe, dass wir es nicht mehr tun.

01:10:38: Speaker 2 So, und da forschen eben halt jetzt ganz viele Menschen im Amdi gerade dran, dass sie eben halt gucken, wie können wir das aufhalten. Und ich habe dann deswegen mal diese 12 Hallmarks dann, weil ich glaube, wenn ich jetzt irgendwie über sinnezente Zellen spreche, wird den meisten Leuten das nicht sagen. Und so um ich dann vielleicht noch sage, ja, Zombiezellen, dann sagen wir, oh, das klingt ja fürchterlich, aber viel mehr bist du in deinem Wissenstand in den 12 Halls auch noch nicht. Und deswegen habe ich zum Beispiel dieses Buch dann im Buch dieses Beispiel erklärt, wenn du dir jetzt vorstellst, du hast einen typischen Supermarktparkplatz und dieser Supermarktparkplatz, den ich mir jetzt einfach mal an, der hat 50 Plätze. So, und die brauchst du natürlich, damit die Leute einkaufen gehen können. So, und abends ist der Parkplatz leer. Und wenn du dir dann vorstellst, jetzt lässt einer seine Schrottkarre da stehen. Und dann hast du auf einmal nur 49 Parkplätze. Das heißt, es kann einer im Laufe des Tages weniger parken. So, das sind ja meistens nicht nur eine Person, sondern es wechselt ja immer regel alle 20 Minuten, sage ich mal so, ist dann die die Autos einmal durch. So, und so ähnlich ist es eben halt bei unseren Zellen auch. Da gibt es eben halt Zellen, teilen sich immer weiter und immer weiter. Und wenn sie fertig sind mit ihrer Teilung, dann sind sie weg. Und dann machen sie Platz für neue Zellen, die wieder anfangen, sich zu teilen. Also von daher, du verstehst die Analogie sozusagen zum Supermarktparkplatz. Und jetzt kann man sich eben halt vorstellen bei den Senezenten Zellen. Ist es so, dass eine Zelle aufgehört hat sich zu teilen, aber nicht verschwindet. Das heißt, die bleibt einfach da. Und genauso wie das Auto dann in zweites Fall anfängt, dann nicht nur die Objekt zu ruinieren, sondern auch noch Öl auszulaufen. Dann kann es eben halt dazu führen, dass es eben halt bei den Senezellen auch so ist, dass die eben halt etwas aus, sondern was nicht gut für dich und dein Körper ist. Und ich erkläre das eben halt. Ich glaube, damit hat man dieses Bild der Senezenten Zellen ganz gut verstanden. Auf der anderen Seite denkt man, oh, das würde ich auf jeden Fall auswerden. Und es gibt mittlerweile Möglichkeiten. Da schreibe ich ein Buch auch drüber, sogenannte Synolytika. Das sind eben halt Medikamente, die da versorgen, dass eben halt diese Zellszenizenz abgebaut wird bzw. eben halt Senezente Zellen eben halt auch weggehen. Und jetzt gibt es aber eben halt auch eine sehr bekannte Krebsforscherin, die Hannah Heikenwälder, die dann eben halt sagt, na ja, aber es ist nicht so, dass Zellszenizenz komplett sinnlos ist, sondern es muss man sich vorstellen, es sind sowieso Bremsklötze für, ich sage es mal, das Zellwachstum.

01:12:53: Speaker 1 Die haben auch eine gute biologische Funktion in den Sinn.

01:12:55: Speaker 2 Zum einen gewissen Teil eine gute biologische Funktion, weil Krebszellen sich eben halt genauso wuchern wie eben halt gesunde Zellen. Und deswegen ist es ganz gut, wenn die mal irgendwie an den einen und anderen Bremsklotz dann gerade. Und das ist eben halt genau der Punkt, wo man eben halt sagt, man kann jetzt nicht sagen, ich habe diese 12 Hallmarks und ich möchte jetzt alle eliminiert haben, sondern ich möchte im Grunde genommen eigentlich gucken, dass ich sie vielleicht etwas runter reguliere. Und da ist es so wie eigentlich alles in der Medizin, die Menge oder die Summe macht das Gift sozusagen, die Dosis macht das Gift, so heißt es genau. Und deswegen also gewisse Zellszenizenz abzubauen ist gut. Also zu viel Zellszenizenz ist schlecht, gar keine mehr zu haben, wäre halt auch nicht so gut.

01:13:34: Speaker 1 Und ja, das ist ja auch das Spannende an der ganzen Longjavity Forschung, weil wir eben noch ganz viele große Fragezeichen auch in dem Sinne haben. Wie man sozusagen die gute Zellszenizenz steuern kann, die schlechter aber auch und wie man das sozusagen beeinflusst. Das sind ja alles spannende Sachen, die wahrscheinlich hoffentlich dann noch auf uns warten, diese spannenden Antworten. Das heißt, das Thema Zellszenizenz ist das andere und du schreibst natürlich auch oder du hast auch in deinem Podcast mal schon sehr viel über Mitochondrien zum Beispiel gesprochen und hast auch zu mir gesagt im Gespräch, das ist so ein zweites Konzept, was du ehrlich gesagt sehr wichtig findest, was die Leute auch zu den Hallmarks auf Aging verstehen.

01:14:09: Speaker 2 Nein, die Mitochondrien, das ist im Grunde genommen eigentlich etwas, was in der Zeit dann eben halt anfängt, so ein bisschen auch von der Effizienz schlechter zu werden. Und was sind die Mitochondrien? Das ist nichts anderes als die Kraftwerke in unseren Zellen. Und diese Kraftwerke produzieren etwas, das nennt sich ATP. Und ATP ist sozusagen unser Widerstrom, der aus der Steckdose kommt. So, das ist also unsere Energiewährung. Und das Witzige ist, dass mich neulich eine Kollegin auch angesprochen hat, ich meinte, ohne ATP könnten wir jetzt hier nicht aufrecht sitzen und auch nicht mit dem Kopf nicken oder die Hände bewegen. Na, hat sie gesagt, das stimmt doch nicht, wir haben doch unsere Muskeln. So, und dann sag ich so, naja, aber ohne ATP können wir die nicht ansteuern, also nicht bewegen. So, also es ist wirklich Widerstrom. Und das Thema Leichenstahre zum Beispiel entsteht erst dann, wenn kein ATP im Körper mehr ist. Das heißt also, dadurch werden wir erst so in der Leiche dann starr. Und jetzt geht es einfach darum, dass wir im Laufe des Alters wir eben halt weniger Energie produzieren. Und deswegen gibt es ja momentan so diesen Hype, um NAD plus, NAD plus ist, wenn ich bei dem Bild bleibe, dass das ein Kraftwerk ist, ist, dass der Brennstoff, den wir

01:15:13: Speaker 2 da verbrennen. Und bei der Energieproduktion. Bei der Energieproduktion, genau, damit wir ATP haben. Und jetzt ist es so, dass der NAD plus Spiegel mit dem Alter sinkt. Und deswegen versucht man den wieder hochzubringen, damit wir wieder mehr Energie haben. Jetzt ist aber bei vielen so, dass die Kraftwerke an sich nicht mehr so gut funktionieren. Das heißt also.

01:15:33: Speaker 1 Da hilft auch keiner NAD plus.

01:15:34: Speaker 2 Nein, das ist so, wenn der Motor kaputt ist und wenn du dann versuchst, mehr Treibstoff reinzubringen, dann wird der Motor nicht besser

01:15:40: Speaker 2 funktionieren.

01:15:41: Speaker 2 Und das ist sozusagen das, was viele Leute nicht verstehen. Die denken immer so, oh, mehr Energie, weil ich mehr Treibstoff reinbringe. Aber nein, du musst erstmal dich eben halt um deine, deine Kraftwerke an sich kümmern, dass die gut funktionieren. Und dann kannst du dann als zweiten Schritt sozusagen auch wieder dafür sorgen, dass der Kraftstoff wieder genügend da ist.

01:15:59: Speaker 1 Genau. Ja, und dieses Bild der Mitochondrien generell, man kann das ja extra polieren. Ja, das Mitochondrim ist das eine. Aber alles, was du über das Mitochondrim sagen kannst, kannst du eigentlich auch über den Körper insgesamt sagen. Und deswegen finde ich es eigentlich mal so spannend, diese, diese Kraftwerke der Zelle irgendwie zu verstehen.

01:16:15: Speaker 1 Du hast dann in deinem Buch natürlich über diese obligatorischen Kategorien geschrieben, die über die man sozusagen das eigene Alter natürlich beeinflussen kann. Sport, Bewegung, Ernährung und Supplements, Schlaf, Recovery und Atmung, Mindset und auch soziale Kontakte.

01:16:33: Speaker 1 Ohne jetzt auf all diese sechs Kategorien mal im Detail eingehen zu wollen. Aber mich würde total interessieren, was dein persönliches Lieblingskapitel war, dass du hier geschrieben hast.

01:16:44: Speaker 2 Also erstens muss ich sagen, ich

01:16:47: Speaker 2 wirklich gemerkt, wie ich so über das Schreiben hinweg anfing, mein Schreiben ist hier auch zu verändern. Das ist ja mir ganz lustig. Und deswegen ist es so, ich wurde irgendwann erzählerischer und dadurch, ich habe viel mehr Teile dann irgendwie mit reingebracht, was mir mal passiert ist beim Thema Atmung. Erzähle ich darüber, wie ich in der U-Bahn in London eingefärgt war und wie mir dann im Grunde um eigentlich diese, diese clausophobischen Anfall dann sozusagen, wie die Atmung geholfen hat. So oder wie ich dann an einer anderen Stelle erzähle ich dann eben halt über das Thema Meditation und Eisbad in der Kombination und so was, wie ich dann persönlich auch in meinem persönlichen Eisbad lag. Und deswegen kann ich schon sagen, liegt es in der Tudelsache, dass dann das sechste Kapitel dann auch mein Liebstes ist, weil ich da dann einfach voll, also ich habe es wirklich so chronologisch runtergeschrieben und deswegen hat es mir dann immer mehr Spaß gemacht.

01:17:33: Speaker 1 Und also Recovery und Atmung in dem Fall.

01:17:36: Speaker 2 Nee, das letzte Kapitel ist tatsächlich dann das Thema soziale Kontakte.

01:17:39: Speaker 1 Ah, OK.

01:17:40: Speaker 2 Und bei dem Thema soziale Kontakte hat mir deswegen das auch so viel Spaß gemacht, weil ich irgendwann mich auch getraut habe Sachen mit rein, getraut, komisch, aber Sachen mit rein, dass wir eigentlich nicht reingehören. Was heißt das nicht, nicht reingehören? Ich erspreche eben halt über das Brocken-Hard-Syndrom und warum wird es nicht rein, weil es nichts mit Langlebigkeit zu tun hat. Also das Brocken-Hard-Syndrom hat nichts direkt mit Langlebigkeit zu tun. Nichtsdestotrotz ist es eben halt sehr faszinierend. Man kennt das, dass wenn so eh Paare dann einer von beiden stirbt, bis der andere dann kurzzeit danach auch stirbt. Das Interessante ist aber, dass es in der, man kann es im Ultraschall sehen, dass das Herz sich nach diesem Verlust verändert hat. Das heißt, also es ist tatsächlich etwas, was nachweisbar ist. Das ist nichts, was du nur im Kopf hast, sondern was eben halt eine körperliche Reaktion in deinem Herz nachweisbar ist. Und deswegen fand ich das so spannend, mit reinzubringen, um einfach mal wirklich einen physischen Beweis dafür zu bringen, wie wichtig eben halt dieses Thema soziale Kontakte und Leute zu lieben und persönliche Verluste eben halt sind.

01:18:43: Speaker 1 Ich verstehe das total gut.

01:18:45: Speaker 2 Und das sind so Dinge, die mir unglaublich viel Spaß gemacht haben. Dann habe ich ein Artikel über das Jahrhunderte Einsamkeit gefunden in einem New York-Talbensmagasin, was mich total angesprochen hat, wie sehr wir in den letzten 100 Jahren dafür

01:19:02: Speaker 2 daran gearbeitet haben, dass wir immer mehr vereinsamt sind. So und das sind dann solche Dinge, wie gerade jetzt auch in den letzten Jahren Homeoffice. Das nimmt natürlich die Möglichkeit der sozialen Kontakte.

01:19:13: Speaker 1 Total.

01:19:13: Speaker 2 Uber Eats oder Leverando sozusagen, sich essen liefern zu lassen, statt Essen zu gehen. Ich zitiere momentan immer so gerne, weil mich das echt einfach wirklich total überrascht, weil es so ein Zeichen der Zeit ist, dass ein neuer Film mit Matt Damon und Bern Erfleck, zwei wirkliche Menschen, die durch Hollywood groß geworden sind, der wurde nur für Netflix produziert. Das heißt, den kannst du gar nicht im Kino sehen. So auch wieder eine Begegnungsstätte weniger. So und das finde ich eben halt so so so spannend. Wenn du das anschaust, die Architektur und und es gibt so viele Dinge, die alle dafür sorgen, dass wir immer mehr vereinsam.

01:19:50: Speaker 1 Ja, super spannendes Beispiel. Eigentlich müsste wäre Netflix, dass der Gesellschaft schuldig mal so Public Viewings oder so zu organisieren.

01:19:57: Speaker 2 Ja, immer wieder ins Kino zu gehen. So und das sind das das sind eben auch

01:20:01: Speaker 1 für solche Unternehmen, die dazu führen, eigentlich auch ein bisschen mehr Verantwortung dafür, vielleicht zu übernehmen, für das, was auch sich negativ entwickelt hat und nicht nur positiv.

01:20:09: Speaker 2 Ich habe gerade eine neue Wohnung in Köln angemietet und da steht zum Beispiel ein Palettenbike drin. Und ich muss ganz ehrlich sagen, ich weiß es nicht. Ich benutze so was nicht, weil ich gehe dann lieber in eine Spinning-Klasse. So nicht, dass die wahnsinnig kommunikativ ist. Das muss man teilweise auch sagen. So aber nicht, dass ich trotz bin, ich trotzdem immer noch so ein sozialer Mensch, dass ich sage, nee, ich schwitze lieber mit anderen unter Leuten, als dass ich die Leute im Bildschirm

01:20:32: Speaker 2 sehe. Theoretisch heißt ja nur, ich sehe dann Namen, dass die dann mit mir gleichzeitig dann irgendwie davon fahren.

01:20:37: Speaker 2 das sind so Dinge, da ich mein, du bist wahrscheinlich bist du Gen Y und ich bin Gen X. Und und es ist ja normal, dass jede Generation, das ist schon seit hunderten von Jahren so, lässt das immer über die Nachfolge. So und und dementsprechend, also ich über die Weiß, du lässt es nicht X über die Z. So.

01:20:56: Speaker 2 Und ich muss da wirklich in den Landse. In Tui, breche ich in dem Buch auch für die Gen Z, weil die haben es verstanden.

01:21:02: Speaker 2 Die sind jetzt gerade dabei, wirklich ihre sozialen Medien jetzt wieder in die echte physische Begegnung zu bringen. Und das ist eben halt dieses große Phänomen der Run Clubs jetzt zum Armlex. So dass das wirklich die wollen nicht mehr saufen und feiern. So die wollen sich trotzdem noch begegnen. Und deswegen finden sie eben neue, neue Möglichkeiten, sich zu begegnen. Und das finde ich ist eben halt ein ganz, ganz toller Trend.

01:21:24: Speaker 2 Das Gleiche ist eben halt und diese Run Clubs sind ja mittlerweile so, dass sie sich jetzt auf alles übertragen. Also auch wir haben von Sunday Natural aus ein Paddle Club gegründet, so wo wir dann Leute zusammenbringen. Genauso fängt es eben halt an. Bei mir in der Nachbarstraße da in Scharlottenburg gibt es so ein Porzellanmal Ding, wo ich am Anfang dachte, so, OK, wer macht das denn? Und ich ist mal mit mich vorbei laufe, sehe ich, dass da die ganzen Jensies dann irgendwie drin sitzen und es total so ein gesellschaftliches Happening ist. Jetzt gemeinsam, ich habe mich zu bemalen.

01:21:53: Speaker 1 Mein alterer Sohn zum Beispiel, der liebt das. Es gibt nichts für ihn, was er nicht liebe macht als jetzt mit mir mit Mama Keramik mal zu gehen.

01:22:00: Speaker 2 Aber das hatte ich erwartet, dass Kinder das gerne machen, hätte ich erwartet.

01:22:02: Speaker 1 Und genau und dann sitzen da absolut und dann sitzen da um uns herum. Nicht Mütter mit Kindern, sondern genau wie du sagst, die ganzen Jens sind jungen Leute, die sich dazu dritt zu viert an den Tisch setzen, sich gleich noch einen Kaffee bestellen und Porzellan malen. Und das hat mich auch total überrascht. Ich ja absolut 100 Prozent überraschend. Aber supergute Entwicklung, wie du sagst.

01:22:23: Speaker 2 Supergute Entwicklung. Also von daher, das ist so das, was man echt freut, weil auch darüber. Und das ist so, das klingt irgendwie so komisch, also ob das so einfach hingehauen ist, aber Einsamkeit ist so ungesund wie 15 Zigaretten am Tag. Und

01:22:36: Speaker 2 auch dafür gibt es Studien, die das eben halt beweisen. Genau. Und das ist eben halt genau das, wo man eben halt sagen muss, dass

01:22:44: Speaker 2 die die wichtigste Erkenntnis, die wir mittlerweile haben, dass das gesundes Alter nur möglich ist in Gesellschaft.

01:22:50: Speaker 1 Ja, das ist total wichtig und sich das in seinem Lebenskonstrukt vielleicht wirklich bewusst zu machen und sich zu überlegen, vielleicht wohl nicht alleine, ja. Aber welche Aktivitäten kann ich gemeinsam mit anderen Leuten gemacht als allein ins Gym zu gehen oder so? Was ich auch total schön finde an Entwicklung ist, dass es jetzt mittlerweile nicht nur diese Fitnessstudios gibt oder oder generell so Sportkurse, wo man gemeinsam hingehen kann, zum Beispiel, sondern auch so Recovery Studios zum Beispiel, ja, wo Menschen dann wirklich zum Entspannen gemeinsam hingehen können. Und das finde ich hat auch ganz viel so Kraft, weil auch dieses gemeinsame Entspannen in der Sauna sitzen, gemeinsam zu atmen, neben 20 Leuten irgendwie in Gong Soundbars oder so zu genießen. Das hat noch mal eine ganz andere Qualität, als das jetzt zu Hause alleine zu machen. Und deswegen finde ich diese Entwicklung auch super, super schön, weil das jetzt auch in diesen Recovery Erholungsbereich getragen wird. Dazu kommt ein kleiner Teezer auch bald eine super spannende Folge mit einer ganz super spannenden Dründerin in dem Bereich. Aber wieder zurück zu deinem Buch, Niels. Du hast dann diese sechs Kapitel auch abgeschlossen mit den vier Els. Das ist von dir oder? Dass das du dir überlegt?

01:23:55: Speaker 2 Nein, die Credits gehen tatsächlich die drei Els gehen auf mein Freund Florian Langschalt zurück.

01:24:02: Speaker 2 Kennt man vielleicht von diesem Langzeit Lexika, so wie mit dem gelben Lexika mit dem blauen L drauf. Und Florian ist jemand, der sich seit über 30 Jahren, ich glaube mit 40 Jahren schon mit dem Thema Glück im Sinne von glücklich sein außeneinander ist, also nicht Lack, sondern Happiness.

01:24:19: Speaker 2 Und der hat eben halt ein Buch über gesundes Alter, glücklich im Alter geschrieben. Und da habe ich tatsächlich die drei Els her, weil sie bei mir so wahnsinnig resoniert haben. Es sind drei Ursprüngliche und deswegen habe ich sie dann auch aufgenommen als so Quintessenz von eigentlich fast all meinen Kino, die ich so halte.

01:24:37: Speaker 2 Und dann hat eine eine Person aus dem Publikum gesagt, da fehlt ein L. Und vielleicht kläre ich jetzt einmal kurz erst mal, was die drei Els sind. Also die drei Els sind Laufen, Lernen, Lachen. Und Laufen steht eben halt für das Thema Bewegung, Beweglichkeit, wobei man fairerweise sagen muss, dass es eigentlich die wichtigere Komponente für ein langes, gesundes Leben Erkraftarbeit ist. Deswegen im Englischen habe ich dann eben halt Lift, Learn, Laughing auch gemacht, da ich auch jetzt nicht wüsste, wie ich es andere ja, R-R-Running gewesen. Also deswegen, es funktionieren die drei Els auch im Fondition.

01:25:08: Speaker 2 Aber eigentlich sogar noch besser, weil Lifting natürlich also Gewichte heben eigentlich viel besser das trifft. Aber trotz allem steht für Sport und Bewegung eigentlich vor allem darum, sehr aktiv zu sein. Steht das Laufen, das Zweite ist Lernen. Steht eben halt für dieses Mindset, eben halt diese Offenheit für Neues, für Veränderungen. Ich spreche ja auch da eine Landseite, das Thema Neugier,

01:25:28: Speaker 2 wahnsinnig wichtig ist, dass man eben halt immer wispigerisch bleibt. Und das Thema Lachen steht eben halt für die sozialen Kontakte.

01:25:36: Speaker 2 also Lachen kann man eben halt üblicherweise nur alleine, nicht alleine, sondern macht man meistens jemand mit anderen Leuten zusammen. Auch da kommen wir wieder zu einem Kinokino. Ich glaube, ich weiß nicht, ob du diesen Film gesehen hast, der Junge muss an die frische Luft holen.

01:25:48: Speaker 1 Ja klar, klar. Mit Raffi Kackelling und das Video. Wunderfühler Film. Über meine Heimat, das Ruhrgebiet.

01:25:52: Speaker 2 Ja genau. Und da ist es mal für so. Ich glaube, ich kann mich nicht daran erinnern, dass ich so viel gelacht habe am Stück in den letzten Jahren. Also es ist wirklich über, fast weiß ich nicht, wie lange, der ist 90 Minuten. Und ich hatte nachher das Gefühl, dass ich Schwimmen heute an den Augen entwickelt hätte, weil ich entweder gelacht oder geweint habe.

01:26:12: Speaker 1 Ja genau, ich wollte grad sagen, das war aber auch ein Auf und Ab. Wahnsinn. So ein Lachmäul, der ist auch wirklich traurig und geröst.

01:26:18: Speaker 2 Ja, aber auch wirklich so herzlich gelacht, also Tränen, gelacht und geweint. Und von daher auch wieder etwas, was ich glaube, hätte ich den Film zu Hause alleine gesehen, nicht so passiert werden. Und das war natürlich etwas sehr Kollektives, was man dann erlebt hat. Aber ich komme jetzt zurück zum Thema Lachen. Ist eben halt etwas, was man in der Gesellschaft hat. So und dann hatte ich dann diesen Vortrag dann gehalten und dann hatte eine Dame, die war mit Sicherheit schon Mitte 60, Ende 60, Mitte Ende 60, die meinte, da fehlt ein L. Und ich so, oh, welches L fehlt denn? Und sagt sie lieben. Und dann meine ich dann so, das stimmt eigentlich, dass L für lieben fehlt. Weil letztendlich ist das der Grund, warum sich das ganze Thema auch lohnt, lange zu leben.

01:26:58: Speaker 2 auch da geht es einfach darum, nur wenn man geliebt wird, wenn man Leute liebt, da hat man auch die Moderation eben halt so lange dann auch dabei zu.

01:27:05: Speaker 1 Ja und ich glaube, Liebe passt auch. Also zieht sich, würde ich sagen, so auch durch diese anderen drei durch diese Liebe zum Leben, habe ich mir dann darunter auch gedacht. Also nicht nur jetzt, man denkt dann immer romantische Liebe, ein paar Beziehungen etc.

01:27:19: Speaker 1 Aber ich würde wirklich so weit gehen zu sagen, Liebe, die man generell jeden Tag fühlen kann, egal zu wem, egal zu was, zu dem, was ich auch beruflich mache, zu dem, wie ich mit anderen Menschen umgehe, zum Wetter, zum Ort, an dem man lebt. Vielleicht. Ich glaube, solange man Liebe fühlt und das möglichst viel, ist das einfach eine wahnsinnig gute, ja, ein guter biologischer Zustand auch, für unsere Zellen, für unseren, unsere Samenkörper.

01:27:46: Speaker 2 Total gute Energie.

01:27:47: Speaker 1 Ja, genau. Und ich glaube, da liegt sehr viel mehr Wahrheit drin, auch wenn das manchmal vielleicht ein bisschen esoterisch klingen mag. Aber ich glaube auch da werden wir immer mehr auch wissenschaftliche Beweise wahrscheinlich sehen können, wie das in dem Fall von dem Broken Heart Syndrome auch schon schon ist.

01:28:04: Speaker 1 Super schön finde ich nämlich diese vier Els, die kann man sich total gut merken, ja, das, das als Alltagsbegleiter wirklich zu haben und immer wieder daran zu denken, dass man diese vier Els auf jeden Fall erfüllen kann. Du hast ja mit manchen Menschen auch schon gesprochen, die du im Podcast hattest, die glauben, dass wir dir und Sterbwichtigkeit ja wirklich nahe sind. Ja,

01:28:24: Speaker 1 also es ist ja wirklich kein nicht nur lange Leben, sondern Aubrey de Grey in dem Fall sagt ja, Longjabescape velocity, Longjavity escape velocity. Das kriegen wir bald hin. Glaubst du das auch? Also seid ihr da einer am Einung?

01:28:37: Speaker 2 Nein, ich glaube das nicht. Ich glaube das deshalb nicht, weil ich glaube, dass Körper und Geister so dicht beieinander noch irgendwie sind. Und ich glaube selbst, wenn wir also die Idee von Longjavity escape velocity ist, dass uns die Wissenschaft irgendwann mehr Jahre schenken wird, als wir altern können. So. Und das heißt also, dass wir dann eben halt irgendwann die Zeit zurückbringen.

01:28:58: Speaker 1 Das heißt salopp gesagt, alles das, was kaputt geht, können wir im gleichen Moment auch reparieren und deswegen passiert uns nicht so.

01:29:04: Speaker 2 Darüber hinaus. Ja, also wirklich so. Und wir haben da ja auch, das ist so interessant. Also für mich ist eine der der größten, größte Meilensteine gerade jetzt vor ein paar Wochen passiert, da nämlich die FDA, David Zinkler, den Harvard Professor, die erlaubnisgege war, eine Zellreprogrammierung in dem Fall in den Augen zu machen. Und diese Zellreprogrammierung klingt so, dass auch irgendjemand an den Kabel an das Auge anschließt. Nein, aber da wird im Grunde genommen eigentlich etwas in die Zellen. War einfach gesagt, initiiert, dass die Zelle vergisst, dass sie alt ist. Und damit im Grunde genommen eigentlich die wisse Altersdegeneration dann zurückgedreht werden. Und das ist insofern revolutionär, weil es war bisher nicht erlaubt. Also und wenn das im Auge jetzt tatsächlich erfolgreich sein wird, wird das eben halt auch auf andere Bereiche übertragen werden können. Und das ist ein Meilenstein, ein ganz großer Meilenstein. Nichtsdestotrotz sind wir irgendwann, glaube ich, kommen wir an den Punkt, wo dann irgendwann auch der Geist nicht mehr mitmachen wird. Und deswegen glaube ich nicht daran. Im Augenblick sind alle seriösen Wissenschaftler davon überzeugt, wir können 120 Jahre gesund leben. Aber danach ist Schluss.

01:30:09: Speaker 1 Danach ist Schluss. Und na ja, und ich stelle mir dann tatsächlich auch mal so ein bisschen die Sinnfrage. Also wofür wollen wir denn so, so lange alt werden? Die Frage will ich dir auch gleich noch stellen. Aber vorher nochmal ein Gedanke zu diesem, also zu dieser Sinnhaftigkeit. Irgendwann sind wir dann vielleicht doch irgendwann des Lebens müde und sagen, ich habe jetzt hier alles gesehen irgendwie, jetzt gibt mir das nächste gibt mir das nächste Level. Das habe ich zumindest mal schon in Gesprächen, sag ich auch mit älteren Menschen irgendwie so gehört, dass die sagen, es ist irgendwann auch einfach okay. Also Sterben gehört zum Leben. Und ehrlich gesagt freue ich mich auf die Erfahrung. Ja. Und ich hatte jetzt letztens einen tollen Podcast, der über eine Nahtoderfahrung gesprochen hat und gesagt hat, ich finde es irgendwie total spannend. Dann mitzubekommen, was danach kommt, weil in dem Moment, wo ich dachte, jetzt ist vorbei, war auch absoluter Frieden.

01:30:59: Speaker 1 das finde ich einfach super, super spannend, darüber nachzudenken. Warum wollen wir eigentlich so lange leben und unendlich leben? Und wollen wir das dann, wenn wir 120 sind, auch wirklich noch? Ich bin total gespannt darauf, das selber zu erleben. Du schreibst am Ende deines Buches, ein sehr schöner Satz, wie ich finde, den würde ich hier gerne mit deiner Erlaubnis mal spoilern.

01:31:20: Speaker 1 Du schreibst und vielleicht ist Long Javity nichts anderes als die Kunst, diesen Prozess bewusst zu gestalten, statt ihn nur zu erleiden. Was hast du damit gemeint?

01:31:31: Speaker 2 Du im Grunde schließt sich damit für mich so ein bisschen der Kreis zu dem, was wir am Anfang schon besprochen haben, weil ich finde diese aktive Gestaltung, also das, was ich versucht habe mit dem Buch zu machen, ist, dass wir Verständnis aufbauen, dass man sieht, welche Möglichkeiten man hat. Und ich erkläre das tatsächlich immer so wie einen Spaziergang durch eine Ausstellung, eine Ausstellung, die sechs Welten hat und diese sechs Welten hat dann eben halt verschiedene Exponate. Und dann ist das wie beim Ikea Einkauf, kannst du so ein bisschen für dich überlegen, was du mit in deinen Einkaufwagen reintun möchtest,

01:32:10: Speaker 2 was auch zu dir passt. Und deswegen finde ich es eben halt genau das, was ich meine, so dieses Long Javity selbst zu gestalten, ist genau das, was ich glaube, was für ein richtig sich richtig anführen muss und was dann auch gut funktioniert. Und wenn Brian Johnson eben halt sagt, dass er seine letzte Meistät um 11.30 Uhr zu sich ist, du dann aber selbst nach wochenlanger versucht dich daran zu gewöhnen, einfach hungry, also mich aus Hunger und Angry, dann irgendwie wirst. Oder aber das ist dir wahnsinnig fehlt an Lebensqualität, nicht mehr mit Freunden essen gehen zu können. Das ist für dich.

01:32:51: Speaker 1 Ist zumindest nicht die Currywurst oder die Pizza?

01:32:52: Speaker 2 Nein, gar nicht, gar nicht, weil du kannst ja abends mit denen nicht mehr essen gehen. So wenn du um 11.30 Uhr deine letzte Mahlzeit zu dir nimmst, dann kannst du abends nicht mehr essen gehen. Dann kannst du zwar dabei sitzen,

01:33:03: Speaker 2 geht nicht mehr. Auf fahren. Ja, genau. Ich habe tatsächlich hier eine Freundin in Berlin, die ist nie zum Mittag, sondern haben wir es dann trotzdem mal zum Mittagessen getroffen. Und dann kommst du dir schon ziemlich doof vor, wenn du dann da im Borchertsitz an den Schnitzel ist und sie sitzt hier gegenüber und hat eine Wassermezidrone, dann ist das irgendwie weird.

01:33:21: Speaker 1 Das ist irgendwie nicht gesellig.

01:33:23: Speaker 2 Ja,

01:33:24: Speaker 1 und das macht man mit den sozialen Interaktionen auch wahrscheinlich.

01:33:27: Speaker 2 Total, total. Und deswegen meine ich eben halt so dieses Longervetie für sich selbst zu gestalten, ist ein ganz, ganz wichtiger Punkt und etwas zu tun, was die auch gut tut. So und deswegen, ich halte wirklich und deswegen, ich glaube, der, das mein Buch, so der, die Lobhymne an ein nicht dogmatischen Longervetie Ansatz eigentlich so sein soll, weil was bringt es? Und da kommen wir dann zum Stuckerdbare Punkt wieder so was bringt es? Ein beschissenes Leben, eine Unendlichkeit zu verlängern. Genau. Das macht einfach keinen Sinn.

01:34:02: Speaker 1 Nee, es macht keinen Sinn. Wunderschön zusammengefasst an der Stelle, Niels. Und ich habe, als ich den Satz gelesen habe, noch an was ganz anderes gedacht.

01:34:10: Speaker 2 Oh, jetzt bin ich gespannt.

01:34:10: Speaker 1 Ja, genau. Und ich habe ehrlicherweise gedacht, dass du das auch so meint, ich war total überrascht. Das finde ich total witzig. Mich hat das so ein bisschen darauf gebracht und dieser Inseit war für mich persönlich so unglaublich wichtig. Unsere eigene Einstellung zum Alter werden, zum Prozess des Alters ist mindestens genauso wichtig wie all diese Faktoren, die wir schon besprochen haben. Also wenn du einen negativen Ausblick hast auf das Alt werden, dann ist das wie eine Self-fulfilling Prophecy. Dann denkt dein Körper ab jetzt wird es beschissen. Okay, heard you. Wir machen es jetzt scheiße. Und wenn du sagst, es ist total cool, ich bin jetzt älter, ich habe so viel mehr Erfahrung und ich weiß jetzt, wer ich bin. Und jetzt kann ich noch mal viel besser mein Leben gestalten, weil ich ja weiß, wie ich es gerne habe.

01:34:54: Speaker 1 Dann ist das eine ganz andere Qualität von Leben. Und ich glaube, selbst diese Einstellung macht das Leben lebenswerter, auch im Alter.

01:35:02: Speaker 2 Total. Also da sieht man, wie gut deine Intuition ist, weil zwei Sachen dazu. Also einmal, ich schreibe in dem Buch natürlich auch darüber, dass Leute, die ich zitiere, da glaube ich aus Leastel rappen, ich am told for this shit. Also das ist ja der Merto, der dann immer wieder sagt, ich bin halt zu alt für diese Scheiße, dann sowieso. Und das tatsächlich Leute, die sich für etwas zu alt fühlen, tatsächlich schnelle Altern. Also das ist durch verschiedene Studien belegt worden. Und jetzt kommt aber ein ganz witziges Zusammenhang. Ich habe vor letzen Wochen, glaube ich, ich letzte oder vorletzte Woche habe ich gerade einen Artikel für Focus Online dazu geschrieben, dass Angst vor dem Alter ein schneller Altern lässt. Und das ist tatsächlich interessant. Also ich finde, das ist das ist ja...

01:35:44: Speaker 1 What are we? I mean, what are we doing?

01:35:45: Speaker 2 Ja, genau.

01:35:46: Speaker 1 Das ist ja total verrückt.

01:35:48: Speaker 2 Das Interessante ist ja in diesem Zusammenhang, dass ja ganz viele Menschen, die so ganz tief in diesen Long-Javet-Kanilien-Bau reingehen.

01:35:55: Speaker 1 In Kern?

01:35:55: Speaker 1 Schnelle Altern. Angst vor dem Alter.

01:35:57: Speaker 2 Ja, die haben Angst vor dem Alter und dadurch altern sie schneller.

01:36:01: Speaker 1 Genau.

01:36:01: Speaker 2 Also das fand ich einfach ein... Ja, fand ich wirklich ein interessantes Paradoxom. Und deswegen glaube ich ganz fest daran, dass dieses,

01:36:09: Speaker 2 ich sag jetzt mal, Dokmat... Noch mal, ich muss es einfach sagen, dieses dogmatische Versuchen, dieses Alter aufzuhalten. Der falsche Weg ist. Und das Witzig ist, wenn man Orbi de Grey mal persönlich erlebt, dann muss man sagen, also der sieht, also ich glaube er ist jetzt 63 oder 64 und er sieht eher aus wie 75.

01:36:27: Speaker 2 der setzt ganz stark darauf, dass irgendwann seine Wissenschaft funktioniert, der wieder junger wird. Aber er sieht echt wahnsinnig alt aus, muss man wirklich so sagen. Also der hat keine Angst vom Alter. Und der glaubt einfach ganz fest daran, dass irgendwann da findet er eine Wunderpille. Und dann geht es zurück.

01:36:41: Speaker 1 Es muss irgendwas anderes sein. Ja, wie lustig. Am Ende, wir sprechen natürlich auch über Genetik in diesem ganzen Zusammenhang. Und die können wir bis heute zumindest nicht so beeinflussen, wir wahrscheinlich manchmal gerne wollten.

01:36:54: Speaker 2 Aber Genetik spielt wirklich keine so große Rolle. Also man geht davon momentan auf so 20, maximal 25 Prozent. Hat die Genetik eine Rolle. Ja, aber trotzdem ist der Rest...

01:37:04: Speaker 1 Man kann es sehr gut beeinflussen.

01:37:05: Speaker 2 Man kann den Rest schon sehr gut durch andere Sachen beeinflussen. Und ich glaube wirklich für mich ist noch mal ein ganz, ganz wichtiger Punkt. Es muss nicht so freudlos sein, wie man immer so denkt.

01:37:14: Speaker 2 es gibt... das fand ich so schön, ehrlich gesagt. Ich weiß nicht, wer so Super Bowl guckt, ich guck's auch nicht. Aber es gab in dem Zusammenhang, gab's einen Werbespot mit Mike Tyson.

01:37:22: Speaker 2 Und da redet Mike Tyson darüber, wie sehr zuckerabhängig er auch so war. Und dass

01:37:28: Speaker 2 er jetzt einfach wirklich wieder totale Freude an Rohkost gefunden hat. Und dann beißt der da wirklich mit so wirklich einem tollen Sound in einen prallen Apfel. Oder ich glaube auch in eine Karotte.

01:37:40: Speaker 2 man sieht das und hat selbst total Bock auf die Möhre. Und ich habe mir wirklich... Das ist mein neuer Super Heck. Ich reise ja viel mit der Bahn.

01:37:49: Speaker 2 Ich kaufe mir jetzt immer so ein Sack Bio Möhren. Also wirklich so ungeschielt. Also wirklich so ungeschielt, einfach wirklich im Plastik verschweißt Möhren. Man weiß ja mittlerweile auch, dass ein bisschen Dreck auch gut ist fürs Mikrobiom. Und deswegen, also ich esse die einfach so.

01:38:05: Speaker 2 ich liebe es wieder. Und das ist

01:38:07: Speaker 2 tatsächlich für mich so etwas so ein Rückkehr in die Kindheit. Weil wir hatten auch Möhren im Garten. Und dann hat mein Vater uns dann immer gezeigt, wie dann so Kommandis ungefähr reißt. Dann haben wir hier die Auß der Erde gezogen, haben wir ein bisschen die Erde abgekommen. Genau, und reingebissen. Und das ist für mich etwas, was wieder so schön ist.

01:38:24: Speaker 1 Und es gibt ja wahrscheinlich auch so dieses Gefühl von Geborgenheit, weil es sich auch in deine Kindheit zurück katapultiert. Und allein und auch das zu verstehen, finde ich total spannend. Zu verstehen, woher kommen wir und was sind diese Geschmäcker und diese Gewohnheiten, die uns damals sozusagen in der Kindheit schon geprägt haben. Weil auch das für zu Glücksgefühlen. Total.

01:38:46: Speaker 2 Und ich, also ich habe das bisher dann immer kombiniert mit Humus, weil du brauchst ja mal ein bisschen Fett damit du vernünftig die Vitamine aus der Möhre dann eben auch aufnehmen kannst. Jetzt hat mir tatsächlich auch in einem Podcast Gespräch jetzt gerade jemand den Tipp gegeben, sie kombiniert das immer mit Walnüssen.

01:38:59: Speaker 2 Das ist auch eine sehr geile Kombination. Gerade wenn du so ein bisschen schon angefangen hast, die Karotte so ein bisschen so ist da klein und dann doch mal Walnüster dazu zu bringen. Mega Kombi, ehrlich gesagt. Ja. Und total settigend. Also man kann auch bei Rokos kreativ sein. Man kann auch bei Rokos kreativ sein. Ich will nur einfach sagen, jeder, der das mal gemacht hat, der merkt, dass das irgendwie man sich danach auf jeden Fall besser fühlt, als hätte man jetzt irgendwie einen Schokoriegel vergessen.

01:39:22: Speaker 1 Ja, definitiv.

01:39:23: Speaker 2 Und mag sein, dass einem die Wirksausschüttung sozusagen, die durch den Zucker und die Schokolade dann irgendwie so kommen. Im ersten Moment blickt dann vielleicht mehr Befriedigung geben. Aber man fühlt sich danach definitiv viel, viel besser und... Und auch länger satt. Und bleibt zängelänger satt, ganz genau.

01:39:39: Speaker 1 Super cool. Und eine wichtige Frage, bei der ich mit dir noch sprechen wollte ist, und das habe ich vorher so ein bisschen angeschnitten, wie sinnvoll ist denn eigentlich, wenn wir länger gesund leben? Ich glaube, viele Menschen haben darauf gar nicht so wirklich eine Antwort heutzutage. Ich meine, die letzten Jahrzehnte habe ich immer so mitbekommen, dass die meisten Menschen auf ihren Renteneintritt irgendwie hinfiebern und denken, und wenn ich dann irgendwie 62 bin und dann in Rente gehen kann, dann mache ich gar nichts mehr. Dann habe ich Ruhe und dann habe ich irgendwie, dann kann ich mich entspannen. Aber das sollte ja eigentlich auch nicht das Ziel sein, weil wir wissen ja auch, dass ganz viele Menschen nach einem Renteneintritt, wenn sie dann gar nichts mehr zu tun haben, irgendwie plötzlich mit den Krankheiten anfangen und so. Und ich glaube, das kann irgendwie so gar nicht die Antwort sein. Auf das, was wir mit einem längeren, gesünderen Lebensende machen. Und ich finde, da haben wir auch noch mal eine andere Verantwortung, drüber nachzudenken, gerade im Kontext der alternden Gesellschaft. Ich glaube, es ist viel besser, das Thema Renteneintritt gar nicht als dieses runterfahren und dann in Ruhe, wie alt werden zu sehen, sondern eigentlich sich zu fragen, was mache ich dann mit dieser gewonnenen Zeit eigentlich, Neues, sodass altern dann auch wieder zu einer Aktivität wird eigentlich. Als zu diesem Sohn, jetzt warte ich hier auf den Tod. Hast du dir darüber schon mal Gedanken gemacht?

01:41:02: Speaker 2 Total, total. Und du sprichst zwei verschiedene Sachen am Gott im Zusammenhang eigentlich an. Das eine ist, es gibt diese Menschen und davon kennst du wahrscheinlich genauso wie jeder von deinen Hörer in deinem Umfeld. Das sind so Leute, die warten immer darauf, wenn ich einmal das habe, wenn ich erst die neue Wohnung habe, wenn ich erst den richtigen Partner gefunden habe, wenn ich erst den neuen Job habe, wenn ich erst

01:41:21: Speaker 2 sozusagen dieses Status irgendwie erreicht habe, dann bin ich glücklich. So, aber das wird nicht passieren. Diese Bedingungen, diese Bedingungen, dass man im Grunde genommen eigentlich immer auf dieses, wenn ich das erreicht habe, wenn ich das erreicht habe, wenn ich das erreicht habe. Und da kommen wir wieder zu diesem Punkt, now, Jevity, alles, was wir haben ist heute.

01:41:41: Speaker 2 du musst irgendwie erschaffen, dann heute wirklich gut und erfolgreich zu gestalten. Es gibt, weiß ich auch nicht, ich habe eine Freundin, die ist nur glücklich, wenn sie in Kapstadt ist. So, und dann denke ich so, da musst du irgendwie entweder was an deinem Leben hier ändern oder du musst nach Kapstadt ziehen.

01:41:57: Speaker 2 Aber diesen Eskapismus, im Grunde eigentlich sein Alltag immer in Fliehen zu wollen, weil dein Alltag nicht so toll ist,

01:42:05: Speaker 2 das macht auch keinen Sinn. Und deswegen, also das ist so diese, wenn ich das erreicht habe, Leute, die haben generelles Problem.

01:42:12: Speaker 2 die müssen im Grunde eigentlich, da kommen wir wieder zum Thema Mindset, die müssen im Grunde eigentlich an ihrem Mindset einfach...

01:42:17: Speaker 1 An ihrer inneren Haltung.

01:42:18: Speaker 2 Genau, müssen an ihrer inneren Haltung grundsätzlich was ändern. So, und dann kommen wir zum zweiten Punkt. Ich glaube, dieses Thema, das ist ja ein Satz, der mir wirklich viel bedeutet in dem Zusammenhang. Gesundheit bedeutet für mich Freiheit. So, und mein Ziel ist es, diese Freiheit so lange wie möglich zu erhalten, weil es ist einfach... Komm, ich bin jetzt hier zu deinem Studio mit dem Fahrrad hergekommen, bin jetzt eine halbe Stunde von Scharlottenburg und bin jetzt in Prenzlauberg hergefahren. Jetzt war ich danach noch nach Schöneberg zu Sunday Natural. Wird da noch mal sein, wird dann irgendwann mit dem Fahrrad nach Hause fahren. Das heißt also, ich werde in der Summe heute wahrscheinlich fast eineinhalb Stunden Fahrrad fahren. So, und ich liebe das...

01:42:56: Speaker 1 Durch sonnige Berlin.

01:42:57: Speaker 2 Durch sonnige Berlin und ich liebe das. Ich liebe, dass sich diese Art und Weise der Fortbewegung dann sozusagen habe. Das heißt also, ich habe diesen Stress des Autofahrens nicht, ich habe den Stress der Parkwärtsur hin, ich habe all diese Sachen nicht so. Und das sind so Dinge, die machen mich total glücklich, aber nur, weil mein Körper mir diese Freiheit gibt, auch genau das zu tun.

01:43:14: Speaker 2 So, und diese Freiheit, die geht es mir darum, wirklich zu verteidigen und so lange wie möglich zu erhalten.

01:43:19: Speaker 2 Und deswegen ist für mich, jetzt komme ich zu deiner Frage. Also die Frage eins habe ich mit dem, die wenn dann Leute sozusagen, das irgendwie schon mal beantworten. Die Frage Nummer zwei ist, ich glaube, dass wenn du dann irgendwann diese Freiheit dann sozusagen noch mal zusätzlich zu der gesundheitlichen Freiheit erweitern kannst, durch eine zeitlichere, größere Freiheit, dann und du, ich sage mal, weiterhin dir diese Offenheit, diese Neugierre erhältst, dann wirst du auch die befriedigen. Dann wirst du auch deine neuen Themen wiederfinden und haben. Wahrscheinlich hast du die auch heute schon und wirst sie dann nur noch mal mit mehr Zeit dann irgendwie so verbinden. Ich persönlich habe für mich immer wieder festgestellt, ich hatte jetzt irgendwie Situationen in meinem Leben, wo ich dann eine gewisse Freiheit hatte, dass ich irgendwie gerade mal nicht arbeiten musste und hab dann immer wieder für mich festgestellt, ich bin schon jemand, der lieber arbeitet.

01:44:14: Speaker 2 Und das liegt aber einfach daran, dass ich es bisher in meinem Leben immer geschafft habe, dass ich eine Betätigung gefunden habe, die mir Spaß gemacht hat. Oder aber wenn sie mir irgendwann ich an dem Punkt war, wo sie mir keinen Spaß mehr gemacht hat, dann habe ich sie meistens gewechselt.

01:44:28: Speaker 2 So

01:44:29: Speaker 2 daher, glaube ich, ist das dass dieser diesen Satz halt ich für übertrieben, wenn du etwas gewohnt hast, was dir Spaß machen musst und deinem Leben nie arbeiten müssen.

01:44:37: Speaker 2 weit würde ich es nicht gehen.

01:44:39: Speaker 2 Aber nichtsdestotrotz ist es schon dicht dran.

01:44:42: Speaker 1 super cool. Und ich frage meine Gäste am Ende einer Episode eigentlich immer nach Tipps, die sie den Hörern und Hörern mitgeben wollen. In deinem Fall würde ich das jetzt gerne nicht machen, weil ich würde einfach sagen, liest Nils Buch. Der hat ja ganz ganz viele Tipps für euch aufgeschrieben und es ist wirklich total kurzweilig zu lesen und total wertvoll. Kann ich nur empfehlen. Aber vielleicht hast du ja trotzdem einen Schlusssatz für uns.

01:45:06: Speaker 2 Ja, definitiv. Also ich glaube, der wichtigste Satz, den man sich bei diesem ganzen Thema immer merken muss, das Leben ist immer noch zum Leben da. Und ich glaube, wenn du anfängst,

01:45:18: Speaker 2 das zu beherzigen, dann wirst du dir auch mal ab und zu etwas gönnen, was da in diesem Zusammenhang wirklich dann auch stattfindet. So und wenn ich schreibe in dem Buch ganz eindeutig, es gibt wirklich keinen guten Grund für Alkohol zu trinken, kein. So, jede Studie, die man kennt, wird durch das negative Aufgewogen sozusagen. Es gibt positive Wirkung von Alkohol, aber es gibt darüber hinaus viel viel größere negative Wirkungen. Aber ich nehme es trotzdem mal ins Beispiel. Wenn du aber mal der Meinung bist, dann irgendwie ein Anlass zu feiern und den mit Alkohol zu verbinden zum Beispiel, dann mach es so, weißt du so. Aber dann mach es auch richtig und denk nicht die ganze Zeit so, oh mein Gott, ich

01:45:59: Speaker 2 verstoße gerade gegen die Regel, man darf kein Alkohol trinken.

01:46:02: Speaker 1 Habt dann nicht genauso lange ein schlechtes Gewissen, weil das macht das alles wieder

01:46:05: Speaker 2 zu nicht durch den Ernstenspaß. Es gibt ja diesen Podcast live zu der Flom-Gewit-Di, da kenne ich auch die Christine Zeller auch sehr gut, die sich morgen Mittag auch und so. Und die sagte eben halt, wenn sie in Paris ist, dann will sie einfach auch ein Erklär essen. Genau. Oder ein Rotwein trinken. Dann ließ sie das auch. Dann liebt die es wirklich und meistens auch nicht nur eins, dann ist es für sie das schönste Paris gleicher Erklär essen. Und dann tue es,

01:46:28: Speaker 2 tue es ohne schlechte Gewissen. Weil dann kommen wir sonst wieder an die Angst vom Alter, und weißt du, macht einen Alter. Und genauso ist es einfach total schlecht, wenn du dann etwas machst, womit du dir glaubst, dann indem du eine Freude zu machen und dann wiederum gleichzeitig so ein schlechtes Gewissen aufbaust. Das ist einfach schlecht. Deswegen, das Leben ist zum Leben da, wenn du das berücksichtigst, dann machst du schon alles richtig.

01:46:47: Speaker 1 Nia, vielen, vielen Dank dir. Es hat super viel Spaß gemacht. Und ich glaube, wir haben super viel gelernt. Mir hat es total viel Spaß gemacht, dein Buch zu lesen und mit dir darüber zu sprechen. Also, tausend, tausend Dank, dass du heute hier bist.

01:46:57: Speaker 2 Danke für die Anladung.

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