#52 „Ich bin nicht emotional" - Was diese Aussage in Wahrheit über dich verrät – mit Dr. Dirk Eilert

Shownotes

Was haben unsere frühesten Erfahrungen damit zu tun haben, wie wir heute lieben, streiten und uns selbst regulieren? In dieser Folge erfährst du, was wirklich dahintersteckt, wenn jemand sagt „ich bin nicht emotional", warum die ruhigsten Kinder oft die gestresstesten sind und welcher Erziehungsmythos seit Generationen weitergegeben wird, obwohl die Forschung längst zeigt, was er anrichtet. Wenn du dich schon mal gefragt hast, warum dich bestimmte Situationen aus der Bahn werfen, egal ob im Streit, im Job oder mit Menschen, die dir nahestehen, dann bekommst du hier konkrete Werkzeuge, die du sofort anwenden kannst. Dirk teilt eine Drei-Schritte-Sequenz, die dich aus jeder emotionalen Eskalation holt, erklärt vier Coping-Strategien, die wirklich wirken (und warum positives Denken allein nicht reicht) und schließt mit einer Geschichte, die dich nicht so schnell loslässt: fünf Tage Koma, eine Minute vor dem Tod und was er dabei übers Fühlen gelernt hat. Eine Folge zum mehrfach Hören.

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Transkript anzeigen

01:00:00: Speaker 1 Super, super, super spannend.

01:00:02: Speaker 1 Und damit lernen

01:00:04: Speaker 1 wir, also über diese Flexibilität, der Nicht-Bewertung und vor allen Dingen auch der, ich sag mal, Integration dieser ganzen Emotionen, weil es gibt ja Leute, die sagen, ja, ich bin halt einfach kein emotionaler Mensch. Was würdest du so eine Menschen sagen? Das

01:00:19: Speaker 2 ist ein Hinweis darauf, dass wahrscheinlich das Wahrnehmen der eigenen Emotionen nicht bolonsiert ausgeprägt ist. Weil oder, oder, dass die Metaposition vielleicht etwas übersteuert ist, oder besonders leicht fällt. Ja, weil wenn ich sage, ich bin nicht emotional, jetzt ist die Frage, kann ich fühlen? Oder merke ich, ich fühle nicht so richtig? Dann kann es an der Wahrnehmung liegen? Ja, es kann aber auch daran liegen, dass die Metaposition, weil jede Funktion kann aus der Balance geraten. Deswegen war das, was du gesagt hast am Anfang so schön, disbollonsiert. Ja, weil hier, die Metaposition kann disbollonsiert sein. Wenn ich immer in der Metaposition bin, dann ist der Ärger nicht da, ja, die Angst nicht da, die Freude nicht da. Ich halte mich einfach komplett auf Distanz zu meinen Emotionen statt eine gesunde Distanz einzunehmen. Ja, weil Wahrnehmen und Metaposition sind natürlich so, na, bolonsierende Gegendpositionen.

01:01:14: Speaker 2 kann zu stark sein, Metaposition kann aber auch zu stark sein. Es geht um die Balance.

01:01:19: Speaker 2 das wären die beiden Wege, wenn ich sage, ich bin nicht emotional, meinen vielen Menschen damit entweder ich fühle das nicht so, na, oder ich kann mich davon gut distanzieren.

01:01:29: Speaker 1 Und welche Faktoren sind es denn, die beeinflussen, ob wir das gut können oder nicht? Also die Empathie generell?

01:01:37: Speaker 2 Oh, hier gibt es tatsächlich ganz, ganz viele Einflussfaktoren. Und ein Punkt sind tatsächlich unsere Bindungsmuster. Ja, das war auch Teil meiner Promotion.

01:01:47: Speaker 2 Doktor-Mutter Anna Buchheim, Professor Doktor Anna Buchheim ist eine der führenden Bindungsforscherinnen weltweit. Und das war wirklich eine Fügung und ein Geschenk, das wir uns kennengelernt haben. Über meinen lieben Freund dem noch wissenschaftler, Damir Del Monte,

01:02:04: Speaker 2 der hat uns vorgestellt, und das hat dazu geführt, dass gerade eben ich auch die Bindungsforschung mehr in die Emotionsforschung, in die Dinge, die wir machen, integriert habe, wird das zusammengeführt haben, weil wir lernen,

01:02:22: Speaker 2 oder ich fang mal anders an, wenn wir mal jeder der Kinder hat, weiß das an den Kind denken, was zwei Jahre alt ist auf dem Spielplatz ist. Ja, und es fällt hin. Wo guckt es zuerst hin?

01:02:32: Speaker 1 Mama oder Papa?

01:02:34: Speaker 2 Genau, zu Mama oder Papa und guckt, lächelt die Mama jetzt, so wie du grad, dann weiß es, oh, alles gut, hat nicht so schlimm gewesen zu sein. Ja, guckt die Mama, Schmerz verzehrt weiß es, oh, Scheiße, das war schlimm, dann fängt das an zu beidem. Sollte wir es wohl. Genau, na, seil da bitte das Blut läuft, die Knie runter, da muss es auch nicht mehr mit den Blick checken.

01:02:51: Speaker 2 Ja, das heißt, wenn wir zur Welt kommen, das vergessen wir so schnell, weil wir beide, wir sprechen hier grad, ja, wir beherrschen Sprache,

01:02:58: Speaker 2 wir vergessen ist, wir sprechen seit 40.000 Jahren maximal und das wiederholt sich in der Entwicklung des Einzelnen, das heißt, wir haben mehr nonverbal kommuniziert als Mensch in der Evolution als mit Worten und wenn wir zur Welt kommen, wenn wir noch keine Sprache sprechen, dann ist das alles, was wir haben, wir geben den Ereignissen unseres Lebens Bedeutung über die stille Sprache, unser wichtigsten Bezugspersonen, das sind meistens die Eltern in dem Alter und deswegen ist Bindung ein preverbales Konstrukt, Bindung entsteht preverbal, ohne dass wir sprechen können und der Kern unseres selbst, das hat schon John Bolby gesagt, der Vater der Bindungstheorie ist emotional, der Kern unseres selbst ist emotional, weil der Emotionsausdruck das einzige ist, was wir am Anfang haben, um uns zu orientieren und wir lernen im Schoße unserer Eltern, wer wir sind, dass ich entsteht aus dem wir, aus dem Emotionsausdruck, die Freude meines Vaters ist meine Freude, der Stolz meiner Mutter mein Stolzte, die Angst und der Ärger meiner Eltern genauso und deswegen könnte man sagen, dass das, was wir da erleben, ist ein hochemotionaler Prozess, wir lernen Regulation von unseren Eltern, wie gehen unsere Eltern mit unseren Emotionen um Coregulation, interpersoneller Regulation, das kraft alles ineinander und deswegen sind die Bindungsmuster ganz entscheidend, was zum Beispiel Studien zeigen konnte, eine sehr beeindruckende Studie, da hat man Kinder untersucht, jetzt lasst mich mal kurz überlegen, die Kinder waren fünf, sechs Jahre alt, genau fünf, sechs Jahre, die Werte, die waren, ne, die waren Jünger, die waren zwölf und 18 Monate, zwölf und 18 Monate, das ist ein Studie von 2021 und was man gemacht hat ist, man hat mit diesen Kindern ein Bindungsexperiment gemacht, um das Bindungsmuster zu messen, im Alter von zwölf und 18 Monaten und konnte die Qualität der Emotionsregulation, im Alter von 20 bis 35 Jahren voraussagen, anhand der Bindungsmuster, ja und daran sehen wir frühkindliche Bindungserfahrung, beeinflussen, wie wir mit unseren Emotionen umgehen, das beeinflusst die Empathie, das beeinflusst die Empathie, das konnten wir in unseren Studien zeigen, das ist ein Studie letztes Jahr, letztes Jahr rausgekommen ist Empathie und Emotionserkennung, wie Bindungsmuster das beeinflussen, das beeinflussen den Emotionsausdruck und die Emotionsregulativen Fähigkeiten. Ich hatte die Frage. Und jetzt, ich darf an die jetzt, Entschuldige, jetzt, warte, halt eine Frage im Kopf, ich wollte nur eine wichtige Sache noch sagen, bevor jetzt alle denken, um Gottes Willen, dann ist ja der, der Kinn in Brunnen gefallen, ne?

01:06:01: Speaker 2 Ja, Bindung ist tatsächlich veränderbar und das ein Leben lang und das konnten Studien zeigen.

01:06:07: Speaker 1 Wunderschön. Und ich, daran, daran hält man sich ja als Elternteil immer so fest, weil nobody's perfect, ich finde das einzige, was man einem dann vielleicht am Ende des Lebens vorwerfen könnte, ist, dass man vielleicht auch nie versucht hat, sich zu verbessern und das zu verändern, wenn man gemerkt hat, oh, hier liegt irgendwas im Argen. Und ich wollte diese Frage eigentlich viel später stellen zum Thema Eltern sein, aber jetzt bist du schon so schön, hast du schon so schön in dieses Thema eingeführt? Jetzt bleiben wir mal ganz kurz dabei. Was kennen denn Eltern, weil ich hab ganz viele Eltern, die hier zuhören, was können denn Eltern dafür tun, um die emotionale Kompetenz ihrer Kinder im Alltag zu fördern? Also was, wenn so die Key Corner Stones, wenn du das mal so runterbrechen könntest, was so wichtig ist, worauf man achten sollte?

01:06:53: Speaker 2 Also zwei wichtige Sachen. Das erste Wichtige ist, und das finde ich wahnsinnig erleichternend aus der Bindungsforschung, good enough. Ja, die Bindungsforschung sagt, wir müssen nicht perfekt sein, wir müssen gut genug sein. Das heißt, good enough, also sich erst mal locker machen. Ja, auch wir sind Menschen, und nur weil man mal nicht aufmerksam war, heißt das nicht, oh Gott, gleich alles vorbei.

01:07:21: Speaker 2 Ja, ich weiß noch,

01:07:23: Speaker 2 hatte mal einen, der mich angesprochen hat, oh Gott, ich werde jetzt Vater, und ich muss bei der Geburt dabei sein, weil ich nur einen Tunnel von zehn Minuten habe, um eine Bindung zu meinem Kind aufzubauen. Warum, oh Gott, das ist für einen was für einen Anspruch. Da habe ich gesagt, da entlinde ich doch mal einen Spann zurück. Das ist, die Evidenz sagt was ganz anderes. Ja, also deswegen, good enough, dass das Schöne, was die Bindungsforschung hier sagt, ein wichtiger Faktor ist Feinfülligkeit. Und Feinfülligkeit übrigens ist sehr dicht an der Definition von Mimikresonanz. Feinfülligkeit, als Eltern feinfüllig zu sein, aber bitte nur good enough. Good enough, feinfüllig zu sein, heißt,

01:08:05: Speaker 2 wir definieren Feinfülligkeit, die Signale des Kindes zu erkennen, richtig zu interpretieren und angemessen und prompt zu reagieren. Wenn wir das prompt weglassen, sind wir bei dem, was wir bei der Mimikresonanz machen, Signale zu erkennen, richtig zu interpretieren und angemessen zu reagieren. Ja, weil wenn ich jetzt bei dir was wahrnehme, und ich sage nach einer Stunde, Stephanie, ich habe gemerkt, vorhin, das hat dich sehr berührt, ja, dann sagst du, ja, stimmt, und wir können darüber reden. Bei einem Kind kann ich nicht nach einer Stunde sagen, bei einem zehn Monate altigen Kind kann ich nach einer Stunde sagen, übrigens, ich hatte von der Stunde das Gefühl, du hattest Durst. Ja, das funktioniert nicht. So, diese Feinfülligkeit, die ist eine ganz, ganz wichtige Säule, um eine sichere Bindung zu entwickeln, und da steckt übrigens auch wieder eine Sache drin, nämlich die Emotionen anzunehmen, zu signalisieren, hey, du bist okay, wie du bist mit all deiner Emotionalität, mit all deiner Emotionen, und damit lerne ich nämlich, welche Einstellung habe ich zu meinen Emotionen, darf ich meine Emotionen ausdrücken, darf ich sie fühlen. Und jetzt passiert nämlich Verspannendes, ich sehe deine Signale, reagiere darauf, interpretiere sie richtig, reagiere darauf angemessen, und damit merkst du, hey, meine Emotionen sind in Ordnung, annehmen eine Haltung. Du lernst selber, darüber deine Bedürfnisse wahrzunehmen.

01:09:23: Speaker 2 Überhaupt zu merken, ja, das ist ein Lernprozess, das heißt, du verstehst dich selbst besser über die Rückkopplung mit anderen. Gleichzeitig ist das wieder die Grundlage für Empathie, und wir lernen natürlich auch hier die Regulation, ja, ich schreihe als Baby, und meine Eltern beruhigen mich, schaukeln mich, und dadurch lerne ich, ich integriere diese Fähigkeit der Regulation hier, entsteht so etwas wie ein Hafen der Sicherheit. Und wenn wir dann erwachsen sind, tragen wir diesen Hafen der Sicherheit in uns, und können uns selbst beruhigen. Und deswegen ist Feinfühligkeit ganz wichtig, und man kann es nicht oft genug betonen, damit steckt gleichzeitig die zentrale Botschaft drin, jede Emotion ist in Ordnung. Und das zu vermitteln, dass jede Emotion in Ordnung ist, und dass wir jede Emotion annehmen dürfen, das heißt übrigens nicht eigene Grenzen setzen zu können. Das heißt, natürlich haben auch wir als Eltern ein Recht auf Ruhe. Ja, die Frage ist bitte nur, wie alt ist das Kind? Ja, und ich finde, eine Formulierung von Karl-Heinz Brisch, auch einer der für einen Bindungsforscher, in Deutschland wundervoll, der hat mal gesagt, ich habe 2000, 2000, ui, wann war das, 2005, 2006, glaube ich, bei Karl-Heinz Brisch in der Ausbildung gemacht,

01:10:37: Speaker 2 zum Thema Bindung, und der hat mal gesagt, ein Kind mit einem Jahr, das schreit nicht, um die Eltern zu nerven.

01:10:43: Speaker 2 Ja, das ist wie, als wenn das Kind 110 wählt. Und jetzt stell dir folgendes vor, du sagst einfach, du bist bei der Polizei, du klingelt das Telefon, da wählt jemand 110 und du sagst, ja, da gehe ich nicht ran. Ja, nach fünf Minuten ist das bestimmt erledigt, dann rufen die nicht mehr an. Ja, und wenn wir das so machen, was man manchmal hört, lass du einfach schreien, das hört schon auf. Ja, das Kind wählt 110, und ja klar, es hört irgendwann auf, weil es denkt, es bringt eh nichts, wenn ich bei der Polizei anrufe, die kommen nicht. Ja, und jetzt gibt es hier zwei unterschiedliche Strategien, entweder merke ich, da ist einigermaßen verlässlich jemand, der sich um eine Bedürfnisse kümmert,

01:11:17: Speaker 2 dann entwickelt sich eine sichere Bindung, mit der entsprechenden Flexibilität auch in der Regulation und in der ganzen Emotionsverarbeitung, die andere Möglichkeit ist, ich merke, egal wie und auf dich schreihe, da kommt ihr keiner. Dann entwickelt sich daraus eine unsicher distanzierte Bindung, unsicher distanziert heißt, ich fange an, das Autonomiebedürfnis überzubetonen und das Bindungsbedürfnis abzuwerden. Das heißt, Selbstständigkeit, Autonomie werden überbetont, ich will nicht von anderen Menschen abhängig sein, ich reduziere meinen Emotionsausdruck nach außen. Ja, da konnte man in Studien zeigen, das ist die sogenannte fremde Situation, das ist ein Experiment, wo man die Bindungsmuster beim Kind misst, also die Bindungsqualität zur Bindungsperson, ja und es läuft normalerweise so, das haben bestimmt einige schon mal gehört, ja da geht man in eine fremde Situation, ein freundlicher eingerichtet Raum mit Spielzeug, fremde Person ist auch anwesend und zum Beispiel die Mutter. Und dann geht die Mutter raus, kommt wieder rein, geht wieder raus, kommt wieder rein und man guckt sich die Momente der Trennung und Wiedervereinigung an und kann da verschiedene Muster sehen. Und was man da zum Beispiel gesehen hat, ist Kinder mit einer unsicher

01:12:22: Speaker 2 vermeidenden Bindung, ja bei Kindern nennt man das unsicher vermeiden, bei Erwachsenen später unsicher distanziert,

01:12:29: Speaker 2 da ist es so, dass die, die Mutter getraust, die spielen einfach weiter, die Mutter kommt rein, die spielen einfach weiter, wenn man aber sich den Cortisol-Spiegel anschaut, sieht man die haben richtig Stress.

01:12:38: Speaker 3 Oh Gott.

01:12:39: Speaker 2 Aber die Aufmerksamkeit ist fixiert auf das Spielen, auf die Exploration. Bei den sicheren, gebundenen Kindern, ja bei denen ist es so, dass die, wenn die Mutter rausgeht, schreien, sich aber auch beruhigen lassen, wenn die Mutter wieder rein kommt. Dann haben wir noch die unsicherambivalenten Kinder, bei Erwachsenen spricht man hier von unsicher verstrickter Bindung, unsicherambivalent in der Kindheit, ist die schreien, wenn die Mutter rausgeht und beruhigen sich auch nicht, wenn die Mutter rein kommt. Und was wir hier sehen, ist eine Verschiebung der Aufmerksamkeit auf die Mutter, auf die Bindungsperson. Das heißt, sie spielen gar nicht richtig, sondern beobachten die ganze Zeit, ob die Mutter drin bleibt, da bleibt, das heißt, das Bindungsbedürfnis wird überbetont und dadurch die Aufmerksamkeit fixiert und was wir hier tatsächlich dann sehen, ist, dass das korreliert mit der Erfahrung, dass du nur laut genug schreien musst und dann kommt jemand. Du schreist fünf Minuten und immer lauter und dann kommt erst jemand. Ja, und dann merkst du, du musst hoch regulieren, damit jemand kommt. Unsicher vermeiden, das heißt, du lernst, du musst runter regulieren, weil es kommt eh keiner. Und jetzt fragt man sich, warum machen Kinder das? Also, ein ganz einfachen Grund. Wenn du schreist und es kommt keiner, hast du zwei Schmerz, zweimal Schmerz. Einmal hast du ein Bedürfnis, du hast Durst, du schreist, Durst ist blöd. Und jetzt kommt die Person nicht und soziale Ausgrenzung, sozial nicht beachtet werden, aktiviert die Schmerzmatrix. Das heißt, du vermeidest ein Problem, nämlich, dass du rufst und du merkst, es kommt keiner, indem du einfach nicht mehr schreist. Ja, und deswegen lernst du da, runter zu regulieren. Und dann haben wir noch ein viertes Muster, das wäre die desorganisierte Bindung, ja und damit sind wir im Traumabereich. Das ist bei Erwachsenen dann die unverarbeitete Bindung, wo wir von Bindungstraumata reden.

01:14:24: Speaker 1 Ja.

01:14:25: Speaker 2 Genau.

01:14:26: Speaker 1 Und die zeichnet sich aus durch?

01:14:28: Speaker 2 Also, die zeichnet sich aus durch, also durch einer, durch ein Kollabieren der Emotionsregulation-Strategien durch widersprüchliches Verhalten. Die Mutter kommt wieder rein, das Kind rennt hin, bleibt stehen, erstarrt und dreht wieder um und rennt weg. Ja, widersprüchlich da kollabieren die Regulation-Strategien und dieses, dieses Muster entsteht durch einen Zustand, das kann man jetzt im Englischen sehr schön erklären durch den Wortspiel, durch einen Zustand von Fried-with-out-solution. Das heißt, wenn wir uns folgendes vorstellen, wir sind klein und wir haben ein Bedürfnis und wir schreien. Wir wollen zu unseren Eltern, die sind unser Hafen der Sicherheit und die lösen jetzt aber gleichzeitig Angst bei uns aus. Jetzt habe ich Fried-with-out-solution. Ich selber bin im Angstzustand, kann aber nicht an meine Personen gehen, an die Personen gehen, die mir eigentlich Sicherheit geben sollen, weil die mir wieder Angst auslösten. Jetzt habe ich einen inneren Konflikt, den ich selber nicht löse und hier greifen jetzt laut der Bindungsforschung sogenannte Abwehrprozesse. Das heißt, wir blenden die Informationen aus, die uns Stress machen, die den Konflikt erzeugen. Und jetzt passiert was ganz Spannendes. Das konnten wir in einer Studie letztes Jahr zeigen. Da hatten wir Jugendliche, 20, 22-Jährige und haben die Emotionserkennung und die Empathie gemessen. Und das waren primär Borderline-Patienten mit unverarbeiteter Bindung dann bei den Borderline-Patienten. Und was wir da zeigen konnten ist Folgendes. Und dazu jetzt eine kleine Idee. Fried-with-out-solution kann auf zwei Faden entstehen. Fad Nummer eins, die Eltern sind frightening, bedrohlich. Das heißt, sind wütend, drücken Ärger aus, bitte, bis hin zu Gewalt und so weiter. Hier haben wir die Bedrohung und die Einschüchterung. Oder die erzeugt Freight. Oder die Eltern sind nicht frightening, sondern frightened.

01:16:18: Speaker 3 Sie

01:16:19: Speaker 2 sind selbst traumatisiert, emotional überfordert, hilflos, ängstlich und hierüber trägt sich die Angst über die Emotionsansteckung. Das heißt, wir haben Angst und Ärger. Und jetzt wird es ganz spannend. Jetzt haben wir in unserer Studie zeigen können, dass die Probanden im Alter von 2022 bei unverarbeiteter Bindung tatsächlich erstens im Vergleich zu einer gesunden Kontrollgruppe und im Vergleich zu den Borderline-Patienten, die eine organisierte Bindung hatten. Organisiert heißt entweder sicher oder unsicher distanziert, unsicher versträgt. Die eine organisierte Bindung hatten, hatten die unverarbeiteten, eine Einschränkung der Emotionserkennungsfähigkeit und zwar insbesondere bei zwei Emotionen. Angst und Ärger. Da ist die Emotionserkennungsfähigkeit teilweise eingebrochen auf 20, 15% nur noch, von durchschnittlich 60%. Das bedeutet, was wir hier sehen ist, die haben gelernt, es ist besser, wenn ich Angst und Ärger nicht sehe, weil in dem Moment, wo ich als Kind den Ärger meines Vaters nicht mehr sehe, habe ich diesen Konflikt nicht mehr, weil es nicht mehr Angst auslösen ist, weil ich die Emotion ausblende. Und das hat sich dann auch noch im Alter von 2022, 2025 gezeigt. Also hier sehen wir auch weder wie die Bindungsmuster, die Emotionserkennungsfähigkeit letztendlich beeinflussen.

01:17:42: Speaker 1 Ja,

01:17:44: Speaker 1 danke für die Darlegung dieser ganzen, erstens der Studienlage dazu und auch zu dieser ganz deutlichen Verbindung zwischen der Empathiefähigkeit und der frühen, frückhütlichen Bindungen, die man erlebt.

01:18:00: Speaker 1 Wenn man jetzt als Elternteil gedacht hat, keine Ahnung, man hat kleine Kinder und das eine oder andere Verhalten kann man zum Beispiel bei seinen eigenen Kindern erkennen. Da würdest du sagen, macht es Sinn, therapeutisch zu intervenieren oder wie fängt man da am besten an, das irgendwie, ich sag mal, anzugehen.

01:18:20: Speaker 2 Sag ich mir mal ein Beispiel, was du beobachten würdest?

01:18:24: Speaker 1 Naja, wenn du zum Beispiel beurtest, dass dein Kind zum Beispiel diese Bindungsverwirrung hat, dass du es abgibst oder beispielsweise ganz normale Situationen. Dein Kind geht in die Kita und du gewöhntest ein, du gibst es einfach ab und das akzeptiert das sozusagen. Es gibt ja solche Kinder. Ist das dann direkt ein Zeichen dafür, dass irgendwas nicht in Ordnung ist? Nein, um Gottes Willen.

01:18:48: Speaker 2 Ich würde aufpassen, nicht zu Psychopathologisieren, das ist ganz wichtig.

01:18:53: Speaker 2 Aber was man natürlich auch machen kann, ist sich selber zu reflektieren und das ist der Punkt, dass man selber natürlich meist involviert ist.

01:19:00: Speaker 2 Also den Kind, was man in der Kita abgibt und was am ersten Tag erst mal schreit und nicht will, das ist eine völlig gesunde Reaktion und das ist erst mal die wichtige Nachricht. Wenn man sich dieses experimentfremde Situation anschaut und man fragt die Leute, welches Kind hätten sie gerne und sagen die meisten, das, was die ganze Zeit weiterspielt, ist ja super. Dabei ist das unsicher vermeintend. Also dazu sagen, hey, pass auf, es ist normal. Ich erinnere mich an eine Schlüsselsituation. Wir haben im Bindungssystem, haben wir Annäherungsverhalten und Signalverhalten. Was uns helfen kann, die Signale besser zu verstehen und dann haben wir auf der Gegenseite der Bindung die Exploration. Ich erinnere mich an eine Situation, da war unsere Tochter ich glaube so drei oder vier und ich wollte zum Sport gehen und es war ein Bibisitter zu Hause, meine Frau war gerade nicht da und der Bibisitter war glaube ich erst zweit oder dritte Mal da und auf jeden Fall wollte ich gehen und meine Tochter guckt zu mir und krabbelt in meine Richtung. Ja und wenn sie krabbelt, ist sie wahrscheinlich jünger gewesen. Ich glaube die war so zwei oder zweieinhalb, merke ich gerade in meiner Erzählung und die Zeit vergeht so schnell oder? Ja, 16 und 18 ist der Wahnsinn.

01:20:15: Speaker 2 also auf jeden Fall in den jungen Jahren und sie krabbelt in meine Richtung, jetzt sehen wir hier Signalverhalten, Annäherungsverhalten. Sie nähert sich an, ja und ich gucke sie an, sie guckt mich an und ich gehe noch einen Schritt und sie fängt an zu schreien, Signalverhalten. Alles Zeichen eines aktivierten Bindungssystems. Jetzt hätte ich einfach sagen können wir so auf, ich gehe einfach und die hört schon auf zu schreien. Bin ich zurückgegangen, habe mich hingesetzt, ja dann kam sie zu mir und sie hat sich auf den Schoß gesetzt und dann irgendwann fing sie an einem Raum, um zu gucken, Explorationsverhalten. Dann hat sie wieder weggekrabbelt, hat zu mir geguckt, die Bibis sittern angeguckt, hat angefangen zu spielen. Ich bin wieder hin, ich habe gesagt, ich gehe jetzt, ich gehe zum Sport, ja, da hat sie wieder geguckt, sie hat wieder zu mir gegrabbelt. Ich habe sie wieder auf den Schoß genommen, ja also ich kürze das ab, das ging 10, 15 Minuten. Da konnte ich ganz entspannt gehen. Da hat das Bindungssystem einfach nur geschickt, hey, reagiert ihr denn auch, ist ja dann auch da. Ja und das finde ich ganz spannend, bitte, das kann manchmal auch länger dauern. Aber das ist eine normale Reaktion, die erstmal da ist vom Bindungssystem und bitte natürlich in manchen Momenten müssen wir gehen, weil wir vielleicht zur Arbeit müssen, Termin haben oder was auch immer und dann ist es deswegen da auch zu sagen, gut enough. Ja, wenn sich diese Feinfühligkeit durchzieht als verlässlicher Signalgeber, ja, dann baut sich eine sichere Bindung auf und bitte auch immer dann denken, wir sind alle groß geworden, ja und es geht nicht darum perfekt zu sein als Eltern, sondern es geht darum einfach das meiste richtig zu machen und im Kern zu sagen, hier ist eine emotionale Sicherheit für dich, ich bin da, wenn du Stress hast, ja und in diesen Momenten dann besonders da zu sein.

01:21:56: Speaker 2 Besonders in emotionalen Momenten, ich weiß noch wie, irgendwann, da waren unsere beiden glaube ich, wir haben zwei Töchter, acht und zehn und da ist der Hamster gestorben. Und das ist natürlich ein emotionaler Moment, wo es nicht damit getan ist, wenn ich sage, so 15 Minuten jetzt geht ja aber zum Sport, sondern da zu sagen, okay, wir haben jetzt einen emotionalen Moment und da geht es darum den Verlust zu arbeiten, auch am kleinen Verlust zu üben. Ja, das ist eine Chance Emotionsregulation auch zu üben in dem Moment, mit dem kleinen Verlust umzugehen, auf den großen Verlust vorbereitet zu sein im Leben und dann da einfach da zu sein und zu sagen, hey, es ist okay, die Trauer zu spüren, es ist okay zu weinen und das auch zuzulassen. Und da ist natürlich jetzt auch wieder die Frage, wie gut gehe ich mit meinen eigenen Emotionen um. Und deswegen ist das Wichtigste, was wir machen können als Eltern, unsere eigenen Bindungsmuster zu reflektieren, unsere eigenen Verhaltensweisen zu reflektieren, ja und auch unseren eigenen Umgang mit Emotionen zu reflektieren, bei Kinderlernen am Beispiel. Na klar, wenn ich ein Problem bei mir mit Ärger habe, dann werde ich auch ein Problem mit dem Ärger haben, den meine Tochter ausdrückt.

01:23:00: Speaker 1 Ja, genau, das wäre nämlich jetzt meine nächste Frage gewesen, weil die Eltern kommen ja auch aus einem gewissen Kompetenzlevel, jetzt bei der Empathie, bei der eigenen Kompetenz. Und wenn es jetzt beispielsweise Emotionen gibt, die man jetzt selber mit, die man jetzt auch nicht so klarkommt, dann triggert das ja auch, ja.

01:23:18: Speaker 1 ist das Wut deines Kindes plötzlich ganz, ganz unerträglich. Das sind ja auch wiederum schöne Zeichen, die man dann anschauen kann, um zu sehen, da habe ich irgendwie ein Thema.

01:23:30: Speaker 2 Definitiv, das ist, also ich sage mal, Kinderkring ist die beste Therapie, wenn man es reflektiert macht. Ja, weil du wirst konfrontiert mit deinen eigenen, mit deinen eigenen Emotionen, mit deinen eigenen Mustern, und wenn ich das reflektiert mache, kann ich auch meine eigenen Muster einfach durchbrechen und verändern, transformieren, aber dafür muss ich es bewusst machen und nicht einfach meine Muster, meine alten Muster ausagieren. Und dann ist das eine Chance für beide.

01:23:57: Speaker 1 Und wenn ich jetzt zum Beispiel als Elternteil in der Situation bin, ich merke, mein Kind ist beispielsweise extrem wütend, ja. Terrible 2 ist ja gerade ein extrem ausflipper, habe die Banane falsch geschnitten,

01:24:08: Speaker 1 und diese Situation, die so scheinbar lapidar ist, die triggert mich richtig, und ich werde selber richtig, richtig wütend.

01:24:16: Speaker 1 Also gehen wir dann zum Beispiel in diesen Prozess rein, dass du sagst, atmen, die Emotionen erkennen, definieren das Gefühl haben und sich dann sozusagen damit, also nicht zu identifizieren.

01:24:29: Speaker 2 Und jetzt würde ich noch einen Schritt weitergeben. Genau, das heißt, ich merke, durchatmen, was ist jetzt gerade da, Gedanken, Körperempfindung, Verhaltensimpulse, welche Emotionen spür ich gerade, wo spür ich die im Körper,

01:24:43: Speaker 2 und ich bin mit dieser Emotion berußt, aber ich bin nicht meine Emotionen, jetzt frage ich mich eine Sache.

01:24:48: Speaker 1 Warum triggert mich das so?

01:24:49: Speaker 2 Und ich würde tatsächlich nicht die Warum-Frage stellen, sondern ich würde mir erst mal die Frage stellen, ist die Emotion, die ich gerade erlebe, in Art und Intensität stimmig für diesen Moment?

01:24:59: Speaker 3 Mhm.

01:25:00: Speaker 2 Ja, und jetzt das erst mal zu merken, und jetzt merke ich vielleicht,

01:25:05: Speaker 2 diese ist nicht stimmig, die ist, die, der Ärger ist stimmig, aber die Intensität ist nicht stimmig.

01:25:12: Speaker 3 Mhm.

01:25:13: Speaker 2 Ja, und dann ist jetzt die Antwort, wenn ich das merke, ich erlebe eine Emotion, dass keine Angenehme oder eine Unangenehme sein, die in Art und Intensität stimmig, nicht stimmig ist, dann ist die Antwort reguliere.

01:25:23: Speaker 3 Mhm.

01:25:24: Speaker 2 Und frag dich jetzt, und jetzt frag dich mal,

01:25:28: Speaker 2 okay, was ist das, was mich hier konkret herausfordert, grad, und was soll ich tun, um es zu meistern? Achtung, ich nehme mal dieses Beispiel, und jetzt mündig, wenn ich merke, die Reaktion ist nicht stimmig, jetzt gehe ich in die sogenannte Flexibilitätssequenz, die George Bonain entwickelt hat, und mache jetzt Folgendes, das sind drei Schritte. Schritt Nummer eins ist die Frage, was ist grad die Herausforderung in der Situation, und was soll ich tun, um es zu meistern? Ja, das ist Kontextsensitivität, den Kontext zu erkennen, wahrzunehmen. Zweis Reaktionsreparateur, was bin ich in der Lage zu tun, um dieses Ziel zu erreichen, und dreis Feedbackachsamkeit, funktioniert meine Strategie oder nicht. Und wenn nein, fange ich wieder auf den Fondern, also Beispiel, wir nehmen das, ja, du merkst, kin schreit, du fragst dich, okay, was fordert mich heraus, mein kin schreit, ja, und jetzt ist die Frage, und ich merke auch, ich brauche Ruhe. Ich habe einen harten Arbeitszentrum, ich bin völlig fertig, ich muss jetzt auch irgendwie runterfahren, sonst breche ich hier gleich zusammen. Ja, das fordert mich grad heraus, und das Schrein verhinderts. Was soll ich tun, um es zu meistern? Achtung, das kann kurzfristig oder auch langfristig sein, zielmäßig. Kurzfristig, jetzt irgendwie zu gucken, hier eine Erleichterung zu kriegen, eine Ruhe zu kriegen, ich muss jetzt irgendwie zur Ruhe kommen.

01:26:38: Speaker 2 Langfristig, natürlich dafür zu sorgen, dass sich dieses Verhalten vielleicht verändert. Aber manchmal ist es wichtig zu gucken, was kann ich jetzt tun. Ja, die Frage, die du hast, warum triggert mich das eigentlich, die könnte jetzt hier eine Antwort, ich muss jetzt rausfinden, warum ich das so triggert, weil ich merke, es ist grad nicht stimmig in der Art und Intensität, ja, und jetzt frage ich mich, was bin ich in der Lage zu tun, jetzt sage ich, okay, hey wie geil, ich habe jetzt die Chance, live Regulation zu trainieren. Ich nehme jetzt dieses Schrein, einfach mal wahr, ohne zu werden, und abmeinfach, ganz ruhig. So jetzt mache ich das,

01:27:13: Speaker 2 und merke Feedback-Artsamkeit, funktioniert nicht. Ihr kriegt mich immer noch auf. Ja, jetzt frage ich mich, was ist denn eigentlich das, was mich hier wirklich herausfordert. Jetzt stelle ich mir die Frage nochmal, jetzt komme ich vielleicht zu einer anderen Antwort, und was sollte ich tun, um damit umzugehen, ja, und jetzt kommt wieder Reaktion, was bin ich in der Lage zu tun, dieses Ziel zu erreichen, funktioniert das, ich habe dieses Zyklus, von Kontextsensitivität, Reaktionsreparateur, Feedback-Artsamkeit, ja, deswegen nenne ich das beim MISOS den Elasticitätsloop. Das durchlaufe ich so lange, bis ich merke, ich habe eine Reaktion gefunden, die funktioniert, und bitte manchmal, und ich weiß, dass diese Möglichkeit nicht alle haben, aber manchmal ist die Möglichkeit zusammen, pass auf, ich kann grad nicht mehr, kannst du mal unser Kind kurz nehmen, ich brauche mal eine halbe Stunde Luft. Ja, was auch immer das ist,

01:28:03: Speaker 2 das heißt, es geht nicht nur darum, jetzt denken wir wieder an das, was wir vorhin besprochen haben, manchmal sind es Strategien der Einflussnahme, Situationsmodifikation, ich ändere was in der Situation, ich sage, ich stehe hier nicht mehr, wir legen uns jetzt hin, ob es jetzt im Liegenschreit oder im Stehenschreit ist egal, ja, Situationsmodifikation,

01:28:21: Speaker 2 Situationsselektion, ich kann gucken, ob ich die Situation wechsel, dass wir zum Beispiel, ich geb dir mal ganz kurz das Kind, ja, und ich habe kurz Ruhe, wenn es irgendwie geht, das wären Strategien der Einflussnahme, die hier im Grunde sind Strategien der Akzeptanz, ja, wie kann ich innerlich vielleicht den Moment einfach annehmen, so wie es ist, vielleicht indem ich mir sage, pass auf, das ist jetzt eine Phase, das sind jetzt ein paar Wochen, das sind jetzt vielleicht ein paar Monate, aber es geht irgendwann vorbei und ich denke jetzt einfach mal, an den Moment wo ich meine Tochter an den Traualter föhre, ja, oder was auch immer, also ich nehme die Zeitdimension mit rein, irgendwas was mir hilft es anzunehmen, ja, manchmal sind es Strategien des Gleichmutts, das wäre so was wie eine Regulation, vielleicht eine Atmung einzusetzen in dem Moment, manchmal sind es Momente der Faszination, wo wir ein Perspektivwechsel brauchen vom Copings, die diese vier Kategorien habe ich Einflussnahme, Substanz, Gleichmus, Faszination und Faszination ist das Gegenteil von Gleichmut und hier werden so Sachen drin, wie positive Neubewertung, positiver Fokus, ja, mich zu fragen, hey, was ist trotzdem schön hier in dem Moment, ja,

01:29:29: Speaker 2 oder was kann ich daraus lernen?

01:29:31: Speaker 1 Ohne, finde ich, in dem Moment ohne das jetzt zu, also Toxic Positivity ist ja irgendwie wirklich ein Ding, ja, ohne das nicht zu verzerren, Nein,

01:29:42: Speaker 2 deswegen haben wir die vier Strategien, manchmal kann es auch sagen, pass auf, die Situation ist scheiße und ich gucke jetzt, dass ich hier irgendwie durchkomme, ja, und weißt du, das ist der Punkt und in jeder Situation, wie wir es vorhin gesagt haben, Toxic Positivity wäre nur positive Neubewertung ohne den Rest. Deswegen muss ich alles mit reinnehmen und es geht um die Bolonisierung dieses Reaktionsrepertoires. Weißt du, ich lag vor knapp vier Jahren im Sommer 2022 im Koma für fünf Tage. Ja, ich hatte Corona und Norovirus und bin unmächtig geworden zu Hause, ich hatte Seminar, Donnerstag, Freitag, Seminar gegeben, Samstagmorgen wache ich auf, ich merke mir es komisch, ich gehe auf Toilette, ich kollabiere, ja, da war noch alles gut, ich leg mich wieder ins Bett, meine Frau im Seminar übernommen, das war damals in Corona-Zeiten online, ja, hier genau an diesem Tisch übrigens, ja, sie gibt hier das Seminar, ich lag oben und ich liege im Bett und ich kollabiere wieder. Wache auf und merke beim Atmen irgendwie rasselt's, ich glaube, ich hab Wasser in der Lunge. Ja, ich ruf meine Frau an, sie geht nicht ran, sie ruf mich zurück, sagt, Schatz, ich hab irgendwie das Gefühl, ich hab Wasser in der Lunge, ich weiß nicht, müssen wir ein Arzt rufen, weil ich ruf jetzt nicht sofort die Feuerwehr, sie kommt hoch und sagt, Scheiße, es hört sich nicht gut an, ja, wir rufen die Feuerwehr.

01:30:59: Speaker 2 Die kamen, wo der Notarzt kam, war beim Blutdruck 60 zu 40, die konnten fast keinen Zugang mehr legen, haben mich dann ins Krankenhaus transportiert, ins Ernst-Vernbergmann-Klinikum in Potsdam und die Ärzte haben gesagt, eine Minute später und es wäre es gewesen. Ja, mittlerweile war meine Lunge kollabiert, sceptischer Schock und ich weiß heute noch, wie ich auf diesem Tisch schlag und gekrampft habe, ich hab kaum noch Luft bekommen, ich dachte, macht irgendwas, weil ich merke, es ist gleich vorbei. Ja, das macht der Körper nicht mehr lange mit. Und da guckt der Arzt mich an und sagt, Herr Eilert, wir haben keine Chance, wir müssen sie ins künstliche Koma versetzen

01:31:35: Speaker 2 und ich weiß, wie ich noch geantwortet hab und gesagt hab, ja, und dann war es Licht aus und ich hab mich von oben gesehen.

01:31:42:

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