#51 Emotionale Intelligenz als Fundament unserer Gesundheit - mit Dr. Dirk Eilert
Shownotes
Diese Folge ist anders. Hier sitzt Stefanie mit Dr. Dirk Eilert zusammen, Wirtschaftspsychologe, Bestsellerautor und einer der gefragtesten Mimik-Experten im deutschsprachigen Raum. Was als Gespräch über Emotionen beginnt, wird schnell zu einer Reise durch Hirnscanner, Therapieräume und persönliche Schlüsselmomente, die selbst hartgesottene Hörer nachdenklich werden lassen. Du bekommst Antworten auf Fragen, die du dir vielleicht noch nie gestellt hast, aber die deine Gesundheit, deine Beziehungen und dein Selbstbild grundlegend beeinflussen. Dirk teilt nicht nur Forschungsergebnisse, sondern konkrete Werkzeuge, die du direkt nach der Folge anwenden kannst. Eine Folge zum mehrfach hören, weiterempfehlen und mitschreiben.
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Transkript anzeigen
01:00:00: Speaker 1 Herzlich willkommen bei einer neuen Episode im Gesundheits-Podcast. Heute haben wir ein riesengroßes Thema. Ich weiß gar nicht, wie wir es hier in ein paar Episoden verpacken, aber wir versuchen's zumindest.
01:00:11: Speaker 1 Emotionen sind ein superzentraler Treiber unserer Gesundheit. Und ich spreche jetzt mit nicht einem, sondern mit dem Experten auf diesem Gebiet. Herzlich willkommen, Dr. Derg Eilert.
01:00:23: Speaker 2 Ich danke dir sehr, liebe Chefs, an die für die Einladung. Ich freue mich sehr, hier zu sein.
01:00:27: Speaker 1 Ich freue mich riesig. Du kannst dir gar nicht vorstellen, wie sehr, dass ich heute mit dir sprechen kann. Emotionen für mich sind, haben mich schon lange beschäftigt. Nicht nur, weil ich persönliche Erfahrungen mit dem Thema habe, aber weil man das natürlich allgegenwärtig überall irgendwie sieht. Ich würde mich als emotional betonten Menschen beschreiben. Das heißt, diese Selbstidentifikation mit dem Thema ist einfach total da. Und ich weiß auch, dass es gesundheitliche Implikationen gibt. Und ich finde, darüber muss wirklich jeder und jede Mal nachgedacht und reflektiert haben. Und wenn man sich für seine Gesundheit und die seiner Liebsten interessiert, weil es ist natürlich auch immer ein Beziehungsthema. Und du bist jetzt Wirtschaftspsychologe, du hast in der klinischen Psychologie promoviert. Und du bist einer der führenden Niemig- und Körpersprache-Experten, finde ich erstens ultra spannend. Und das reicht aber noch nicht. Du bist auch autorämärer Bücher. Du hast eine eigene Akademie zum Thema. Da bringst du Menschen aus allen möglichen Fachbereichen bei, wie man emotionale Kompetenzen entwickelt oder weiterentwickelt. Was hat dich denn dazu gebracht, in dieses Forschungsfeld einzusteigen? Was treibt dich um?
01:01:41: Speaker 2 Oh, ich würde tatsächlich sagen, wenn du mich fragst, was mich dazu gebracht hat, waren es zwei Schlüsselerlebnisse, die ich hatte. Das eine Schlüsselerlebnis war Mitte Ende der 90er Jahre. Ich habe damals als Fitnesstrainer gearbeitet, nebenbei Kampfsport gemacht, nebenbei im Studium. Und ich bin in beiden Bereichen auf ein gleiches Thema gekommen. Ich habe als Ernährungsberater, Kundinnen und Kunden vor mir gemerkt, was ich habe erzählt, Mensch. Und dann können sie das ändern in der Ernährung und das und das. Und die meisten Sassen vor mir haben gesagt, oh ja, das weiß ich schon, das kenne ich schon, das kenne ich schon, das kenne ich schon, mache ich aber nicht. Ja, und das Gleiche habe ich im Kampfsport erlebt, dass bei den Trockenübungen die einzelnen Griffe Schläge saßen. Und wenn wir dann Simulationen gemacht haben, wo es ein bisschen heißer herging, dann haben viele sich blockiert und sich gar nicht getraut, in die eigene Kraft zu gehen, sich zu wehren.
01:02:36: Speaker 2 Und das Fazit aus all diesen Momenten ist, wir sind Wissensriesen und Umsetzungszwerge ganz, ganz häufig im Leben.
01:02:43: Speaker 2 Ich weiß noch, wie ich eine Allmannährungsberater Seminarsas und gefragt habe, also beziehungsweise erst mal zählt der Dozent,
01:02:52: Speaker 2 wenn zwei von zehn in der Beratung das umsetzen, was er erzählt, dann ist das eine gute Quote. Und dann dachte ich, zwei von
01:03:00: Speaker 2 zehn? Dann kann ich ja 80 Prozent meiner Zeit sparen, weil das heißt ja, mit acht Menschen spreche ich und es ist vergebens.
01:03:09: Speaker 2 Und dann habe ich gefragt, was kann ich denn tun, diese Quote zu erhöhen? Und dann hat er gesagt, einfach nur innerlich annehmen. Das ist... hab ich mich angefangen, tatsächlich ein bisschen tiefer damit zu beschäftigen.
01:03:19: Speaker 2 Und bin dann damals im... in einem Diskussionsforum tatsächlich auf ein Thema gekommen, was für mich der Impuls war. Und vielleicht erinnerst du dich, das war... das war 1996, das war noch die Zeit, wo wir so Modems hatten, kleine, schwarze Geräte, diese Gräuche gemacht haben, wenn man im Internet war. Na ja, und damit wäre das, was wir jetzt hier beide machen, gar nicht möglich gemacht habe, Anbreite. Und in diesem Diskussionsforum schrieb nun jemand, es gibt da eine Methode, die nennt sich NLP, die Neurolinke-Issische Programmierung, mit der man Blockaden ganz schnell auflösen kann. Und dann bin ich hier zu Kiepert gefahren in Berlin an der Gedächtniskirche, bin da rein mit meinem Zettel, wo ich mir das Wort aufgeschrieben habe, was ich mir nicht merken konnte, bin ich zu der Aufkäufer gegangen und habe gesagt, und schon ich suche ein Buch über Neurolinke-Issische Programmierung, schön sauber artikuliert, die hat wahrscheinlich gedacht, was ist sein Problem?
01:04:12: Speaker 1 Was will der programmieren?
01:04:13: Speaker 2 Also, nee, nee, die hat tatsächlich... so dachte ich das auschefern, die damals, und die hat völlig noch mich... ach, sie mein NLP. Ja, und geht dann zum Bücherregaser, hier ist gerade ein Bestseller, drückt mir das in die Hand. Und das war damals Unlimited Power von Tony Robbins. Und das war das Buch, was mich qual... was mir den ersten Impuls gegeben hat, das habe ich gelesen, dachte, wow, cool, wie spannend ist das? Ja, und dann habe ich... das war meine ersten Ausbildung, NLP, Practitioner, Master, Trainer, Lehrtrainer gemacht, später dann die ganzen therapeutischen Ausbildungen. Das war ein Startschuss, und dann habe ich 2004. Da war ich dann schon drei Jahre selbstständig als Traumatherapeut unter anderem. Ja, ich habe Seminare geben, auch eine traumattherapeutische Praxis gehabt, und da kam eine Klientin zu mir im Oktober 2004, und ich weiß noch heute, wie ich sie begrüßt habe, wie wir uns gesetzt haben, und ich mit einer ganz normalen Frage gestartet bin, und in dem Moment noch nicht geahnt habe, das, was jetzt passiert, wird mein Leben verändern. Und ich guck sie an und sage, wie geht es ihnen heute? Und dann guckt sie mich an und sagt, gut, und zieht die Augenbrunn-Innenseiten hoch, so wie ich das auch gerade gemacht habe, und ich dachte, komisch,
01:05:23: Speaker 2 habe ich mir das eingebildet? Ich guck sie an und sage, sind sie sicher, dass es ihnen gut geht? Und jetzt habe ich natürlich genau hingeguckt, und ich sage sie ja, ich bin sicher, und zieht die Innenseiten wieder hoch, Querverhalten im Stundzentrum, ja, und ich dachte, ich folge jetzt einfach mal meinen Bauchgefühl, und guck sie an und sage, wissen Sie, ich höre zwar Ihre Worte, und gleichzeitig habe ich irgendwie das Gefühl, dass sie traurig sind. Und dann war es im Moment stille, dann fängt sie an zu weinen,
01:05:49: Speaker 2 und sagt, ich habe gerade überlegt, mir das Leben zu nehmen. Oh Gott. Und ich dachte in dem Moment genau, oh Gott, und der nächste Satz war, und deswegen war es schockierend, weil ich dachte, was wäre passiert, wenn ich das nicht gesehen und angesprochen hätte. Aber der nächste Satz, und der hat mich sehr berührt, war, und ich habe diesen Gedanken noch nie ausgesprochen. Und dann konnten wir in der Therapie anders arbeiten. Das war für mich der Moment, wo ich mir geschworen habe, ich werde jedes Buch, jedes Studie alles lesen, und selbst genau zu diesem Gebiet forschen, damit mir solch ein Gesichtsausdruck nicht entgeht. Nicht entgeht. Und damit ich auch ein System entwickel, um anderen beizubringen, solche Gesichtsausdrücke zu sehen. Und das war letztendlich die Geburtstunde damals von Mimika Sonanz. Es sollte dann auch acht Jahre dauern, bis ich die Methode dieses Drehungskonzept entwickelt habe. Aber das waren zwei Schlüsselmomente. Für mich, wo ich gemerkt habe, Emotionen sind so zentral, und können sich auf so unterschiedliche Arten zeigen, einmal im Innen, im Außen. Und das Thema hat mich nie mehr losgelassen. Und deswegen ist daraus ein roter Faden entstanden, der einen Kern hat. Und das ist der silberne Faden quasi in dem roten Faden, der alles zusammenhält. Und das ist das Thema Emotionen, was mich nicht mehr losgelassen hat.
01:07:02: Speaker 2 Ich werde auslesst, und ich glaube auch nie loslassen wird.
01:07:05: Speaker 1 Wow, danke fürs Teil dieser Schlüsselmomente, die du da erlebt hast, die sind selbst für einen Außenstehen, wie mich sehr beeindruckend. Ich kann das sehr gut nachvollziehen.
01:07:16: Speaker 1 Du hast dann
01:07:17: Speaker 1 Dissertation letztes Jahr geschrieben. Da ging es um, na ja, wie unterschiedlich Menschen Emotionen verarbeiten und welche Rolle dabei auch zum Beispiel frühe Bindungserfahrungen spielen.
01:07:30: Speaker 1 Und wenn ich deine Diss richtig verstanden habe, dann gibt es ja auch wirklich Krankheitsbilder, die man mit zum Beispiel emotionaler Inkompetenz bzw. mit einer Disbalance der Funktionen oder der Kompetenzen, wie du es nennst, in Verbindung, Verbindung bringen kann, richtig?
01:07:45: Speaker 2 Richtig, ich finde Disbalance trifft es am besten.
01:07:48: Speaker 3 Mhm, ja.
01:07:49: Speaker 2 Genau. Was mich interessiert hat, war tatsächlich genau diese Frage. Erst mal, was macht eigentlich Emotionsverarbeitung aus? Ja, weil die meisten denken, wenn sie Emotionen, Emotionsverarbeitung können erst mal einfach nur in Emotionsregulation.
01:08:08: Speaker 2 Und ich dachte, ich habe das Gefühl mit dem, was ich bisher erlebt habe und erfahren habe, dass dabei um mehr geht als nur um reine Regulation. Alleine dieser Schlüsselmoment war meiner Klientin, ja, das war ein Emotionsausdruck, den ich beobachtet habe. Hochziehende Augenbronnenseiten ist eine Bewegung, die sehr, sehr häufig auftritt, wenn wir Trauer spüren. Und gleichzeitig habe ich meine Empathie benutzt, um das zu sehen, um es anzusprechen.
01:08:34: Speaker 3 Mhm.
01:08:35: Speaker 2 Das hat mich zu dem Gedanken dieser Dissertation geführt, zu dieser Kernidee. Und da bin ich auf eine Studie aufmerksam geworden. Und die war so, ich sage mal, der Leitimpuls für meine Thesis, für meine Dissertation. Und zwar gibt es Studien zum sogenannten P-Faktor. Der P-Faktor ist ein Faktor, der das generelle Risiko, eine psychische Störung zu entwickeln, abbilden soll. Und die Frage ist natürlich, was steht im Kern dieses Faktors? Und jetzt gibt es Studien, die zeigen konnten, dass genau dieser P-Faktor, also das Risiko, eine psychische Störung zu entwickeln, und für alle, die jetzt zuhören und denken, hey, aber ich bin das nicht als therapeutätig, oder ich bin auch gesund. Das sind Themen, die hochrelevant auch fürs Thema Prävention zum Beispiel sind. Daraus kann man direkt Dinge ableiten. Da werden wir auch noch darüber sprechen. Also dieser P-Faktor, und der steht, wenn man sich noch eine wissenschaftliche Studien anschaut, der steht in Verbindung oder ist eine Einflussgröße auf eine verminderte Integrität der sogenannten weißen Substanz im Gehirn.
01:09:40: Speaker 2 um sich diese weiße Substanz vorzustellen, steigen wir mal ein bisschen ins Hirn an, auf eine ganz simple Weise, wir vereinfachen das ein bisschen, ja, wir haben ja Nervenzellen im Kopf, und diese Nervenzellen, von denen laufen Achsohne raus, und diese Achsohne laufen zu nächsten Nervenzellen, wir können sagen, das sind Datenkabel, Datenkabel, auf denen die Informationen übertragen werden. Und diese Datenkabel, wie sie es gehört, haben natürlich eine Isolierschicht, damit es keinen kurzen gibt, könnte
01:10:03: Speaker 2 man sagen, im Gehirn. Ja, und damit die Infos schneller laufen. Und diese Isolierschichten im Gehirn, um diese Achsohne, sind Myelinschichten.
01:10:11: Speaker 2 Myelin ist fethaltig und wirkt dadurch, erscheint dadurch, im Hirnscanner weiß. Und deswegen redet man von weißer Substanz, das heißt, es sind diese Achsohne.
01:10:21: Speaker 2 Jetzt konnte man zeigen, dass dieser P-Faktor in Verbindung steht mit einer verminderten Integrität. Dieser Myelinschichten, verminderte Integrität heißt, dass diese Isolierschichten, könnte man sagen, beschädigt sind, reduziert sind, und dadurch die Impulsübertragung nicht mehr so wirksam läuft. Und jetzt kommt der spannende Punkt, Stephanie, zwar genau in den Netzwerken, die für Emotionsverarbeitung zuständig sind.
01:10:47: Speaker 3 Wahnsinn.
01:10:47: Speaker 2 Das heißt, wir sehen hier eine ganz enge Verbindung des P-Faktors, des Risikos in psychische Störungen zu entwickeln und der Emotionsverarbeitung im Gehirn, also selbst auf neu restruktureller Ebene. Und wenn wir uns die Studien anschauen, ganz, ganz viele Studien, das ist wirklich eine Vielzahl, die was immer mehr darauf hin, eine Störung der Emotionsverarbeitung, zieht sich durch alle psychischen Störungen. Ob wir uns Schizophrenie anschauen, Angststörung, Depression,
01:11:15: Speaker 2 Persönlichkeitsstörung, wie Bordereien und so weiter. Und das führt jetzt zu der Frage, was macht Emotionsverarbeitung eigentlich aus? Ja, und wenn ich jetzt mal mir anschaue,
01:11:28: Speaker 2 das Thema Bordereinstörung, ja, eine Persönlichkeitsstörung, wenn ich die zentrale Persönlichkeitsstörung in der Forschung, die wahnsinnig viel beforst wurde, hier sehen wir, und da habe ich gerade in ein Artikel zugeschrieben, in der PTT Persönlichkeitsstörung, Therapie und Theorie heißt die Zeitschrift, wo ich das einmal dargestellt habe. Und was da deutlich wird, ist, dass eben nicht nur die Emotionsregulation gestört ist, aus der Ballon geraten ist, ja, weil Bordereien wird häufig als Emotionsregulation Störung bezeichnet, sondern, wenn man sich die Studien anschaut, auch die Empathie
01:12:03: Speaker 2 disballonsiert ist, was genau Empathie, schauen wir uns noch an, die Empathie. Auch hier muss man sich die einzelnen Komponenten anschauen, es gibt kognitive Empathie, affektive Empathie. Ja, das gucken wir uns näher an Beispielen an, als auch die Emotionsregulation und auch der Emotionsostrock. Und damit sind wir genau bei meinem CFAB-Modell, Coffunctions of Emotion Processing, das heißt, die...
01:12:23: Speaker 1 Das heißt, die funktionieren wirklich in einem Continuum und die so isoliert, ja.
01:12:27: Speaker 2 Die isoliert, es ist ein System, das heißt, wir haben vier Kernfunktionen der Emotionsverarbeitung, wir haben die Empathie, die Selbsteinfüllung, die intrapersonale Emotionsvernehmung, dann haben wir die Empathie, die interpersonale Emotionsvernahme in der Benehmung und dann haben wir noch die Emotionsregulation und den Emotionsausdruck. Und zu allen vier gibt es Forschung und wir könnten sagen, das, was wir im Leben als Emotion erleben und dann als Gefühl, das ist letztendlich der Ausdruck, das Ergebnis einer bollensierten oder gestörten Emotionsverarbeitung.
01:13:04: Speaker 1 damit hast du schon eine supergute Intro gemacht zu dem, worauf wir uns heute eigentlich fokussieren wollen, denn ich glaube, dieses
01:13:11: Speaker 1 der Emotion ist erstens riesengroß und ich glaube, mal ein Grundverständnis zu etablieren, dafür ist es wahrscheinlich total sinnvoll, genau auf diese Kernfunktion einmal einzugehen, zu schauen, was die einzelnen Funktionen ausmacht, wie sie aber auch zusammenspielen,
01:13:25: Speaker 1 wie man sie gut kann, wie man sie auch vielleicht besser lernen kann. Da habe ich ganz viele spannende Fragen für uns heute vorbereitet und ich will noch mal, bevor wir da tiefer einsteigen, nochmal auf deine Ansätze und deine Akademie zu sprechen kommen. Du hast ja nach deiner Diss und der Entwicklung des Modells darin auch weitere Ansätze entwickelt, wie zum Beispiel M-Trace. Und auf dieser Methodik oder auf diesem Ansatz basiert ja auch eurer Arbeit in der Akademie, oder?
01:13:51: Speaker 2 Genau, also...
01:13:53: Speaker 1 Kannst du uns den Ansatz einmal beschreiben, beschreiben für Leib, was steckt hinter M-Trace?
01:13:59: Speaker 2 Sehr gerne. Also M-Trace ist... Oder ich fange mal anders an, diese C-Fabmodelle, was ich gerade beschrieben habe, diese vier Kernfunktionen, sind das große Dach, bei dem was wir machen, sowohl in unserer Forschung als auch bei dem, was wir ganz praktisch machen, weil was die Mission, die Passion ist, die mich antreibt, ist wissenschaftliche Forschung zusammenzuführen und zu übersetzen in praktisch anwendbare Tools.
01:14:23: Speaker 2 wir haben drei methodische Ansätze. M-Trace, was du erwähnt hast, führt letztendlich alles zusammen. Wir haben zum einen M-Source, das ist ein Resilienzcoaching-Ansatz. Und da gucken wir uns speziell an Empathy und Emotionsregulation. Dann haben wir Mimikresonanz, wo es, ich sage mal, an der Oberfläche um nonverbale Signale geht, Mimik, G-Stick, Körperhaltung und so weiter, aber im Kern unter der Oberfläche auch wiederum darum, Emotionsdynamiken zu verstehen. Da geht es um, da trainieren wir Empathy und Emotionsausdruck. Und damit haben wir mit M-Source und Mimikresonanz mit den beiden M's, haben wir die ganzen Kernfunktionen und in M-Trace führen wir letztendlich diese vier Kernfunktionen zusammen und machen das Ganze anwendbar und nutzbar fürs Emotionscoaching. Das heißt, M-Trace ist nicht einfach nur ein Fundusser in Intervention, sondern ein Framework. Wir haben Ideen, wie Emotionen zusammenspielen, Modelle, wie den Motivkompass, den viele kennen. Und dann machen wir das Ganze anwendbar in ganz konkrete, integrative Methoden. Das bedeutet, es geht nicht darum, zu sagen, die eine Intervention ist es, sondern wir orientieren uns an Metaprinzipien. Also ich gebe dir mal ein Beispiel, damit steigen wir schon so ein bisschen ein
01:15:36: Speaker 2 in die Emotionsregulation.
01:15:37: Speaker 2 wir uns fragen,
01:15:38: Speaker 2 was lässt alle Techniken
01:15:40: Speaker 2 funktionieren, die regulieren, sei es im Coaching, sei es in der Therapie, dann ist das für mich eine ganz, ganz zentrale Frage, weil was die Studien, was die Forschung ganz deutlich zeigt ist, dass die eigentliche Intervention, ja, ich zitiere meinen lieben Freund und Neure Wissenschaftler, Damir Del Monte, der Fliegenschissfaktor ist. Das heißt, ja, ob wir das jetzt so oder so machen, spielt letztendlich nachher in der Gesamtwirkung keine Rolle. Aber Achtung, wir müssen uns mit der Intervention am übergeordneten Prinzip orientieren. Und das Interessante ist, wenn wir uns mal anschauen, was ist der Gemeinsam in Nenner und das war übrigens mein Einstieg auch darin, Interests zu entwickeln.
01:16:21: Speaker 2 habe NLP gelernt, das hatte ich erzählt, EMDR gelernt, Typnose gelernt, Klopfinterventionen gelernt. Ja, und das Interessante ist, was mich damals sehr frustriert hat, war, ich habe, ich weiß nicht, ob du die Fastphobia kennst, die sogenannte schnelle Phobietechnik aus dem NLP, wo man sich vorstellt, man sitzt im Vorführraum eines Kinos, sieht sich im Kino, sitzt, wie man sich auf der Leinwand sieht in einer stressigen Situation und dann spult man den Film rückwärts. Ja, das hat der Vorragend funktioniert. Ich habe heute noch eine Postkarte in meiner Praxis von einer meiner ersten Klientinnen Ende der 90er Jahre, die nach New York geflogen ist, aufs Empire State Building, Höhenangst hatte und mit der habe ich
01:16:59: Speaker 2 Film zurückgespult und die hat man dann diese Postkarte geschickt aus New York.
01:17:04: Speaker 2 Das hat super funktioniert. Und man hat damals gesagt, ja, wie funktioniert das, wir entkoppeln damit irgendwie die Emotion. Dann habe ich EMDR kennengelernt, da ist man davon ausgegangen, man aktiviert die Hirnhälften links, rechts im Wechsel, bilaterale Hemisphärenstimulation,
01:17:19: Speaker 2 andere Begründung, hat auch super funktioniert. Klopfintervention. Ja, das war Anfang 2000, 2003, als ich das gelernt habe. Und damals hat man gesagt, es gibt eine Störung des Energieflusses in den Meridianen und wir klopfen diese Akkupressurpunkte, um den Energiefluss wieder in Bewegung zu bringen. So, es hat alles drei super funktioniert und ich dachte, das kann doch nicht sein, dass alles so unterschiedlich wirkt. Ich habe mich gefragt, was ist denn der gemeinsame Nenner? Und dann habe ich eine Studie vor die Augen bekommen und zwar haben die Folgen des gemacht, die haben im EMDR-Prozess statt dieser Augenbewegung, die stimuliert werden, beim Patienten, haben die gesagt, wir lassen die Klienten an der Stelle Tetris spielen. Und das Ergebnis, ja, Tetris kennen wahrscheinlich die meisten, wo man sie Figuren dreht, Geometeustellungen in Linie geben, zack, und dann lösen die sich auf. Und das Ergebnis war das Gleiche. Und das ist natürlich dramatisch, wenn man denkt, es geht um diese Augenbewegung und das meine ich mit Fliegenschissfaktor.
01:18:20: Speaker 2 So, wenn man jetzt dahinter schaut und das finde ich ganz spannend, dann siehst du, ob du einen Film rückwärtsspulst, ob du Punkte tappst, ob du die Augen zäh gerichtet bewegst, links, rechts im Wechsel. Es wird immer der präfrontale Cortex aktiviert.
01:18:36: Speaker 2 diese Aktivierung des präfrontalen Cortex ist ein zentraler Bestandteil jeder Regulatioentechnik, die funktioniert. Es kommt noch ein kleines, eine kleine Zutat leicht dazu. Das heißt, auch wenn wir uns so was anschauen wie eine positive Neubewertung. Auch da haben wir präfrontale Netzwerke. Und jetzt kommt eine Sache dazu. Diese Sache, die dazu kommt, ist, dass gleichzeitig ein Stresszustand aktiviert wird. Also du denkst an eine Prüfung, die dich stresst, Klopfspunkte. Du siehst dich in der Prüfung, spulst den Film rückwärts, du denkst an die Prüfung und bewegst die Augen von links nach rechts. Du denkst an die Prüfung oder spielst Tetris. Das heißt, es wird gleichzeitig das Stressnetzwerk aktiviert und der präfrontale Cortex. Und das kennen wir aus dem Leben. Da passiert es aber ungewollt, ja, im Streit. Hören wir die leise Stimme, die uns zuflüstert, wir streiten uns gerade und denn flüstert dir eine leise Stimme zu, sag es lieber nicht. Und die laute Stimme büllt doch, sag es, nein, lieber nicht. Ja, und das, was wir da erleben, ist einen Amygdaler hijack.
01:19:39: Speaker 2 heißt, die Amygdaler, die schreit sag es. Ja, und die zwingt quasi dem präfrontalen Cortex, seine Agenda auf den der PFC, flüstert noch leise, sag es lieber nicht. Ja, und hier merken wir, diese beiden Netzwerke sind antikorelliert. Fährt die Amygdaler, ganz vor einfach gesagt, sehr stark hoch, fährt der PFC runter. Und jetzt konnte man in den Studien zeigen, dass, wenn wir den präfrontalen Cortex gezielt aktivieren, reguliert es die Amygdaler runter. Man hat zum Beispiel Mütter in den Hirnscanner gelegt und hat diesen Müttern einen Schrei des eigenen Babys eingespielt.
01:20:11: Speaker 1 Das hattest du zitiert, ne? Genau, das ist
01:20:14: Speaker 2 gewohnt. Also, wer eigene Kind hat, ich habe zwei Tüchter. Da war
01:20:18: Speaker 1 ich auch beeindruckt, total.
01:20:20: Speaker 2 Ja, und dann sollten diese Mütter, während sie das hören, hat man natürlich gesehen, dass die Amygdaler feuert, einfach zählen geometrische Figuren zählen. Wie viel rechteckig Figuren siehst du? Und dadurch wird der PFC aktiviert und man konnte zeigen, wie die Amygdaler gleichzeitig unterreguliert und die sich auch weniger gestresst gefühlt haben.
01:20:38: Speaker 2 hier ist es wie das gleiche Prinzip. Ob wir rückwärts zählen, atmen, die Augen bewegen, klopfen, ist es völlig geheil. Wenn wir gleichzeitig an den Stress denken, jetzt passiert, Achtung, jetzt kommt das Prinzip. Ich nenne dieses Prinzip Binauronalität. Wir aktivieren gleichzeitig zwei Netzwerke, die antikoreliert sind. Also, wir heißen, fährt das eine hoch, fährt das andere runter.
01:21:00: Speaker 2 das ist der gemeinsame Nenner. Und daran, jetzt schließt sich hier der Kreis und da bin ich auch fertig mit meiner Antwort,
01:21:05: Speaker 2 und daran
01:21:06: Speaker 2 sich M-Trace. Das ist jetzt ein Beispiel. Da sind andere Wirkfaktoren drin, die wichtig sind. Aber eines von fünf ist Emotionsregulation.
01:21:14: Speaker 2 Und wir gucken, dass wir alles, was wir machen, an diesem Prinzip orientieren. Weil wenn ich das verstanden habe, dann werde ich frei von Methoden. Was du dann erzählt, in der folgenden Studie, man hat in einer Studie folgendes gemacht, das waren traumat therapeutisch Patienten, man hat die gebeten und ein Schlüsselsymptom bei PTBS-Postermatische Belastungsstörungen, sind Flashbacks, intrusive Gedankenbilder. Man hat gefragt, welche Bilder sind für dich besonders belastend? Und das hat gesagt, ja, das Bild, ich sehe immer wieder den Unfall. Und da hat man gesagt, pass auf, bis wir uns das nächste Mal sehen in der nächsten Sitzung, nimmst dir ein Blatt Papier, schreibst auf, wie das Bild aussieht, was da hochkommt, dann schmeiß es weg und spiel 25 Minuten Tetras. Und was passiert ist? Dieses Flashback, was man damit fokussiert hat, 64% runtergegangen im Schnitt, die anderen Flashbacks nur 11%. Und daran siehst du jetzt, könnte man denken, wow, ja krass, nimmst du die Tetras-Therapie, ja, das hätte auch so Doku sein können, das hätte Schachtspielen sein können. Es ist letztendlich eine andere Variante der bineuronalen Aktivierung. Und wenn ich das verstehe, werte ich frei und kann jetzt mit dir in dem Moment genauso arbeiten, wie es für dich, für die Situation und für dein Thema passt. Das ist das Kernprinzip von Mtrace.
01:22:26: Speaker 1 Super spannend. Ich konnte jetzt aber bei deinem letzten Beispiel, kann mich nicht umhin daran zu denken, dass solche Coping-Mechanismen um Umgangsstrategien ja auch ungesund werden könnten, oder? Also jetzt mal an Gaming gedacht oder sonst irgendwas da, immer da, wo ich auch meinen präfrontalen Cortex dann beschäftigt halte, halte ich mich nicht dann auch von gewissen Dingen irgendwie auf eine ungesunde Art und Weise ab?
01:22:49: Speaker 2 Oh ja, jetzt warst du natürlich ein weiteres...
01:22:52: Speaker 1 Sollen wir warten, bis wir da reinsteigen?
01:22:53: Speaker 2 Nein, das ist großartig, wir können da direkt reingehen. Und dann haben wir schon ein paar Sachen über Emotionsregulation besprochen und machen das nachher rund. Tatsächlich ist es so, dass Studien zeigen konnten und Coping, also Regulation ist ein Teil von Coping. Coping kann natürlich noch mehr umfassen als Regulation. Ja, also Beispiel, wenn jetzt wir sprechen hier, es fängt hier neben mir an, die Lampe zu brennen, dann wäre Emotionsregulation wahrscheinlich nicht die angemessene Antwort. Ja, das heißt, ich sehe, oh Gott, es macht mir Stress, dass es da brennt und ich reguliere einfach meine Emotionen. Na, dann wäre es besser, wenn ich einfach lösche. Ja, also Einflussnahme wäre da besser als Regulation zum Beispiel.
01:23:31: Speaker 2 Und jetzt konnten Studien hier zwei Dinge zeigen. Ich habe das große, die große Freude und die große Ehre, dass George Boneno, einer der führenden Resilienzforscher unserer Zeit, einer meiner akademischen Mentoren ist. Und was Boneno zeigen konnte, war, dass die Flexibilität besonders wichtig ist. Ja, es gibt Studien, die konnten zum Beispiel zeigen, man hat untersucht Rheumatoide-Atrides-Patienten und man konnte hier zeigen, dass das, was wir oft denken, nicht das ist, was hier hilft. Und wie gehe ich mit den chronischen Schmerzen um? Und was man gemessen hat, zunächst mal, das war eine prospjektive Studie, man hat das jetzt gemessen und dann geguckt, was passiert. Und man hat zunächst mal die Selbstwirksamkeitserwartung gemessen. Jetzt sagen wir allgemein im Leben Menschen, die eine hohe Selbstwirksamkeitserwartung haben, super, gute, wichtige Ressource.
01:24:20: Speaker 2 Und jetzt konnte man zeigen, ein Jahr später waren die, die hohe Selbstwirksamkeitserwartung hatten, die die am stärksten depressive waren.
01:24:26: Speaker 1 Interessant.
01:24:27: Speaker 2 Ja, weil, wenn ich Selbstwirksamkeitserwartung habe in einem Kontext, wo ich nichts tun kann, geht das nach hinten los, ja? Andere Studie, da hat man folgendes gemacht, man hat zwei
01:24:38: Speaker 2 Situationen gehabt, wo es darum ging, Stress zu regulieren. Einmal ein Moment der Ungewissheit, das heißt, das war ein Moment, wo du entweder auf ein Laborergebnis wartest, auf ein Prüfungsergebnis, du kannst es nicht mehr beeinflussen, du weißt aber nicht, was passiert. Und der zweite Moment war der Moment, wo du das Laborergebnis, das Prüfungsergebnis bekommst. Du weißt, es ist nicht gut und es steht fest, aber du weißt jetzt, worum es geht. Jetzt hat man geguckt, welche Strategien wirken wann und funktionieren.
01:25:02: Speaker 2 sowas wie positive Neubewertung. Im NLP sagt man reframing.
01:25:07: Speaker 2 Sowas wie, ich spreche mit dir darüber, wie es mir geht, hat in Momenten der Ungewissheit nicht mehr so gut funktioniert, da hat geholfen die Akzeptanz.
01:25:17: Speaker 2 Wenn das Ergebnis da war und die Gewissheit war da, jetzt auf einmal, hat positive Neubewertung gut funktioniert und auch das mit anderen darüber reden. Daran sehen wir, Überschrift, Fazit, Druckschluss der allgemeinen Wirksamkeit.
01:25:32: Speaker 3 Ja, genau.
01:25:34: Speaker 2 Kein Tool wirkt immer. Und was wir brauchen, ist ein genau, ein ausbollonsiertes Reaktionsreparatua. Wir müssen Flexibilität trainieren und das ganze Kontext sensitiv. Das ist eine ganz wichtige Erkenntnis. Ich brauche sowas wie, was in manchen Momenten meines Lebens geht es darum, Einfluss zu nehmen, in anderen zu akzeptieren. In manchen Momenten ist es wichtig, dass ich mich innerlich distanziere auf Abstand gehen kann und in anderen, dass ich wohlwollend mich öffne und mich annähere. Wir brauchen alles. Und eine zweite Idee, die auch George Boneno geprägt hat, war die Idee des Ugly Coping. Das heißt, was er zeigen konnte, Teil dieser Flexibilität, ist auch, dass ich manchmal Dinge mache, wo wir eigentlich sagen, oh, ist jetzt aber keine gute Idee. Also ich setz mich vor den Rechner und zocke die ganze Nacht durch, weil ich merke, es lenkt mich ab, es tut mir gerade gut, es entlastet mich. Wenn ich das ständig mache, ist es nicht gut. Wenn ich es mal mache, weil ich es jetzt gerade brauche, kann es mich entlasten. Aber ich bin komplett bei dir, deswegen ist das, was du gesagt hast, genau die Frage der Balance.
01:26:41: Speaker 2 Manchmal ist es gut, sich mit einer Sache auseinanderzusetzen und dem nicht zu regulieren, weil Regulationen kann auch Vermeidung sein und manchmal ist das genau das Richtige.
01:26:51: Speaker 1 Super interessant und ein super schönes Beispiel auch für die, ja, ich sag mal ambivalenz, in der auseinandersetzung mit diesen Themen, das fand ich jetzt extrem spannend, vor allen Dingen auch die Tatsache, dass, naja, also der Weg, wie man sozusagen entscheidet, was ist jetzt genau gesund und richtig für mich? Ich glaube, das verstehen wir besser, wenn wir jetzt noch mal da reingehen, die Themen noch mal besser, begrifflich auch zu definieren. Eine Emotion beispielsweise, du hast es ja auch schon so ein bisschen angedeutet. Die ist nicht nur, also das ist ein kognitiver Prozess, das ist aber auch ein affektiver Prozess, das ist aber auch ein physiologischer Prozess im Grunde genommen. Was gehört denn alles zu einer Emotion dazu und was kommt zuerst und was kommt danach? Kann man das überhaupt sagen?
01:27:42: Speaker 2 Grundsätzlich ist es so, dass es einige Emotionstheorien gibt,
01:27:47: Speaker 2 am Markt, die debattiert werden, das Feld ist wahnsinnig stark in Bewegung und ich finde die Frage spannend, wie können wir da Brücken schlagen.
01:27:56: Speaker 2 Und eine Emotion kann man zunächst mal definieren, als eine biopsychosoziale Reaktion, die kurz dauert, offen in der Ereignis, was eine Bedeutung für mein Wohlbefinden hat und die meistens, meistens Ereignisse, die eine Handlung erfordern. Was meine ich mit biopsychosozial ist, ist das, was du letztendlich gesagt hast, also eine Emotion ist immer biologisch, das heißt es passiert was im Körper, bei Angst wird die Durchblutung in den Beinen gesteigert, damit die schneller rennen kann, bei Ager in den Armen, Herzschlag beschleunigt sich und so weiter. Dann haben wir biologisch, psychologisch, das heißt Emotionen gehen eine her mit spezifischen Gedanken, mit kognitiven Prozessen, Annäherungsmotivation, Vermeidungsmotivation, Wahrnehmung, die sich öffnet, Wahrnehmung, die sich eingrenzt und dann haben wir biopsychosozial, Emotionen drücken sich aus sozial aus, hier haben wir die Handlungskomponente und auch den Emotionsausdruck, weil wir dürfen nicht vergessen, die Natur hat nicht umsonst dafür gesorgt, dass wir Emotionen unbewusst nach außen auch ausdrücken, damit sie sich transportieren, damit andere es sehen und das erleichtert wieder Kooperation und damit überleben. Eine Emotion entsteht zunächst mal unbewusst. In dem Moment, wo ich jetzt diese ganzen Dinge wahrnehme im Körper, ich merke, ich habe bestimmte Gedanken, ja, ich merke, ich denke an die Prüfung, oh Gott, hoffentlich schaffe ich das, ich merke irgendwie, oh, habe ich so ein bisschen Bauchwee, ja, und jetzt setze ich das zusammen und merke, ich glaube, ich habe gerade Angst.
01:29:24: Speaker 2 Ja, jetzt wird die Emotion zu einem Gefühl.
01:29:29: Speaker 2 Und jetzt kann ich damit natürlich auch was machen, jetzt im Kühlschirm.
01:29:33: Speaker 1 Das heißt, Gefühl entsteht dann, wenn ich es benenne.
01:29:35: Speaker 2 Ja, Gefühl entsteht dann, wenn ich es benenne, also wenn ich es bewusst wahrnehme und benenne, dann wird die Emotion zum Gefühl, nicht jede Körperempfindung ist eine Emotion und nicht jede Emotion wird zum Gefühl.
01:29:48: Speaker 2 Und das ist ein ganz, ganz wichtiger Punkt, auch bei der Frage, was sehe ich eigentlich in der Mimik? Ich sehe in Mikroexpression, wie bei meiner Klientin, sehe ich Emotionen. Das heißt, das muss nicht immer bewusst sein und so kann ich zum Beispiel als Coach, als Therapeut, meine Empathie, meinen Blick für Mikroexpression benutzen, um deine Empathie zu trainieren, indem ich dir rückkoppel, was ich an Emotion beobachte, dadurch wird die Emotion zum Gefühl. Ja, und damit sind wir auch schon im Bereich der interpersonellen Irrregulation, ich spreche das an, du wirst dir das bewusst, da kannst du es regulieren. Genau, also das war als Kurzdefinition, Emotion und Gefühl. Und was du gerade auf Emotionsebene, ist es alleine schon spannend, wenn wir jetzt hier natürlich viele Interventionen fokussieren, gerade in der positiven Psychologie zum Beispiel, auf das stärken kultivieren bestimmter Emotion. Ja, und um das vielleicht noch rund zu machen zu dem, was wir vorher gesagt haben, ich nehme mal Dankbarkeit. Ja, Dankbarkeit ist...
01:30:39: Speaker 1 Wichtige Emotionen für Gesundheit.
01:30:40: Speaker 2 Wichtige Emotionen für Gesundheit, ganz viele Studien dazu. Und Studien zeigen, oder ich formuliere mal anders, ich sage gerne in meinen Seminaren, die Menschen, die ein Dankbarkeitsjournal führen, sollten meistens eigentlich lieber ins Stolzjournal führen. Was meine ich damit?
01:30:57: Speaker 2 Studien konnten zeigen, dass Dankbarkeitsinterventionen nicht bei jedem wirken. Es gibt Menschen, die fühlen sich da noch schlechter, in bestimmten Kulturen...
01:31:07: Speaker 1 Weil sie seit zehn Tagen das Gleiche schreiben und nichts Neues mehr finden.
01:31:10: Speaker 2 ...die tatsächlich, und jetzt wirst du überrascht sein, tatsächlich die, die vorher schon sehr dankbar waren.
01:31:15: Speaker 1 Oh, interessant.
01:31:16: Speaker 2 Und das ist spannend. Und in kollektivistischen Kulturen, wo der Fokus aufs Gemeinwohl gerichtet ist, typischerweise in Asien zum Beispiel, da wirken Dankbarkeitsinterventionen nicht so gut wie in individualistischen Kulturen, wie in den USA oder in Deutschland. Und das ist ganz leicht zu erklären. Ja, ich habe ohne da jetzt zu tief rein zu gehen, ja, dieses Modell des Motivkompass entwickelt. Der sagt, wir haben vier grundlegende Grundmotive, die habe ich angelehnt an Klaus Grave und Norbert Bischoff. Und diese vier Grundmotive, skizzier das einmal kurz. Wir haben Streben nach Durchsetzung und Einfluss, nach Selbstwirksamkeit nach Handlungsfähigkeit. Wir haben den Streben auf der anderen Seite liegend nach Harmonie-Geborgenheit, nach Nähen, nach Wärmen, nach Empathie. Ja, ich nenne das die Achse des sozialen Status. Hochstatus, Tiefstatus sich durchsetzen oder anpassen. So, dann haben wir noch eine weitere Achse. Da geht es nicht um den sozialen Status, sondern um den Umgang mit Veränderung. Wir haben den Streben nach Ordnung und Stabilität. Wir wollen Dinge verstehen, strukturieren, einsortieren. Wir wollen Beständigkeit. Und wir haben gegenüberliegend den Streben nach Inspiration und Leichtigkeit. Nach Kreativität, Neugierde im Leben, Lebenslust, Neues zu erleben. Das nenne ich die Achse des situativen Status. Im Sinne von, da darf die Situation sich verändern oder eher beständig bleiben. Und wenn wir, und da habe ich jetzt die Emotionen.
01:32:39: Speaker 1 Und das kommt aus dem Motivationskompass.
01:32:40: Speaker 2 Das ist der Motivkompass, genau.
01:32:42: Speaker 1 Motivkompass, tschuldigung.
01:32:43: Speaker 2 Und jetzt haben Menschen unterschiedliche Präferenzen. Manche haben eine stärkere Präferenz im Bereich Harmonie-Geborgenheit. Manche haben eine stärkere Präferenz im Bereich Durchsetzung Einfluss. Jetzt habe ich verschiedene Emotionen in diese einzelnen Grundmotive zugeordnet, weil das Grundprinzip ist, unangenehme Emotionen sind hin bei Schilder auf unerfüllte Bedürfnisse. Angenehme Emotionen auf erfüllte Bedürfnisse. Also unangenehme Emotionen signalisieren wir zunächst mal, hey, da ist ein Bedürfnis nicht erfüllt. Und in der Emotion an sich steckt schon die Lösungsenergie drin. Emotionen sind Copingmechanismen. Um mich wieder ins Gleichgewicht zu bringen, jetzt nehme ich mal zwei Beispiele raus. Eins und dann komme ich zu Dankbarkeit, nimm mal Ärger. Ärger gehört zum Felddurchsetzung und Einfluss. Wenn ich Ärger spüre, dann heißt das, mein Bedürfnis nach Durchsetzung Einfluss, mein Grundmotiv ist grad verletzt. Ärger erhöht laut Studien die Reaktionsgeschwindigkeit und die Körperkraft. Das heißt, es aktiviert Handlungsfähigkeit. Jetzt konnten Studien zeigen, aktivieren wir Ärger in Momenten, wo wir was tun können, wird das Immunsystem aktiviert. Aktivieren wir Ärger hingegen in Momenten, wo wir nichts tun können, im Stau. Hier konnten Studien zeigen, fünf Minuten Ärger, sechs Stunden geschwächtes Immunsystem. Das heißt, hier implodiert der Ärger, weil er in einem Kontext auftritt, richtige Emotion zur falschen Zeit am falschen Ort. Hier merken wir auf wieder die Funktion von Emotiones Kontext gebunden. So jetzt nehme ich Dankbarkeit. Dankbarkeit liegt im harmoniegeborgenheitsfeld. Dankbarkeit verbindet uns mit anderen Menschen. Dankbarkeit lässt uns Dinge annehmen.
01:34:32: Speaker 2 Wenn ich jetzt eine starke Präferenz im Feld harmoniegeborgenheit habe, jetzt hätten wir auch kollektivistische Kulturen. Ich habe eh schon guten Zugang zu Dankbarkeit. Dann macht noch mehr Dankbarkeit, mein System, man könnte sagen, unbolanzierter und regider. Ich habe eh schon guten Zugang dazu. Jetzt bräuchte ich eher das gegenüberliegende Feld, das Durchsetzungseinfluss fällt und da liegt authentischer Stolz. Was habe ich durch mein Handeln erreicht, worauf ich stolz bin? Und das würde das System bolanzieren. Das finde ich ganz spannend, wenn wir einfach nur Menschen sagen, mach man Dankbarkeitsjournal, kann das nach hinten losgehen. Das heißt, ich gucke individuell, wo sind deine Präferenzen?
01:35:14: Speaker 2 Und dann gebe ich dir die angenehme Emotionen mit, die bei dir das System am stärksten in die Balance bringt und damit deine Beweglichkeit fördert. Weil was ganz spannend ist, dass Menschen die...
01:35:25: Speaker 1 Das ist nicht so ein cooles System darüber nachzudenken.
01:35:26: Speaker 2 Ja, ganz wichtig. Das finde ich total hilfreich. Und dann kommt
01:35:29: Speaker 1 immer darauf an, was ist deine Baseline, wo kommst du her? Ja, exakt. Also wenn du sowieso schon dankbar bist, dann why push for more? Also dann schau dir auch in andere Bedürfnisse. Da ist wahrscheinlich mehr zu tun. Und insgesamt, der Kreis muss rund werden und nicht
01:35:44: Speaker 2 total skewed. Der Kreis muss rund werden. Und dieses Modell benutze ich als Grundlage für ganz vieles, was wir tun. Ja, was ich vorhin zum Beispiel zu den Coping-Stealing gesagt habe. Einflussname ist Durchsetzung, Einfluss. Akzeptanz ist harmoniegeborgenheit als Coping-Steal. Im Bereich Inspiration, Leichtigkeit ist eine Emotion. Ich habe verschiedene sogenannte Superressourcen definiert, die übergeordnet sind. Unsere Alltagsressourcen, die haben besonders starken Impact auf unseren Organismus. Und da liegt Erfurcht.
01:36:15: Speaker 2 Die Wunder dieser Welt zu sehen. Rate mal, womit Erfurcht korreliert. Menschen, die leicht Erfurcht spüren können, die Perspektive wechseln, können positive Neubewertung vornehmen. Und im Bereich von Ordnung, Stabilität liegt sowas wie Regulation.
01:36:29: Speaker 2 Ja, und damit ist das ja übergeordnet. Das finde ich ganz wichtig, wie du gesagt hast, eben, es nicht eindimensional zu betrachten, sondern sich bewusst zu machen. Emotionen sind ein System. Es geht um die Emotionsdynamiken. Emotionen sind die Sprache unserer Motive. Und wenn ich mir dessen bewusst werde, kriege ich vielleicht doch ein Gefühl dafür, was brauche ich jetzt eigentlich gerade? Was würde mich bologisieren und mehr Flexibilität möglich machen? Also das vielleicht noch, um das abzurunden zu der Frage auch, was sind Emotionen? Das heißt,
01:37:01: Speaker 2 Emotionen bewegen sich auch in dem System und sind nie isoliert zu betrachten und sind letztendlich die Sprache, wir könnten auch sagen, die Leuchtfeuer unserer Bedürfnisse.
01:37:10: Speaker 1 Die Leuchtfeuer unserer Bedürfnisse. Und die Leuchtfeuer unserer Bedürfnisse zu erkennen. Dazu brauche ich eine ganz bestimmte Kompetenz, nämlich die Empathie.
01:37:21: Speaker 1 Und jetzt hast du gerade schon sehr viel darüber gesprochen, was jetzt sage ich mal auch Teil dieser Kompetenz irgendwie ist. Aber diese Fähigkeit, die eigenen Emotionen wahrzunehmen und zu verstehen, gehört auch dazu richtig, sie benennen es so können. Ich sehe, da sind eigentlich so zwei, ich sage mal Bausteine drin. Zum einen diese Verbindung zu sich selbst, was fühle ich eigentlich gerade. Und zum anderen dann aber auch wirklich ganz lapidar, das Vokabular für verschiedene Emotionen auch zu haben, oder? Ja. Es gibt ja so einen tollen Atlas of the Heart von Brinne Brown, da beschreibt sie irgendwie so ganz viele unterschiedlich auch nuancierte Emotionen, Wörter, die ich glaube ganz viele Menschen einfach gar nicht so nutzen, kennen.
01:38:03: Speaker 1 Ja. Wie baut sich das so zusammen? Die Empathiefähigkeit?
01:38:07: Speaker 2 Ja, also Empathie als Begriff geht zurück auf eine liebe Kolleginnen und Freundin von mir, von die Neubrand, deutsche Psychologen auch und sie hat diesen Empathie Begriff definiert, weil in ganz ganz vielen therapeutischen Schulen immer wieder betont wird, es geht darum den Menschen in Kontakt mit sich selbst zu bringen, es geht darum authentisch zu sein, zu fühlen, was los ist. Und dieses Feld war tatsächlich überhaupt nicht systematisiert. Ja, da sind Begriffe wie Emotionsdifferenzierungsfähigkeit, dann kennen wir so etwas wie Alexi Thymie gefühlt, gefühlt,
01:38:38: Speaker 2 dann teilweise Metacognition, die eigenen Emotionen von außen wahrzunehmen und sie hat das systematisiert und hat gesagt, Empathie ist die Fähigkeit. Also erstmal ist es von der Grundidee introversive Empathie und wir haben vier Dimensionen dieser Empathie, die eigenen Emotionen wahrzunehmen. Da geht es ganz viel auch ums Thema Interozeption, was ist in meinem Körper los, spüre ich das überhaupt, negativ gepult, wer quasi Alexi Thymie gefühlt, blindheit, da gibt es ganz viele Studien allein zum Wahrnehmen der Emotionen, wie das mit psychischer Gesundheit, auch körperlicher Gesundheit zusammenhängt. Ja, viele Menschen verwechseln Erschöpfung mit Hunger, die sind eigentlicher Schöpften im Fang an zu essen.
01:39:25: Speaker 2 Also Wahrnehmen von Emotionen, Verstehen von Emotionen, ja das mündet jetzt ganz viel in die Dinge, die wir schon besprochen haben,
01:39:32: Speaker 2 das was du gerade gesagt hast, Wörter dafür zu haben, wir machen ganz viele Übungen beim MISOS zum Beispiel, um das Emotionsvokabular aufzubauen, die Bedürfnisse dahinter zu verstehen, was will mir die Emotionen eigentlich sagen, also Wahrnehmen von Emotionen, Verstehen, Annehmen,
01:39:47: Speaker 2 das Annehmen von Emotionen ist ein weiterer wichtiger Punkt, dazu gleich ein bisschen mehr und dann die Metaposition, das ist die vierte Dimension. Das heißt zu sagen, hey, ich bin mir meiner Emotion bewusst, aber ich bin nicht meine Emotion. Ich bin mir meines Ergers bewusst, aber ich bin nicht mein Ärger.
01:40:04: Speaker 1 Das ist für mich zum Beispiel, als ich mich über dieses Thema, als ich mich vorbereitet habe und in der Vorbereitung die Fragen erstellt habe und so, da dachte ich auch so, ich glaube, das mache ich zum Beispiel persönlich falsch. Also ich glaube, ich identifiziere mich dann in diesen Momenten so stark mit meiner Emotion, und das ist mir persönlich zum Beispiel ganz schlecht gelingt, da schnell auch wieder rauszukommen. Man sagt ja immer so, die Emotionen dauern dann eigentlich irgendwie, ich glaube, 90 Sekunden sagt man so richtig.
01:40:31: Speaker 2 Ja, das ist ein schöner Mythos, den es immer gibt.
01:40:33: Speaker 1 Vielleicht kannst du die korrigieren. Genau, weil für mich ist das definitiv nicht so, ich bin ein bisschen länger drin gefangen.
01:40:38: Speaker 2 Ja, definitiv, und das ist genau der Punkt. Ja, das sind immer diese populär wissenschaftlichen Ideen mit 90 Sekunden.
01:40:44: Speaker 3 Danke für die Korrektur.
01:40:45: Speaker 2 Wie du merkst, du bist da drin länger gefangen und da machst du nichts falsch, sondern du merkst,
01:40:51: Speaker 2 weißt du, das, was das Schöne ist, das kann jeder ja mal mitmachen beim Zuhören, sich zu fragen, okay, erstmal in der Empathie. Wie gut kann ich diese Empathie für mich anwenden im Alltag, auch in verschiedenen Kontexten, auf einer Skala von 0 bis 10.
01:41:06: Speaker 2 Ja, und um das differenzierter zu machen, wie gut kann ich meine Emotionen wahrnehmen? Da merkst du, hey, da bin ich gut. Wie gut kann ich sie verstehen, auch benennen, da bin ich gut. Wie gut kann ich verschiedene Emotionen annehmen? Da werden wir merken, manche Emotionen, die fallen uns leicht, bei anderen haben wir ein paar Schwierigkeiten, ja, bei manchen die sagen...
01:41:24: Speaker 1 Ja, da sind so ein bisschen Judgy, die finden doof. Das machen nur dobe Leute.
01:41:27: Speaker 2 Das sieht aus, ja, manche...
01:41:28: Speaker 1 Leid sein, allversüchtig sein.
01:41:29: Speaker 2 Leid sein, allversüchtig, stolz sein. Ja, auch ganz spannend, da manche sagen, hey, Ärger ist nicht in Ordnung, den auszudrücken, andere sagen, hey, ich zeig doch nicht meine Angst, ich bin noch keine Lusche.
01:41:41: Speaker 2 Also deswegen ist es ganz unterschiedlich und übrigens alleine zu dem annehmen. Bevor ich darauf eingehen, was ich noch sagen wollte, und du merkst zum Beispiel, es ist nur die Metaposition. Das heißt, deine Aufgabe wäre dann zu üben, in solchen Momenten zu gucken, was würde mir helfen, mich von der Emotion ein Stück weit gesund zu distanzieren zu sagen, ich bin mehr der Emotion und probier das mal aus. Das ist eine gute Übung, wenn man merkt, die Emotion, die die übernimmt ein so, man verschmilzt mit der Emotion, in dem Moment einfach Folgendes zu machen, tief durchatmen, ja, die Forschung zeigt allein dieses tiefe Durchatmen, erhöht die Herzratenvariabilität, aktiviert den PFC wieder, den präfrontalen Kontext, ja, und dann, dann frage ich mich, okay, was ist eigentlich gerade da, ohne zu wehrten, was sind die, jetzt kommen wir auf die drei Komponenten der Emotion, was ist gerade an Gedanken,
01:42:32: Speaker 2 Körperempfindungen, Verhaltenssympulsen da, okay, ohne zu wehrten. Und dann frage ich mich, welche Emotionsspür ich eigentlich gerade? Jetzt sage ich mal Ärger. Wo spür ich den Ärger im Körper? Und dann sage ich Folgendes, dann sage ich mir dreimal innerlich, ich bin mir meines Ärgers bewusst, aber ich bin nicht mein Ärger. Ich bin mir meines Ärgers bewusst, aber ich bin nicht mein Ärger. Ich bin mir meines Ärgers bewusst, aber ich bin nicht mein Ärger. Also nochmal im Schnelldurchlauf, ich auch mal tief durch, ja, damit verbinde ich mich mit dem gegenwärtigen Moment, rege die Regulation an, dann
01:43:06: Speaker 2 frage ich mich, was ist jetzt, ohne zu wehrten, welche Gedanken, Körperempfindungen, Verhaltenssympulsen sind da, dann benenne ich die Emotion, spüre sie im Körper und dann nutze ich diesem Satz. Und übrigens damit hast du, das ist ein komplettes Empathietraining, was wir gerade machen, ja, dieses Atmen, dann frage ich mich, was ist jetzt, damit nehme ich, schuldig, das Wahrnehmen, Wahrnehmen an Gedanken, Körperempfindungen, Verhaltenssympulsen, ja, und wertungsfreies Wahrnehmen ist gleichzeitig annehmen, dann frage ich mich, okay, welche Emotion ist gerade da, was bewegt mich gerade? Ah, Rührung, ja, und ich bin mir meiner Rührung bewusst, aber ich bin nicht meine Rührung, damit trainiere ich die Metaposition und damit habe ich mit diesen Schritten ein schönes Empathietraining, wenn ich das immer wieder am Alltag mache, ja, dann merke ich, dass ich genau die Facetten trainiere, die mir vielleicht schwer fahre. Und jetzt, pass auf, jetzt kommt der entscheidende Punkt. Annehme Haltung, hochspannend, auch gerade fürs Gesundsein. Studien konnten zeigen, diese Schulen sind brandneu, ja, das ist, das ist das, ich muss mich abends zwingend schlafen zu gehen, ich muss mich morgens zwingend zu frühstücken und meinen Sport zu machen. Ich mache das immer morgens, weil ich am liebsten sofort an die Forschung möchte, sofort Studienlesen möchte, selber forschen möchte, weitermachen, ja, weil
01:44:28: Speaker 2 kommen jeden Tag neue Studien raus und vor drei Jahren ging es ungefähr los, dass die Forschung zu Emotionsüberzeugungen richtig Fahrt aufgenommen hat, Emotionsüberzeugungen, und diese Forschung untersucht, wie die Gedanken, die wir unsere Überemotionen haben, und die normative Bewertung, die normative Einordnung, was das mit unserer Gesundheit macht. Und die Forscher haben zwei Kategorien an Emotionsüberzeugungen definiert und identifiziert. Erstens, und damit sind wir hierbei annehmen, glaube ich, dass meine Emotionen Information oder dass sie Störungen sind. Glaube ich, dass meine Emotionen generell wünschenswert sind, und hier lade ich dazu ein, aufzuhören von positiven und negativen Emotionen zu sprechen, ja, weil wenn ich das mache, teile ich die normativ ein, ich bewerte und ich sage, es gibt Emotionen, die sind schlecht, die müssen weg,
01:45:15: Speaker 2 ja, und jede Emotion hat eine Funktion. Also, glaube ich, dass meine Emotionen wünschenswert sind, und glaube ich, dass ich ihnen ausgeliefert bin, oder dass ich sie beeinflussen kann. Und Studien konnten zeigen, dass wenn ich glaube, dass meine Emotionen grundsätzlich Informationen sind, wünschenswert sind, und dass ich Emotionen beeinflussen kann, dann steigt das Wohlbefinden, und jetzt kommt ja Wahnsinn, ich werde automatisch flexibler regulieren in Stressmomenten, weil Studien konnten zeigen, dass wenn wir solche positiven Überzeugungen über unsere Emotionen haben, dass wir dann in Momenten des Stresses eher das machen, was in dem Moment auch adaptiv ist, was hilft,
01:45:56: Speaker 2 Strategien vermeiden, die den Stress eher verstärken.
01:46:00: Speaker 1 Weil wir es dann nicht verstrickt in unserer Bewertungsverdrängung,
01:46:04: Speaker 1 Verurteilung, ich will das alles nicht fühlen.
01:46:08: Speaker 2 Wir nehmen das an genau und sind dadurch beweglich im Inneren, und da konnten Studien auch wieder zeigen, übrigens, dass gerade diese emotionale Beweglichkeit und Flexibilität übrigens auch in der Therapie prognostiziert, wer profitiert von der Therapie und wer bleibt eher stecken.
01:46:23:
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