#46 Die versteckte Kraft hinter deinen Mustern (Transformation) - mit Dr. Thomas Gartenmann

Shownotes

Dr. Thomas Gartenmann begleitet seit Jahrzehnten Menschen und Organisationen durch tiefgreifende Veränderungsprozesse und er weiß aus eigener Erfahrung, dass echter Wandel nie dort beginnt, wo wir ihn vermuten. Nicht im Kopf. Nicht im Kalender. Sondern in dem, was unser Nervensystem längst entschieden hat, bevor wir überhaupt nachgedacht haben. In diesem Gespräch erzählt Thomas offen, wie seine eigene Biografie ihn geprägt hat und welche Krisen ihn zu dem gemacht haben, der er heute ist. Wenn du dich manchmal fragst, warum bestimmte Muster einfach nicht verschwinden, warum du weißt, was du ändern willst und es trotzdem nicht tust, dann wirst du in dieser Folge einige Antworten finden, die tiefer gehen als die üblichen. Thomas erklärt, wie Emotionen, Körpergefühl und tief verankerte Überzeugungen zusammenspielen und warum das Verstehen dieser Zusammenhänge der erste, entscheidende Schritt in jede echte Veränderung ist.

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Transkript anzeigen

01:00:00: Speaker 1 Herzlich willkommen bei einer neuen Doppelfolge im Gesundsein-Podcast. Heute nehmen wir die erste Episode zum Thema Transformation auf. Und zwar mit Thomas Gartenmann. Hallo Thomas, freut mich, dass du da bist.

01:00:12: Speaker 2 Hi, Stephanie. Ja, schön, dass ich da sein kann.

01:00:15: Speaker 1 Wir haben uns vorgenommen, über Transformation zu sprechen. Und Transformation ist ja ein riesiges Feld. Und wir haben es zumindest mal ideenweise in zwei

01:00:26: Speaker 1 Episoden sozusagen aufgeteilt. Wir starten heute mit der Episode und dem Fokus auf den Menschen. Und du stellst dich am besten erst mal vor, damit die Leute verstehen, warum ich mit dir ausgerechnet mit dir über Transformation sprechen möchte. Denn ich glaube, du hast sowohl persönlich eine Perspektive, aber eben auch die berufliche. Und das finde ich ganz wunderbar.

01:00:48: Speaker 2 Schön. Ja, ich glaube, es fängt immer bei einem selber an. Und das ist auch beim Thema Transformation.

01:00:57: Speaker 2 Ich brauche, oder ich sollte ein bisschen Kontext geben. Mein Vater kommt aus Bern.

01:01:04: Speaker 2 Das ist das Wappentier der Bär und meine Mutter kommt aus Berlin. Das ist das Wappentier auch der Bär.

01:01:10: Speaker 1 Wie lustig.

01:01:11: Speaker 2 Das ist die Gemeinsamkeit. Mein Vater wurde Ende 50er Jahre nach Deutschland geschickt, um, er kommt aus einer Unternehmerfamilie das Business aufzubauen, war in Bern verlobt, so wie ich es verstanden habe, ganz happy. Und das war damals noch so, da meinte dann sein Vater so, du gehst jetzt nach Deutschland, baust das Geschäft auf. Was er dann gemacht hat, wahrscheinlich ein bisschen widerwillig und

01:01:37: Speaker 2 der Ausdruck von diesem Wiederwillen könnte man so rein interpretieren, war dann, dass er gerade mal drei Fauspaß begangen hat, er hat meine Mutter kennengelernt,

01:01:47: Speaker 2 eine Deutsche, was zu der Zeit gar nicht ging.

01:01:51: Speaker 2 dann hat man mich noch erwartet, was ja im katholischen Kontext gar nicht geht.

01:01:55: Speaker 2 Wie bitte unerwartet? Ja, das ist ja manchmal, glauben wir ja, dass die Dinge immer so völlig plötzlich passieren.

01:02:03: Speaker 2 Und ich bin

01:02:05: Speaker 2 dem Kontext, also meine Mutter hat noch als Kind den Krieger lebt, also viel Stress in Berlin. Also das ist sehr, sehr, sehr belastend gewesen und ihre Strategie war eine sehr große Positivität und sich darauf zu fokussieren, was funktioniert. Mein Vater war auch sehr ängstlich, der hat es dann eher so gemacht, dass er Dinge kritisiert hat und versuchte, die zu beeinflussen. Und ich glaube aus dieser Mischung heraus und natürlich meine eigenen Anteile bin ich sehr ängstlich als Kind gewesen und sehr neugierig. Das ist irgendwie die witzige Kombination. Die

01:02:41: Speaker 2 Neugierde hat mich erst mal zum Lesen und zu diesen Welten in den Büchern gebracht.

01:02:46: Speaker 1 Das war ja nicht gefährlich.

01:02:48: Speaker 2 Das war nicht gefährlich. Es war spannend und aus dem sicheren Sessel oder ich habe dann, also ganz klassisch, sollte ja das Licht ausgeschaltet werden, habe ich dann die Taschenlampe genommen, weil ich dieses Buch unbedingt noch fertiglesen wollte und habe dann also bis 10.11. Unter der Decke gelesen und alles. Also mit, also sehr gern Märchen.

01:03:08: Speaker 2 ziemlich alle von Griechischen bis zu Rüder Krim und andere und auch Science-Fiction. Also alles was irgendwie so neue Welten darstellte, bis dann ein bisschen so Wissenschaft dazu kam. Das war so das eine.

01:03:24: Speaker 1 Da warst du dann aber wahrscheinlich schon ein bisschen älter, oder?

01:03:26: Speaker 2 Da war ich so 11 oder 12. Ich wollte dann eigentlich Ägypdologe werden. Ich habe alles über Ägypdie gelesen. Howard Carter, ich glaube 1922 tut der eigentlich Arm und das Grab gefunden. Jeder hat ihn belechelt und hartnäckig hat er das gefunden und schon allein die Entzifferung von den Hyroglyphen, das war eine spannende Geschichte. Schampoli mit dieser Stähle.

01:03:50: Speaker 2 Ich hatte mich sehr bewegt. Ich habe nochmal der Kontext. Das war in den 60er Jahren war das so Schule, Mittagessen und ja mach mal dein Zeug und abends wenn es dunkel wird bist du wieder da. Also viel Freiheit.

01:04:04: Speaker 2 geb glaub noch so zwei Sachen, die so wirklich mein Leben sehr bestimmt haben und das ist ja immer lustig, wenn du zurückguckst, dann entdeckst du ja erst die Punkte. Also während es ist, ist es eigentlich nicht so. Mein Vater hatte mit seinem Unternehmen eine richtige Krise, die er dann in der Kommunikation noch noch reichlicher gemacht hat, als es in dem Punkt war. Also das hat mich dann wirklich so existenziell durchgeschüttelt.

01:04:29: Speaker 2 Das war sehr mit Angst besetzt und das Zweite war, dass ich die Chemie entdeckt habe.

01:04:35: Speaker 2 Einen tollen Chemielehrer.

01:04:37: Speaker 2 Der kam in die erste Stunde rein und sagte, das ist jetzt die Chemiestunde. Was ist der Unterschied zur Physik und wie alle so? Ja, irgendwas. Name und Blatt Papier. Zarisse sagt, das ist Physik. Und hat es genommen, angezündet, das ist Chemie. So, wir machen jetzt Chemie.

01:04:53: Speaker 3 Sehr cool.

01:04:55: Speaker 2 Ja, und so diese didaktischen

01:04:58: Speaker 2 Elemente, das hat mich dann auch schon interessiert

01:05:00: Speaker 2 Und

01:05:01: Speaker 2 habe dann Chemie studiert, pädagogik und im Schule geben oder in der Assistenz super mit den Leuten. Also wirklich spannend. Hat mir sehr viel Spaß gemacht und war ein bisschen repetitiv. Dann war ich in der Forschung, war auch in England, hatte ich so einen Forschungsauftrag und dachte, wow, das ist ja ziemlich einsam. So ein Labor trifft man sich zum Kaffee und dann mal zur Besprechung und dann bist du wieder im Labor.

01:05:26: Speaker 2 Und dann, wieso oft in meinem Leben ein guter Freund hat erzählt, ganz begeistert, er wäre da in Frankreich in der Schule gewesen, die nennen das MBA und das wäre doch echt, also das wäre jetzt sein Leben verändert und wäre auch ganz toll. Da habe ich gedacht, bewerbe ich mich da mal. Und bin zu meinem, wollte mit meinem besten Freund, wollte ich zusammen hingehen und der hat an seiner Diss noch viel länger gehabt und dann stand ich da, hatte die Anna und bin dann allein mit meinem Auto nach Frankreich gefahren und habe dann da die Schule gemacht.

01:05:59: Speaker 2 und die machten mir dann auch ein Angebot nach München zu gehen und am Anfang dachte ich, München, naja ich dachte eigentlich so Basel und aber gut, München machst du zwei Jahre und dann ist immer noch gut und also das war immer ab, viel Stress, viel Spaß, viel bewegt. Also es und natürlich auch mein Insecure Overachiever, den ich dann irgendwo bei mir entdeckt

01:06:25: Speaker 2 habe, der kam da auch.

01:06:27: Speaker 1 Da hatte sich da wahnsinnig gut, wahnsinnig gut.

01:06:28: Speaker 2 Natürlich, natürlich. Also warum arbeitet man so viel, ja und warum macht man das alles? Also auch am Wochenende ist ja eine gute Frage und ich habe dann dort Healthcare in der Dachorganisation geleitet und habe Recruiting, was mir sehr viel Spaß gemacht hat, also toll und in dem Kontext bin ich dann irgendwann zum Partner gewählt worden und nach,

01:06:51: Speaker 2 glaube nach drei, vier Monaten war ich in der Krise. Also mit dem ganzen, mit den Erwartungen, Umsatz und hierführen und ich weiß nicht was und dann kam dann einer und sagte zu mir, du Thomas, nimm doch ein Coach, die so was das und so, ja,

01:07:08: Speaker 2 mir auch einen empfohlen.

01:07:10: Speaker 2 Und das war gut, da habe ich auch viel Parallelen entdeckt, also in der Strategie machst du auch, versuchst du irgendwie, wo willst du hin, was hinter dich daran und all diese Sachen. Und im Coaching gab es da Ähnlichkeiten und das hat mich wirklich stabilisiert. Und dann sagte der aber so, Syphisan nach drei, vier Monaten, du Thomas, das alles gut, aber du weißt so richtig, lernen tust es, wenn du, wenn du Coach wirst. Ich so, ja. Ja, wir fangen jetzt gerade eine Coachingausbildung an zwei Jahre, irgendwie sechs Wochen. Und ich habe Ihnen das nicht gesagt, aber so gedacht, hey, was hast du geraucht? Ja, also es ist ja.

01:07:45: Speaker 4 Warum sollte ich jetzt Coach werden?

01:07:46: Speaker 2 Nein, also schon, aber ich bin ja so wichtig und ich sause rum und ich habe doch für so was keine Zeit. So, in dem Sinn.

01:07:54: Speaker 2 Und

01:07:55: Speaker 2 das war wirklich so der erste Schritt in diese ganz anders Perspektiven auf das Gleiche zu setzen.

01:08:02: Speaker 2 dann hat sich eigentlich so meine Idee, was ich danach mache, massiv geändert, weil dann dachte ich, jetzt gehe ich mal in den Coachingbereich, hatte da eine kleine Organisation, mit der ich zusammengearbeitet hatte beim Recruiting. Die hatten sowieso gesagt, Thomas, du wirst noch eine gute Ergänzung dadurch, dass du so die betriebswirtschaftliche Seite abkackst.

01:08:24: Speaker 2 Wie gesagt, du,

01:08:25: Speaker 2 probier ich das mal, werd mal Coach und Trainer und so.

01:08:29: Speaker 2 das habe ich dann gemacht.

01:08:30: Speaker 1 War da immer noch Angst?

01:08:31: Speaker 2 Nee. Also ich glaube, dass diese diese diese Mut oder diese Zuversicht, das zu machen, das hatte ich schon. Ich habe dann eher die Fantasie gehabt, dass das wird easy. Aber dann hatten wir natürlich die Themen, die Management Themen hatten wir erst mal in unserem Management Team. Also das war nicht so, dass wir jetzt als Psychologen alles.

01:08:55: Speaker 2 Nein, das war ein unglaublich charismatischer Gründer, der halt was gründer, halt dann häufig haben alles erfunden hatte und alles musste auch über seinen Tisch. Also da war eine hohe Kontrolle und auf der anderen Seite waren wir auch gestandene Unternehmer oder in diesem Kontext und da gab es halt auch da Spannungsfelder und natürlich war ich als Berater, stellst du dich hin und erzählst dir etwas von der Materie und das hast du gut erarbeitet. Aber im Coaching und Leadership wird nochmal was anderes gefragt. Also dieses reine Kognitive auf den Slides oder Organisationsstrukturen, sondern du als Mensch bist viel mehr der Vermittler.

01:09:36: Speaker 2 du hast die Angst angesprochen. Ich glaube die kam immer wieder. Also ich hatte als elf hier, glaube ich, zum ersten Mal den Auftrag über etwas einen Vortrag zu halten. Das ist nicht wie heute, wo die Kinder schon im Kindergarten vorne stehen, sondern zu meiner Zeit war das von Talunterricht und der Lehrer hatte alles gewusst und du hast mitgeschrieben und hoffentlich aus das behalten. Begabts vielleicht mal ein paar Fragen.

01:10:03: Speaker 2 Und dann habe ich eben über Ägypten einen Vortrag gehalten, war auch ganz begeistert und hat das alles zusammengeschrieben, habe noch eine Karte organisiert von der Erdkunde und habe gesagt, schau da ist Ägypten das Themen, da sind die Luxor, da wurde es verschoben und all diese Sachen. Dann stand ich dann da, guckte die Leute an, habe natürlich nicht gewusst, wie man Vortrag hält. Das kam auch keiner. Also meine Familie war nicht bekannt dafür, irgendwer reden zu halten oder Vorträge zu halten stand dann da und guckte die Leute an. Da dachte ich, die sind ja total gelangweilt. Jetzt interessiert die ja gar nicht. Und habe das so mehr auf mich bezogen und kurz umstand ich dann da und habe mit Zitriker Stimme gesagt, ich will nicht mehr und habe so ein paar Tränen vergossen,

01:10:51: Speaker 2 natürlich als elfjähriger.

01:10:53: Speaker 1 Ich hätte glaube ich jeder so eine Situation.

01:10:54: Speaker 2 Ja, aber es war noch ganz lustig, weil Waldraut saß

01:10:59: Speaker 2 guckte mich nur so an und Waldraut war zwei Jahre älter, die ist irgendwie da

01:11:03: Speaker 2 geblieben und war schon weiter in allen Beziehungen und sagte dann zu mir, du Baby.

01:11:10: Speaker 1 Oh je, das hat ja wirklich nicht geholfen.

01:11:13: Speaker 2 Na, das hat dazu geführt, dass ich, ich glaube meinen nächsten Vortrag habe ich während meiner Dis gehalten und da war ich so nervös, dass ich mit zitternden Händen diese Overheads hingelegt habe.

01:11:26: Speaker 1 Ja, und da sieht man mal, welche scheinbar kleinen Erlebnisse, die auch vielleicht irgendwie lang zurücklegen, dann doch so unseren Erfensystem einfach programmieren auf genau diese Momente im Leben.

01:11:38: Speaker 2 Ja, so kleine, also programmieren ist so so eine technische, ein technisches Wort, und wir nutzen, ich glaube durch die Industrialisierung haben wir auch viele Beispiele und Metaphern, die so ein bisschen technisch sind. Ich glaube wir haben es konditioniert und das war so ein Schock zum System, also ich habe ja da emotional das nicht verarbeiten können. Das war schon so,

01:12:04: Speaker 2 die innere Reaktion war schon

01:12:05: Speaker 2 Strategie nie wieder.

01:12:07: Speaker 2 mache keine Vorträge mehr, das fühlt sich ganz scheiße an

01:12:11: Speaker 2 und das möchte ich nicht wieder haben.

01:12:12: Speaker 1 Kann ich sehr gut nachvollziehen und mich mit identifizieren, Thomas, wie du weißt. Ich finde es total spannend erstens, wie du dich hier heute vorgestellt hast, weil das zeigt uns schon eine wichtige, ein wichtiges großes Thema, glaube ich, auf im Bereich Transformation bezogen auf Mensch. Ich glaube, den eigenen Weg zu kennen und auch zu verstehen, in all seinen Einzelteilen, um wirklich zu verstehen, was ist meine Identität, was sind meine Werte, wie sind die entstanden, woher kommen sie, was sind meine Glaubenssätze, was sind meine Ängste, was kann ich gut, was gefällt mir. Ich glaube,

01:12:54: Speaker 1 allein durch deine Vorstellung hast du gezeigt, wie das geht und ich glaube, das ist sehr, sehr wichtig auf diesem Weg der Transformation, das einmal zu tun und das wirklich zu reflektieren.

01:13:07: Speaker 1 Glaubst du, dass die Menschen das ausreichend tun?

01:13:09: Speaker 2 Ich habe es nicht gemacht und ich glaube halt, dass wir...

01:13:15: Speaker 1 Wenn du sagst, du hast es nicht gemacht, schuldigung, dass ich dich unterbreche, wann hast du es denn zum ersten Mal so richtig reflektiert?

01:13:20: Speaker 2 In den Krisen oder wenn ich dann an einer Situation war, die ich nicht auflöse, und dann fing ich an, zurück zu gucken und mir Erklärung zu suchen, die am Anfang sehr lösungsorientiert war, sehr kognitiv und ich habe auch unglaubliche Freude an kognitiven Modellen. Also immer noch, ja, ich finde, was sage ich in zweimal zweimal Matrixen darstellen kann, das finde ich, begeistert mich immer

01:13:44: Speaker 2 Gleichzeitig ist, wie sagt man so schön, the map is not the territory, das ist für Orientierung gut, aber in der Welt müsste dann dich auseinandersetzen.

01:13:53: Speaker 1 Und selber über Stock und Stein, ja.

01:13:55: Speaker 2 Ja, ich habe dann sicher durch diese Neugierd auch viel gesucht, ich habe viel ausprobiert. Also ich habe auch, ich glaube, mein ersten Kurs habe ich mit 30 gemacht, das war unabhängig davon. Und da die Einsicht gehabt, oh, vieles kommt noch aus meiner Vergangenheit. Also die Übung war, wie war dein Vater und was hast du von deinem Vater übernommen, wie war deine Mutter? Was hast du von, ich so, wow, okay, das ist ja eine spannende Übung.

01:14:23: Speaker 2 Und ich glaube, es war immer mehr und da besteht auch eine Gefahr und vielleicht ist das auch so etwas, was mir jetzt wichtig ist, diese Balance zwischen Dingen. Also du kannst es total ignorieren und dein Leben leben, du kannst aber auch nur noch psychologisch reden und heute haben wir ja, also du schlägst irgendeine Zeitung auf und gehen mal und analysiert alles psychologisch. Also das kann man auch übertreiben, weil wir sind dann ja auch in der Sprache und auch in einem Modell.

01:14:48: Speaker 4 Genau.

01:14:49: Speaker 2 Ich finde es eigentlich wichtig, dass wir so die Perspektiven ändern können. Also ich bin total fasziniert, was die neurologische Forschung jetzt zeigt

01:14:59: Speaker 2 wie das funktioniert und Psychologie und Philosophie und diese, die jeder hat ein bisschen eine andere, Blickwinkeln und wenn ich nicht starre in einem Konstrukt bin, sondern so ein bisschen bewegen kann und von unterschiedlichen Seiten auf die Thematik leuchten kann, dann finde ich das toll.

01:15:15: Speaker 1 Das hat auch glaube ich einen riesengroßen Wert, weil wenn ich eine Sache zum Beispiel in meiner persönlichen letzten großen Ausbildung gelernt habe in einer Mediationsausbildung, dann nämlich das, dass jeder Mensch seine eigene Wahrheit hat. Und du hast es auch vorhin schon gesagt, jeder Mensch hat seine eigene Perspektive, seine eigenen Blick auf die Welt und dann aber auch sich bewusst zu machen, wovon ist denn diese Perspektive geprägt? Was ist denn meine Brille? Welche habe ich auf? Und auch bewusst dann das entscheiden zu können, vielleicht wie du sagst. Ich schaue jetzt mal aus diesem Muster, aus dieser Methode, aus dieser Matrix auf das Thema und jetzt schaue ich mal irgendwie aus der Philosophie auf das Mal, einfach in der Lage zu sein, diese Meta-Ebenen dann auch einzunehmen und aber auch bewusst zu wechseln, bewusst zu erkennen. Damit fängt Transformation wahrscheinlich auch schon an, zu wissen, von wo aus schaue ich jetzt gerade auf mich,

01:16:04: Speaker 1 auf mein Problem, auch auf verschiedene Facetten von mir als Person. Und woher kommen diese unterschiedlichen Konditionierungen? Und kann ich dient mir das? Dient das der Rolle, in der ich bin, ob jetzt als Vater oder Mutter, ob als Führungskraft, als Teamplayer, als Partner, das ist ja immer ganz wertvoll, das reflektieren zu können?

01:16:26: Speaker 2 Ja, reflektieren hat dann auch was sehr koftkognitive, so ein hilfreiches und dann vielleicht auch den Suchradius ein bisschen zu erweitern und sagen, mit welchen Gefühlen ist das verbunden? Und was ist denn da, was passiert denn da und was passiert denn in meinem Körper? Also das auch waren diese Introspektionen und Reflexion diesen inneren Raum zu öffnen. Und für mich, ich weiß noch ganz genau, 2005 habe ich ein Buch gelesen und dann ist es so, kennst du dieses, wow, das ist ja einfach der Hammer,

01:17:01: Speaker 2 da hatte ich gelesen von dieser, eigentlich sehe ich dich ja nicht dort, sondern ich habe eine innere Repräsentanz von dir und wie scharf ich die habe und wie neugierig ich dranbleibe, mehr davon zu erfahren, zeigt auch, wie gut die Modellierung ist oder die Simulation, die ich von dir habe. Und das war der Hammer. Und wenn du dann dieses Bild eben im Sinn von und was löst das noch für Emotionen aus, wo bin ich total neugierig oder wo habe ich Angst oder wo denke ich, ach nee, da ist sie aber also wirklich so projektiv, was ich dann nicht cool finde. Und das, das als erst mal als Konzept zu lesen und dann auch zu erfahren, war fand ich den Hammer.

01:17:49: Speaker 1 Ja und du hast eine wichtige Sache jetzt gerade schon angesprochen, auf die ich noch mal kurz eingehen möchte. Wir sind ja nicht nur das, was wir denken und kognitiv irgendwie versuchen zu verarbeiten, sondern wir sind ja vor allen Dingen auch das, was wir darunter fühlen. Es sind zwei unterschiedliche Ebenen und wir denken immer, wenn wir alles verstanden haben, kognitiv, dann haben wir das irgendwie für uns gelöst, aber so ist es nicht. Ich habe jetzt zuletzt auch mit Wolfgang Roth gesprochen und er hatte so einen ganz tollen Begriff dafür, dass er hat gesagt, es geht eben am Ende nicht nur um das Mindset, sondern es geht auch um das Fierset. Ja, welche, was sind meine, meine antreibenden Gefühle? Also wo, mit welchen Gefühlen gehe ich durch die Welt? Weil so, wie ich sozusagen konditioniert schon, auf welche Emotionen ich konditioniert bin, prägt natürlich extrem,

01:18:35: Speaker 1 wie gehe ich mit der Situation um, ja und so kann ich auch unterfragen, gibt es hier irgendwie eine bessere Art für mich mit so einer Situation umzugehen, als zum Beispiel Angst gesteuert zu entscheiden. Ich kenne das von mir selber, dass ich

01:18:49: Speaker 1 Entscheidungen treffe aus Scham, aus Schuldgefühlen, aus Angst. Und ich sage mir dann dabei immer, diese Gefühle sind am Ende keine guten Berater, weil alles, was irgendwie aus Scham, aus Angst passiert, führen dich nur weiter sozusagen in dieses Gefühl rein, dabei willst du eigentlich raus und willst die anderen Gefühle, die du vielleicht vernachlässigst, auch mehr integrieren. Das finde ich für mich persönlich eine große Entdeckung so, dass die letzten zwei Jahre, würde ich sagen, viel mehr auf dieser emotionalen Ebene zu arbeiten und allein dazu dann den Zugang sozusagen zu bekommen, ist ja an sich schon eine Transformation.

01:19:25: Speaker 2 Total, total und was du sagst, ist so wichtig, weil neurologisch jetzt eben umgekehrt, das sind erst die Gefühle, also dein Gefühlzustand treibt die Kognition. Also ich habe ganz andere Gedanken. Warst du schon mal verliebt?

01:19:41: Speaker 1 Ja, ich glaube mehrmals. Ich würde sagen, ich bin regelmäßig verliebt und nicht nur in Menschen, sondern auch in Ideen und Dinge, weißt du, in Freundinnen und, ja, ich finde, das ist ein toller Gefühl.

01:19:52: Speaker 2 Ja, wenn ich aus diesen Gefühlen raussehst, siehst du die Welt anders, als wenn du sagst, oh Mann, jetzt hat er mir das, die Vorfahrt geschnitten, normalerweise.

01:20:02: Speaker 2 Und das ist für mich so der Punkt, eben nicht in der Kognition einzusteigen, sondern in der Selbstregulation. Also und das ist mir auch ein Anliegen, das zu vermitteln, also auch den Kindern oder, wenn ich Studenten korte, also

01:20:17: Speaker 2 dass sie lernen, ihre Emotionen, dass sie nicht von den Emotionen gehabt werden, sondern dass sie einen Raum haben und sagen, okay, das ist jetzt meine Emotion. Wohl wissen die haben nur 90 Sekunden durch den Körper, außer vielleicht Charme, da hast du angesprochen und Trauer. Normalerweise, wenn diese Wut oder all diese Sachen kommen, die gehen dann wieder, wenn ich ihnen Raum gebe. Also wenn ich das aushalten kann, wenn ich mich selbst regulieren kann. Und das ist eben das Wichtige und deswegen sind Gemeinschaften und Lerngemeinschaften auch so wichtig. Weil als Kind habe ich nicht das Gefäß, diese Emotionen zu regulieren. Und wenn dann die Eltern das können, mit ihrer Kapazität hingehen und nicht sagen, ach, stell dich nicht so an oder, ist doch nur ein Hund, die sind lieb, sondern denen den Raum geben und sagen, oh, ich spüre das, du hast Angst. Also okay.

01:21:15: Speaker 2 Und dann weiß das Kind, aha, und dann geht diese Angst weg.

01:21:18: Speaker 3 Du hast das Gefühl.

01:21:19: Speaker 2 Und dann kommt wieder die Neugier, dann geht man vielleicht mit der Mutter nochmal zum Hund hin.

01:21:25: Speaker 2 Und wenn das nicht passiert, wenn die Mutter oder der Vater, wir sind ja hier ganz neutral,

01:21:32: Speaker 2 dann neutral ist immer so neutral, weder noch durchbindig. Das ist fast so schlimm wie das ist doch normal.

01:21:39: Speaker 2 Und wenn dann das nicht passiert und wenn das, das ist ja nur ein äußerer Impuls, wie das Kind das verarbeitet, das kann man dann immer erst hinterher sehen. Aber es kann sein, dass das so imposant war, dass ich Hunde nicht mag. Ich hatte so Angst und keiner hat mich da unterstützt. Und deswegen mag ich einfach Hunde nicht.

01:22:03: Speaker 2 Oder die Farbe rot oder irgendwas. Also irgendwie habe ich eine Erfahrung damit gemacht und so lernen wir ja. Am Anfang über den Körper. Also wir sind Teil der Mutter, das erste Jahr. Da gibt es keine Identität oder nicht, sondern wir sind Teil der Mutter. Wenn die Mutter halt gestresst ist, dann ist das meine Notpunktseinstellung. Dann stresse ich halt auch so rum. Oder habe wenig Kapazität, den Stress zu verarbeiten, weil Stress, müssen wir mal hingucken, was ist denn genau Stress? Also eine Überforderung des Systems, des emotionalen Systems.

01:22:33: Speaker 2 Und wenn wir lernen mehr Kapazität zu haben und in Gemeinschaften, wir haben ja nicht die gleichen Blindenflecken. Also was sich irgendwie triggert, triggert mich vielleicht nicht. Und was mich triggert, triggert dich. Und da kannst du sagen, hey, was ist los?

01:22:49: Speaker 2 Und also ich glaube, das hat sehr viel Potenzial.

01:22:53: Speaker 1 Das ist extrem viel Potenzial. Genau, du sagst es überall.

01:22:57: Speaker 1 Denn deine heutige Arbeit, die fokussiert sich im Grunde genommen nur auf dieses Thema Transformation.

01:23:05: Speaker 1 Du coach und unterstützt Führungskräfte, ganze Teams in Organisationen dabei,

01:23:11: Speaker 1 im Grunde genommen zu sagen, so wir kollektiv wollen jetzt, also entweder einzeln als Führungskraft, zum Beispiel oder eben auch kollektiv als Teams, als Organisation, wollen uns transformieren.

01:23:23: Speaker 1 Um, ich sage das jetzt mal so ganz lapidar, insgesamt im Schnitt bessere Entscheidungen zu treffen, damit wir einfach besser dastehen. Ich meine, am Ende ist mein Blick immer die ganz hohe Meta-Ebene. Ich schaue auf die Welt und denke mir, läuft einiges schief hier. Wir haben ganz vieles missverstanden, so als Menschen. Und wie kommen wir jetzt aus diesem ganzen Schlamassel raus? Ja, ich sehe das gar nicht so negativ, sondern ich denke mir, hey, das sind irgendwie super viele Chancen. Und wir müssen halt jetzt alle einmal verstehen, woraus denn diese Transformation besteht und worin sie auch vielleicht für jeden einzelnen von uns besteht. Weil da bin ich überzeugt von,

01:24:03: Speaker 1 wenn es ums Thema Transformation geht, wenn sich da einfach jeder ein bisschen um sich selber kümmert, dann ist er für jeden gesorgt. Und dann stehen wir insgesamt kollektiv alle ein bisschen besser da. So sehe ich auf diese Welt des Coaching, der Transformationsbegleitung, auf dich, was du machst, deswegen finde ich großartig, was du machst. Und ich darf dich kennenlernen und schätzen lernen und denke mir, es ist so gut zu wissen, dass der Thomas einfach genau diese Arbeit macht.

01:24:30: Speaker 1 Wie ist es denn für dich persönlich? Also was treibt dich an? Hast du auch so eine, ich sag mal, Vision für unsere Gesellschaft? Worauf arbeitest du hin? Was ist so dein Anteilbar

01:24:40: Speaker 2 Also ich glaube, je älter ich werde, umso demütiger werde ich. Es gibt so einen schönen Spruch. Je größer die Insel des Wissens, desto länger die Küste des Zweifels.

01:24:54: Speaker 2 realisiert, dass ich einen gewissen Einfluss habe, da wo ich mit Leuten zusammen arbeite. Und das ist sehr schön, weil ich doch mit CEOs und Business-Leuten zusammen arbeite. Und meine Fantasie ist, dass wenn die Bewusste an die Dinge rangehen, und das ist einmal die Selbstwirksamkeit erhöhen, also Selbstwirksamkeit, wie du vorhin gesagt hast, ich werd mir meiner Subjektivität bewusst. Also wir glauben ja alle, das ist meine Wahrnehmung und deswegen ist das wahr. Und die wenigsten sagen, das war eine Falschnehmung von mir. Und deswegen bin ich da sehr subjektiv unterwegs. Und dann jeder glaubt, das war aber so. Und wenn dann noch das unreguliert ist, dann sind wir ja sehr eng in der Diskussion und in der Beziehung, das zu lösen. Also wenn ich gestresst bin, dann bin ich eigentlich im Kern am Überleben und kontrollieren. Und wenn ich entspannt bin und wenn mein Körper entspannt ist und das merkst du an der Stimme, das merkst du in Kontakt in all diesen Sachen, dann bin ich am Connecten und dann kann ich auch kreativ zusammen. Dann haben wir wie Zugang zu unserem gemeinsamen Wissen können, zwischen uns kann was Neues entstehen. Und ich glaube, das braucht es viel mehr, weil wir...

01:26:16: Speaker 1 Kollaboration, das ist ja eigentlich das Stichwort. Wir können eben alles nur gemeinsam lösen und gemeinsame Wege finden und das übernunderlegen zu können. Ist ja eigentlich genau die Kompetenz, die du da gerade beschreibst.

01:26:28: Speaker 2 Ja, und merken das natürlich ich aus dem System rauskuck. Also ich will das System verstehen, aber ich gucke ja aus dem System raus. Also die Beliefs und die Werte, die ich habe, also die mal bewusst zu machen, um meine eigene Subjektivität besser zu verstehen. Also ich sehe ja nicht die Welt, wie sie ist, sondern ich sehe das, was meine Konditionierung mir beigebracht hat, ob was achte ich, wie differenziere ich, was ist mir wichtig. Und vieles wird ausgeklammert, was jemand anders sieht. Also das sind diese alten Beispiele, wenn du in Wald gehst, mit einem Förster, mit einem Jäger, mit jemandem vom Militär. Die haben einen ganz anderen Blick darauf. Und um das noch ein bisschen abstrakt dazu bringen und so auf der Meta-Ebene, wir haben halt eine linke und rechte Gehirnhälfte. Und die linke, und wir sind halt sehr linkslastig und lassen uns da auch sehr beeinflussen. Wir sind sehr im Detail, in den Strukturen, in den Analysen. Und die rechte Musik tanzen, das erleben, das stärker zusammenzuführen. Und die rechte ist eben unbewusster. Ja, und

01:27:42: Speaker 2 glaube, da dieses Kopf, Herz, Körper mehr in Einklang zu bringen, Thomas Hübel sagt dem Three Sync, dass das synchronisiert ist bei mir. Und dass ich dann, wenn ich in Beziehung bin, auch beim anderen das merke.

01:28:00: Speaker 2 Also nicht nur auf den Worten hängen bleiben, sondern hey, wie ist denn die ganze Person unterwegs?

01:28:06: Speaker 2 Ich bin da eintun,

01:28:08: Speaker 2 weil ich glaube, wir sind schon ein bisschen Orchester. Also ich bin eigentlich für ein Jazzorchester. Klingt immer so organisiert.

01:28:16: Speaker 3 Klassisch.

01:28:16: Speaker 2 Ich bin hier, eint vom Jazz. Und auch beim Jazz gibt es Strukturen. Aber es ist wichtig erstmal, dass ich mein Instrument gut tune.

01:28:25: Speaker 2 Und dann mich auch mit den anderen abstimme. Und dann gibt es halt

01:28:30: Speaker 2 drei Takte, die mir sind oder wo ich auch freigestalten kann. Aber in Verbindung mit dem Rest. Und das finde ich, da können wir das Bewusstsein schärfen. Also die Mehrbewusstsein für was mache ich und was will ich eigentlich machen? Das ist ja auch eine gute Frage. Ja, das leben relativ kurz. Also an dem Punkt. Ich weiß noch mal, mein Vater hat immer gesagt, ich kann mich noch erinnern, wie du geboren wurdest. Hey, die Zeit ist so schnell vergangen und ich immer so, oh, der hat also, hey, das. Ja, und?

01:29:01: Speaker 1 Sehen wir mal was Neues.

01:29:02: Speaker 2 Denke es nur. Ja. Also das ging schon sehr schnell. Und also was will ich in diesem Leben bewirken? Was will ich erleben? Das ist schon, also die Ausrichtung ist auch ein wichtiges Element. Und dann halt die Abstimmung mit meinem Orchester oder mit meinem Team oder mit meiner, was immer ich mache, mit meinem Umfeld. Ja, bin ich da tunet? Oder bin ich total sauer auf die? Oder versuche ich irgendwas und denke, die verstehen mich nicht. Und da so die Eigenverantwortung zu nehmen, also neben der Selbstregulation finde ich Eigenverantwortung ganz wichtig und zu realisieren, alles was mich aufregt, ist aber auch eine Einladung zum Lernen. Weil da mein Sie, wird getriggert oder? Genau.

01:29:52: Speaker 1 Woher kommt das denn? Sagt das aus über mich.

01:29:54: Speaker 2 Ja, nicht mal, sondern, wow, das ist ja spannend. Jetzt werde ich richtig sauer, warum werde ich hinter sauer?

01:29:59: Speaker 2 Und so diese alten, also dieses Attribuieren nach außen, sagen, nee, das hat jetzt erstmal mit mir zu tun, wenn das passiert.

01:30:09: Speaker 2 Ja, und dann kann ich noch sagen, und du, ich habe gewisse Werte und ich habe auch Erwartungen. Ich glaube, in dem Kontext müssen wir das jetzt nicht mehr machen. Das kann ich ja auch entscheiden. Ja, da kommen wir zum nächsten Thema, also Konfliktfähigkeit. gehört ja zur Zählung.

01:30:22: Speaker 2 Und ich bin jetzt meine Mutter, Überlebenskünstler vom Zweiten Weltkrieg, mein Vater Konflikt war Erschrie und dann wurde es so gemacht. Das sind ja zwei Modelle, die überhaupt nicht funktionieren.

01:30:36: Speaker 2 Also wenn ich im Konflikt ruhig sein kann, mich regulieren kann und dann neugierig die Position vom anderen, das ist sicher, was du in der Mediation auch gemacht hast. Ich kann die Position vom anderen wirklich verstehen, aber also Grund voraussetzung, finde ich, ist ein reguliertes System. Also wenn einer irgendwie...

01:30:57: Speaker 1 Ich bringe viele Menschen nicht mit, aber das Ziel ist halt trotzdem irgendwie zu vermitteln und zu gucken, hey, auf der Beziehungsebene sind wir okay, verstehen wir die Emotionen des anderen, können wir das nachvollziehen und sobald wir das einmal geschafft haben, können wir uns halt wieder auf der Sachebene treffen und gucken, okay, wie kommen wir denn hier zusammen? Wenn ich das gemerkt habe, ich habe dich einmal gespürt, du bist sauer und ich verstehe auch eigentlich, warum du sauer bist und dann ist es viel einfacher, Lösungen mit jemandem zu finden, als wenn man die Emotionen des anderen gar nicht nachvollziehen kann.

01:31:26: Speaker 2 Ja, und du musst es ja nicht gut finden oder irgendwie aber dem Raum geben und den Elefanten im Raum sagen, wow, ich weiß nicht, aber vielleicht bin ich das, aber ich habe so das Gefühl, du bist jetzt richtig sauer und wenn du es triffst, dann sag ich, ja, sag ich, okay, verstehe ich, willst du noch was sagen und vielleicht auch, manchmal muss man gar nicht so viel sagen, wenn das dann sein darf.

01:31:48: Speaker 1 Manchmal reichen zwei Sätze und dann ist das Thema auch schon durch, ne? Ganz genau. Aber das Runterschlucken wäre trotzdem noch mal ein Ticken schlimmer gewesen, also.

01:31:55: Speaker 2 Ja oder ignorieren, weil also als ich im Business so in den, also die Heydays waren so die 90er, da war das noch, da war noch die Überzeugung, also Emotionen gehören woanders hin, ja, wir sind ja rational und wir müssen jetzt die beste Lösung finden und die muss logisch sein. Aber die ganzen Teil abgeschnitten und wenn dann einer sagt, du, ich weiß nicht, aber das fühlt sich irgendwie komisch an, das stimmt doch nicht. Je nach Position hat er dann Gewicht oder Sie Gewicht gehabt oder nicht, aber das ist so wichtig. Also die Intuition, je mehr ich da Zugang habe, je mehr ich nicht

01:32:34: Speaker 2 hier oben bin, weil das auch eine

01:32:37: Speaker 2 ist, um auf zu sein, dissoziiert,

01:32:41: Speaker 2 bin ich

01:32:42: Speaker 2 ganzheitlich da und kann meine Ressourcen einbringen.

01:32:45: Speaker 2 sagt sich immer so schön. Ja. Dann kommt dann der Lebenspartner und drückt den Knopf.

01:32:52: Speaker 1 Der Lebenspartner oder auch ganz alltägliche Situation, ne? Ich meine, das, was für mich so eine wahnsinnig wertvolle Erkenntnis war, war zu erkennen, dass ich oft sage, jetzt bin ich wegen irgendwas sauer, ja, zum Beispiel. Und dann sage ich halt Kleinigkeit, ich mache jetzt mal keinen Fass auf. Ich mache keinen Fass auf, heißt für mich dann, ich funktioniere jetzt besser und alles funktioniert besser weiter, wenn ich diese Emotionen jetzt ignoriere. Und ich habe jetzt ein total schönes Beispiel, was super lappider und bescheuert wahrscheinlich ist, wo ich früher oft gedacht hätte, mach jetzt keinen Fass auf, komm, geh einfach, verlass den Laden und gut ist. Und ich habe das vorgestern zum ersten Mal anders gemacht. Ich war in einem Laden und ich habe einen Tester, einen Tiegel in einem Kosmetikladen. Ich habe einen Tiegel auf dem Testerstand aufgemacht und habe mir ein bisschen Creme rausgenommen. Und hinter mir stand die Verkäuferin, die gerade eine neue Mitarbeiterin irgendwie instruiert hatte. Und die hat dann mich darauf hingewiesen, dass ich doch bitte nicht mit dem Finger in diesen Tiegel reingehen soll, weil ich, weil das, weil die Naturkosmetik dann sofort kippt. Und da lag aber kein Spachtel oder sonst was. Sie hat gesagt, Sie müssen das da mit dem Spachtel machen. Und dann habe ich den Tiegel wieder zugedreht und habe das hingestellt und dachte mir, ich brauchte noch ein Gutschein. Und dann dachte ich mir, geh ich jetzt? Ich habe aber sonst kein anderes Geschenk.

01:34:13: Speaker 1 Und dann habe ich mich zu der Dame umgedreht und habe gesagt, entschuldigen Sie, aber ich fand das jetzt so blöd. Ich habe hier kein Spachtel vorgefunden, da steht Tester drauf. Und dann machen sie mich irgendwie blöd von hinten an. Das hat mich jetzt total geärgert. Und dann hat die gemerkt, oh ja, irgendwie stimmt. Ich habe das weiß vielleicht nicht in Ordnung und die hat sich dann entschuldigt und die hat mir dann den Gutschein ausgestellt, nachdem ich dann, nachdem sie sich dann entschuldigt hatte, habe ich danach gefragt. Und dann hat sie mir jetzt im Abschied noch eine schönen Probe-Tiegel gegeben und sich nochmal entschuldigt und gesagt, ja, ich weiß, wie das ist. Es war nicht so gemeint, tut mir total leid. Wir sollten wahrscheinlich einfach die Spachtel da hinlegen und dann ist das ja auch erledigt. Dann ist es ja auch selbsterklärend. Genau. Und dann bin ich rausgegangen, habe mich bedankt und hatte wirklich gute Laune, weil ich mir gedacht habe, ja, sie hat es eingesehen und ich habe es aber auch gesagt, wenn ich es nicht gesagt hätte, dann wäre ich mit so ein bisschen schlechterer Laune aus diesem Laden rausgegangen und der Tag wäre vielleicht ein anderer geworden. Und ich habe das Fass aufgemacht und war dann im Nachhinein irgendwie glücklich, dass ich das Fass aufgemacht hatte, weil für mich und meine, ich sag mal, emotionale Regulation und wie resilient ich dann vielleicht den restlichen Tag noch bin, hat das natürlich, ja, ein Impact. Siehst du solche Sachen auch im Arbeitskontext häufig, dass die Leute dann zum Beispiel sagen, nee, komm, das schlucke ich jetzt runter oder kannst du die Situation einfach mal kommentieren?

01:35:31: Speaker 2 Ja, da höre ich natürlich viele Sachen, auf die ich jetzt einsteigen könnte, wenn man es, wenn man es, also es ist ein gutes Beispiel wie für jede, jede kleine Konflikt. Also bei dir kommt jetzt erstmal, hey, sie kritisiert mich, ja? Dann sage ich, hm, wahrscheinlich ist das nicht das erste Mal, dass du das Gefühl hast, kritisiert zu werden, sondern da gibt es eine Entsprechung aus deiner Biografie.

01:35:55: Speaker 4 Ja.

01:35:56: Speaker 2 Sonst, würdest du sagen, also meine Frau ist dann so, ja klar, haben sie hier so ein Spachtel, nicht? Okay, so. Und wenn wir jetzt mal da drauf gucken, also du warst so getrickert,

01:36:08: Speaker 2 dann hast du

01:36:09: Speaker 2 darauf, es war eine Reaktion, keine Antwort, sondern eine Reaktion aus

01:36:15: Speaker 2 Ganzen.

01:36:17: Speaker 2 Mit dem angeregten Nervensystem ist sie natürlich getrickert worden, weil ihr wurde eingebläut, der Kunde ist König und wer, wenn der Kunde sich aufregt, buch da, ja? Und das spielt, spielen ja viele Leute, wenn sie einkaufen gehen, das sieht genau das Trigger. Jetzt ist sie getrickert und wird sehr, sehr will. Es ist ja fast auch so eine Form Reaktion. Ich bin dann total nett und mache alles damit der Kunde ja zufrieden ist. Du bist zufrieden und sie ist vermutlich auch so ein bisschen zufrieden, denkt, ach Mann, habe ich gerade noch so hingekriegt, aber eigentlich ist sie auch nicht happy,

01:36:52: Speaker 2 Du bist jetzt stolz, weil deine Geschichte ist, das habe ich mich früher nicht getraut.

01:36:57: Speaker 4 Genau, ja.

01:36:59: Speaker 2 Und jetzt habe ich mich getraut.

01:37:02: Speaker 2 Und das Potenzial ist,

01:37:04: Speaker 2 die Selbstregulation zu machen, dass du vielleicht nicht so scharf und aus diesen... Jetzt mache ich aber am Fass auf, hey, was ist denn hier? Ihr habt dir den Fehler gemacht, sondern zu sagen, oh, okay.

01:37:16: Speaker 1 Vielleicht rückt ihr da einfach mal einen Spachtel hin, dann versteht man das auch.

01:37:20: Speaker 2 Ja, haben sie recht mit dem Finger, das verstehe ich. Und gleichzeitig war ich so ein bisschen dem Dilemma, weil da war kein Spachtel. So. Und dann kann sie natürlich, dann wird sie nicht getrickert, dann hast du eigentlich zwei Systeme, die wie noch besser miteinander schwingen können.

01:37:33: Speaker 4 Ja.

01:37:34: Speaker 2 Und dann ist es auch nicht eine kognitive, sondern eher so eine gesamtheitliche Lösung. Also, ja. Super. Und ich kann sich ja mal einstimmen da drauf. Was glaubst du, wie sie sich gefühlt hat danach?

01:37:45: Speaker 1 Ich denke, sie hat sich wahrscheinlich nicht so gut gefühlt. Sie war zwar total vorwärtslich dann und nett und freundlich, und ich habe dann auch ihr signalisiert, dass ich das sozusagen sehr wertschätze, dass sie das jetzt so, dass sie da nicht so gut darauf geantwortet hat. Ich habe gesagt, ja, nee, danke. Wir haben ja jetzt drüber gesprochen. Das finde ich auch super schönes Wochenende. Aber ja, das ist genau wie du sagst. Also für mich ist es, glaube ich, so eine Zwischenstufe von diesem, ich kann jetzt anders reagieren. Das ist jetzt so Step 1. Und der nächste Schritt wäre dann sozusagen mein komplett reguliertes Nervensystem, was ich überhaupt nicht mehr getrickert fühle. Weil ich genau diesen Moment abpassen kann und sagen, ah, ich bin sauer, okay. Jetzt muss ich aber irgendwie keine Luft mehr machen, sondern ich kann jetzt einfach nett reagieren und sagen,

01:38:27: Speaker 1 dass damit ich sie sozusagen nicht auch noch trigger und keine Kaskade auslöse, richtig? Weil das ist ja eigentlich das Ziel.

01:38:33: Speaker 2 Ja, und es fühlt sich so auch an, du hast dein Power als Kundin ausgespielt. Also das ist ja eine Organisation auch so. Also wir haben einen Konflikt und dann oberst liegt Sticht unter und dann wird das gespielt und jeder spielt dann noch so, ja, das war jetzt super und vielen Dank. Aber ich gehe da mit dem Roll weg

01:38:51: Speaker 2 jetzt wichtig ist, finde ich,

01:38:54: Speaker 2 das tut bei dem Punkt und sagt, das war jetzt super, weil, ah, habe ich, habe ich jetzt mal das Fass aufgemacht und ich habe eine Methode da zu reflektieren und nächstes Mal gucke ich mal, aber so, aber nicht jetzt wieder diese, was ich früher gemacht habe. Also so, hätte ich ja besser machen können und mir so diese Dialoge, diese inneren Dialoge war nicht gut genug, sondern viel stärker so wow ins, ins Erleben und das ist halt auch das und ich kann halt auch, ich mache Fehler um zu lernen.

01:39:27: Speaker 4 Ja.

01:39:28: Speaker 2 Und wir haben ja doch, doch eine Kultur und je nach Organisation darf man ja keine Fehler machen, alle haben total Angst Fehler zu machen. Ich sage ja, wie wollt ihr was Neues machen, wenn ihr keine Fehler macht?

01:39:39: Speaker 2 Bereiche definieren, in denen wir auch Fehler machen können. Und das System, dass die erfahrenen, die weniger erfahrenen anleiten und Situationen schaffen, wo sie dann halt Fehler machen und dann guckt man drauf und sagt, hey, guck mal. Und nicht gerade selber in Panik gerät, weil er oder sie es nicht richtig gemacht. Das sind dann so die Elemente.

01:39:58: Speaker 1 Ja, das ist toll, weil man jetzt auch einfach merkt, nur diese Emotionen rauslassen oder Dinge anders machen als früher, ja, eine gewisse Konditionierung auflösen ist eigentlich nicht das Ziel, sondern das ist der Weg. Ja. Und das ist, glaube ich, auch noch mal eine ganz gute Erkenntnis, weil viele Menschen, glaube ich, auch gewisses, auch immer noch Fehlverhalten so entschuldigen und sagen, nee, das mache ich jetzt so, ich mache das jetzt alles anders, aber verkenne so ein bisschen, ja, das ist Schritt eins. Und dann kommt halt noch zwei, drei, vier, fünf, sechs, sieben.

01:40:30: Speaker 1 Und es hört ja eigentlich nie auf. Wie reagierst du denn oder wie erklärst du den Menschen? Denn wenn sie so sagen, ja, ich habe das jetzt schon anders gemacht und ich fühle mich jetzt schon sozusagen, als hätte ich mich transformiert. Was ist da so dein Take? Wie redest du da mit Leuten drüber?

01:40:45: Speaker 2 Ja, also zwei Sachen. Das eine, du hast dich transformiert, du hast ja ganz genau beschrieben, wie du früher das fast nicht aufgemacht hast, eigentlich eigentlich so diesen Impuls, den du hatest immer runtergeschluckt, ja, du warst gelächelt im All das, was man halt, was unsere Kultur halt bei den Frauen auch erwartet, das kommt ja noch dazu. Also du bist ja nicht nur das Produkt deiner Eltern, sondern du bist auch das Kultur, so sozialisiert.

01:41:11: Speaker 2 Und dass du das anerkennst, ich glaube einfach einen Punkt. Also da hast du schon eine Transformation gemacht und das ist die Bewegung. Transformation ist ja nicht ein Endpunkt. Also wenn ich über Transformation rede, dann ist das nicht, hey, wir arbeiten jetzt drauf und jetzt bin ich transformiert. Das ist für mich eine Frage von dem Momentum. Ist das Momentum höher? Weil ich mehr Kapazität habe, kann ich auch mehr verdauen? Oder bin ich noch so eng und ängstlich, dass ich eigentlich kleine Sachen mit kleinen Sachen weitermachen will? Und der zweite Punkt für mich in dem Kontext, und da kommen wir auch so ein bisschen in die Philosophie von meinem Coaching, was natürlich nicht meine Erfindung ist, aber

01:41:57: Speaker 2 all den Einflüssen, die ich hatte,

01:42:00: Speaker 2 Glaube ich am wirkungsvollsten ist eine Einladung.

01:42:05: Speaker 2 hängt natürlich, ich arbeite mit Erwachsenen bei Kindern, kann ich nicht sagen, ich lad dich jetzt ein dein Zimmer aufzuräumen, ist ein bisschen Kontext mit so oben.

01:42:14: Speaker 2 Weil ich glaube, da gibt es einfach...

01:42:15: Speaker 1 Muss ich bei Jungs kaputtlachen?

01:42:16: Speaker 2 Ja, genau, genau. Und da gibt es einfach auch Regeln und da gibt es Sachen, die passieren müssen. Und das ist immer wie konfliktfähig, bin ich in dem. Und sagen, schau, es gibt dann was Sachen, gucke ich mache das auch. Das ist wie die Frage mit Zähne putzen. Und unser Sohn war dann so clever, aber meine Frau dann geteckt, ob die Zahnbürste nass war, dann hat er die Zahnbürste nass gemacht und sich nicht die Zähne geputzt. Also da gibt es so einen Widerstand gegen eine Konkolle.

01:42:43: Speaker 2 Und Jungs sind nochmal ein eigenes Thema. Die Armen sind ja sehr hormonell etwas anders gesteuert. Da sind die Risikofaktoren auch viel, viel höher als bei Mädchen. Aber das wollte ich nicht erzählen, sondern ich glaube an Eigenverantwortung. Und das muss Teil auch vom Coaching sein. Das heißt, ich sage häufig und gerne, ich produziere sehr viel und gerne Geräusch, nehmt euch das, was mit euch, was bei euch Sinn macht und was resoniert.

01:43:14: Speaker 2 Und ich frage sie dann aber auch und lade sie auch ein, dazu das zusammenschreiben. Da sehe ich nämlich, was hinterher bleibt. Und ich hatte so am Anfang meiner Coaching-Karriere, wo ich noch so dachte. Ich habe es analytisch geschneit. Ach, das sind die Themen hier. Guck mal, tak, tak, tak, hier sind die Konzepte, das machst du jetzt so. Und in der nächsten Coaching-Stunde sagt ich so, und was ist so hängen geblieben, was hast du jetzt gemacht? Sagt er, weißt du, als wir aus der Coaching-Stunde rausgingen und runtergelaufen sind, da hast du mir eine Geschichte erzählt, so beiläufig, das fand ich super. Das habe ich jetzt auch gemacht. Ich so, hä?

01:43:50: Speaker 2 Also eine Stunde mehr oder weniger gearbeitet und gemacht und dachte, hey, ich zeig dir jetzt mal, wo es langgeht. Und da habe ich gesagt, also erst mal relax, da die ganze Sache angehen, irgendwas nehmen sie mit, in der Hoffnung, dass sie was finden, sonst werden sie ja nicht zu dir gekommen.

01:44:07: Speaker 2 eben diese Einladung, aber dann auch gucken, was machen sie da draus. Und das ist auch okay, wenn sie es probieren und dann funktioniert es nicht, das ist auch ein Teil. Also

01:44:18: Speaker 2 um eben diesen inneren Raum zu entwickeln, ist für viele Leute nicht alle, Meditation guter Einstieg. Das ist einfach mal dieses, wir sagen ja, wir sind human beings, aber wenn ihr hinguckst, sind wir human doings, wir sind die ganze Zeit unterwegs und machen was. Und das ist auch mal dieses Sein und du redest ja von gesund sein und du gefällt mir das auch. Also was ist diese Seinsdimension? Wie kann ich dir erfahren? Und Meditation ohne eine Zielsetzung und dann bin ich viel ruhiger oder so, sondern einfach mal, ja jetzt bin ich mal und guck mal, was alles hochkommt, an Gedanken, an Sensationen, an alten Sachen und ich habe mich so oft ertappt. Da war ich da irgendwie in einem Gedankenkarussell und dachte, hey, oh Mann, sind schon wieder fünf Minuten vorbei und du hast was irgendwo anders. Also dies, das mal zu merken, ist schon super.

01:45:10: Speaker 2 Und so fange ich eigentlich mal Coaching an und sage hier Einladung, es gibt eine saugute App, Sam Harris, macht das mal, probiert das mal und ich will mal sagen, so 80, 90 Prozent der Leute bleiben dabei oder finden eine andere App und das ist ja super. Ja. Und Meditation ist nicht jetzt für jeden, meine Frau meditiiert jetzt, aber die sagt, wenn ich in der Natur laufe, das ist für mich schon Meditation. Ja. Das ist auch, wenn ich so aus den Gedanken rausgehe und verbunden mit dem, was ich mache, bin, was nicht funktioniert, ist dann joggen gehen oder irgendwelche Podcasts hören. Da bin ich überhaupt kein Fan davon, das ist wieder so dieses Doing und die Produktivität hochschrauben.

01:45:51: Speaker 1 Genau.

01:45:51: Speaker 2 Ob bist du nicht produktiv?

01:45:53: Speaker 1 Das Thema hatte ich auch schon mal in meinem Podcast, dass wir einfach mal auch hinterfragen, was heißt das Wort sinnvoll wirklich eigentlich?

01:46:02: Speaker 1 Sprich das ja schon aus sich heraus, es ist nämlich etwas, was voller Sinn, also voller Sinne auch ist, also wo wir einfach in das Sein zurückgehen. Und wir haben das Wort aber komplett einmal umgekrempelt und sagen, alles, was sinnvoll ist, hat eigentlich heute überhaupt nichts mehr mit unseren Sinnen zu tun, sondern wir versuchen, Dinge zu erledigen, produktiv zu sein. Und ich glaube, da sind wir auf dem Holzweg, zumindest hat das der Helmut Müllst auch so gesagt und ich würde ihn damit mal bestätigen.

01:46:31: Speaker 1 Jetzt hast du vorhin so einen ganz schönen Satz gesagt, nämlich Transformation ist ja kein Ziel und es hat auch keinen Endpunkt, sondern es ist eigentlich ein Prozess und den kann man einfach nur beginnen. Was würdest du denn jetzt den Menschen, die zuhören, sagen oder was für ein Tipp würdest du den Menschen geben, wenn sie sagen, habe ich verstanden, dass Transformation irgendwie wichtig ist für die Welt, die Gesellschaft, meine Familie, ja man kann es ja immer kleiner machen oder auch einfach nur für mich persönlich, womit sollte man starten oder wie kann man starten? Welche Einladung würdest du aussprechen, wie würde sie klingen?

01:47:08: Speaker 2 Ja ich glaube, also da hängt bei vielen Leuten, die zu mir kommen, hängt ja eine Sehnsucht nach mehr innerer Ruhe, Gelassenheit, so ein schönes Wort,

01:47:18: Speaker 2 Gelassenheit, ja,

01:47:21: Speaker 2 eine innere Klarheit, also dieses gestresste Aufgeregte, das würde ich gern weniger haben, wie mache ich das? Das heißt, ich brauche auch erstmal so eine innere Klarheit darüber, was mir wichtig ist und das hat ganz wichtig aus meiner Sicht eben nicht nur mit der Kognition, welche Werte, welche Beliefs habe ich, das kann ja eine spannende Entdeckungsreise sein, also durch welche Filter gucke ich eigentlich auf die Welt, sondern auch mit den Emotionen zu tun. Also ich zum Beispiel eine tolle Übung ist einfach mal zu sagen, zwischen durch, wenn ich irgendwo ein Übergang habe, ich sehe es im Taxi oder ich warte auf irgendwas, check doch mal, was bei dir im Körper passiert.

01:48:03: Speaker 2 Gibt es da eine Emotion?

01:48:06: Speaker 2 Im Körpergefühl erstmal, wie würdest du das benennen? Also diese Introspektion, die Auflösung der Wahrnehmung zu erhöhen. Der Thomas Hübel hat so einen schönen Satz, Love is precision.

01:48:21: Speaker 2 Je präziser ich und langsamer ich hingucke, umso mehr erlebe ich auch von der Welt das, was die Welt ausmacht und wenn ich in diesem Studel, dieses höher schneller weiter gestresst, dann bin ich nicht verbunden mit der Welt.

01:48:37: Speaker 1 Dann verlieren wir die Liebe.

01:48:39: Speaker 2 Ja, die Liebe ist immer da. Ich glaube, wir übertünchen sie. Wir sind im Nervensystem abgetrennt. Wir sind in unserer linken Hirnhälfte, was immer diese Bilder sind und Metaphern, die wir haben. Und ich penge da nicht so dran, sondern welche Macht für dich sind, was ist die Metapher für dich.

01:48:58: Speaker 2 in dieser Verbindung eigentlich auch das Leben wieder entdecken. Die Englern haben manchmal gute Zest for life, dieses Essenz, dieses Ah, im Kleinen. Wir waren am Samstag im Theater. Das war so eine unglaublich schöne Geschichte und berührend vorgetragen mit toller Musik.

01:49:25: Speaker 2 Und sowas mehr im Leben zulassen und suchen oder, ich glaube, zulassen ist das bessere Wort. Suchen ist schon wieder so eine Tätigkeit.

01:49:34: Speaker 2 Und das hat ja jeder für sich, also sich auch immer zu fragen, wo bin ich denn im Flow? Wo bin ich denn wirklich so, wow, jetzt stimmt's? Wo sind diese Momente? Was sind die äußeren und die inneren Bedingungen dafür? Da komme ich mir langsam auf die Spur.

01:49:53: Speaker 1 Und das ist sehr schön.

01:49:56: Speaker 2 Ja, und zu realisieren, dass das alles sehr intelligent war, was ich als Kind gelernt habe, weil ich damals wenig Ressourcen hatte und Strategien entwickelt habe, dass clevere Kind das immer gelächelt hat oder für Papi und Mami alles gemacht hat und umgesaust ist. Das ist ja eine intelligente Strategie, da gehöre ich dazu

01:50:13: Speaker 2 und da werde ich geliebt. Und jetzt mit mehr Ressourcen du sagst, nee, ab und zu mach ich jetzt ein Fass auf. Sorry.

01:50:20: Speaker 2 Und dann kommt so gleich ein Ding, wo ich sage, ah, jetzt mach ich nicht ein Fass. Ich könnte ein Fass aufmachen, aber es ist vielleicht noch was besseres, weil ich an der Beziehung interessiert bin.

01:50:29: Speaker 4 Genau, ja.

01:50:30: Speaker 2 Dass ich da mehr Beziehungs-, also Brückenbauer werde für andere, weil dieser Satz, es braucht zwei zum Tanko tanzen, das ist eben für Beziehung gar nicht wahr, sondern wenn ich als Autor meines Lebens-, ja, ich schreibe ja, am Buch des Lebens, meines Lebens, wenn ich da hingehe und neugierig bin und offen bin, kann alles passieren.

01:50:58: Speaker 1 Meinst du, dann kann man auch alleine Tanko tanzen?

01:51:00: Speaker 2 Ja, ja, mit wem tanzt du den Tanko? Das ist dann auch so eine Frage. Ja.

01:51:06: Speaker 2 Ja, aber tanzen ist auch eine schöne Metapher. Ich finde, das hat was von... Nein,

01:51:11: Speaker 2 Du sagst ja, ich will jetzt diesen Tanko so schnell wie möglich machen, oder ich will...

01:51:17: Speaker 2 Nein, da gibt es was Fließendes, nicht Lineares, den Raubennutzenden in Kontakt mit den anderen Tänzern sein, dass du nicht dagegen knallst und vielleicht gemeinsam genießen. Es gibt ja auch so ein, so ein, also im Singen oder im Tanzen oder in der Bewegung, gibt es ja tolle Gruppenerfahrung.

01:51:33: Speaker 1 Wahnsinn, ja, auf jeden Fall. Das kann jeder nachvollziehen, der schon mal in einem Chor gesungen hat oder sich anders kreativ schon mal in einer Gruppe irgendwie, ja, wie du sagst, bewegt hat, getanzt hat, das hat einfach eine Dimension, die man, ja, dafür lebt man.

01:51:48: Speaker 2 Ja, das zeigt eben, wenn wir dieser Teil, der mit der Identität und mit dem, also Ego oder welches Wort wir da auch brauchen,

01:51:57: Speaker 2 wir so in die Beziehung gehen und den Teil aktivieren, das hat aus meiner Sicht neurologisch sehr viel mit der rechten Hirne hättet zu tun, wenn wir da in diesem Moment mehr im Flow sind,

01:52:11: Speaker 2 dann sind wir im Leben. Dann sind wir, nehmen wir am Leben teil, machen Beiträge, können uns auch verwirklichen und das Ganze in dieser kurzen Zeit, die wir haben, genießen.

01:52:23: Speaker 1 Dann sind wir im Leben und sind auf unserem Weg. Thomas, vielen, vielen Dank. Ich glaube, wenn wir heute ganz viele Ideenkonzepte zum Thema Mensch und Transformation verstanden und gelernt, also ich zumindest, schon sehr viel. Ich glaube, du hast ganz viele Leute inspiriert, sich auf den Weg zu machen, falls sie es noch nicht getan haben oder vielleicht die nächsten Schritte zu gehen, wenn sie es schon auf den Weg sind. Vielen, vielen Dank dafür. Wir machen weiter in der nächsten Episode, in der wir dann verstehen wollen, wie sich der Mensch, der transformierende Mensch auch in ein System einbettet, in

01:52:58: Speaker 1 den Kontext des Lebens sozusagen und wie Kulturorganisationen, Gesellschaft, aber auch Gesundheit zum Beispiel, auf das Thema Transformation einzahlen.

01:53:07: Speaker 2 Danke.

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