#43 Mentale Gesundheit geht uns alle an - mit Dr. Philipp Siebelt
Shownotes
Hast du dich auch schon mal gefragt, ob Erfolg und seelisches Wohlbefinden wirklich Hand in Hand gehen können? Oft denken wir, dass hoher Leistungsdruck und mentale Gesundheit Gegensätze sind. Doch was passiert, wenn eine Führungskraft beschließt, den Status quo zu hinterfragen und Werte wie Empathie und Transparenz ganz oben auf die Agenda zu setzen? In dieser Episode teilt Dr. Philipp Siebelt, Chef einer Firma, inspirierende Einblicke in einen Prozess, der zeigt, dass Arbeit sich einfach gut anfühlen darf.
Ihr erfahrt, wie kleine Schritte im Alltag eine große Wirkung auf die gesamte Unternehmenskultur haben können und warum es so wertvoll ist, wenn Entscheider offen über ihre eigenen Lernprozesse sprechen. Stefanie begrüßt einen Gast, der zeigt, wie man Verantwortung für über 1.300 Menschen mit einem modernen Blick auf Gesundheit und Nachhaltigkeit verbindet. Freut euch auf Impulse.
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Transkript anzeigen
00:59:59: Speaker 2 Arbeit muss sich einfach gut anfühlen, besser anfühlen und ich glaube, das ist wichtig und es geht auch über Menschlichkeit.
01:00:07: Speaker 1 Gesund sein. Dein Podcast für mehr Gesundheit im Alltag.
01:00:12: Speaker 1 Hallo und herzlich willkommen bei einer neuen Episode vom Gesundheits-Podcast. Heute mit Dr. Philipp Siehwelt. Philipp, hallo schön, dass du da bist.
01:00:19: Speaker 2 Hallo Stefanie, grüß dich.
01:00:21: Speaker 1 Heute wollen wir über das Thema mentale Gesundheit sprechen. Vor allen Dingen darüber, was der Arbeitsplatz damit zu tun haben sollte. Und da bist du mir sofort ins Auge gefallen, weil du auf LinkedIn mal geschrieben hast,
01:00:36: Speaker 1 mentale Gesundheit geht uns alle etwas an. Und das fand ich ein sehr cooles Statement von jemandem in deiner Position. Vielleicht kannst du mal ganz kurz ausholen und sagen, wo du herkommst, wer du bist, damit die Leute einmal wissen, mit wem ich hier heute spreche.
01:00:50: Speaker 2 Vielen Dank. Also in der Tat finde ich es ein wichtiges Statement und bekomme später hoffentlich noch dazu, warum und wie man das leben kann im Berufskontext. Aber genau, wenn wir einmal anfangen, wo komme ich her? Genau, also ich merk schon etwas daran, dass ich etwas Wortkarga bin, ein Westfale. Und genau, wo mein etwas das ruhigerere und die Verlässlichkeit und ähnliche Themen dazu gehören,
01:01:13: Speaker 2 als
01:01:13: Speaker 2 die einem angeboren sind. Genau, ich komme da aus einer Unternehmerfamilie, ich hatte ein kleines Möbelhaus zu Hause, was irgendwie über einige Generationen in der Familie war. Es war ein sehr kleines Möbelhaus, aber hat mich schon geprägt und früh gezeigt, was Verantwortung heißt, Verantwortung auch für Mitarbeiter oder Mitarbeiterinnen. Genau, bin dann über verschiedene Stationen hier im Rheinland gelandet, habe BWL studiert damals und bin dann irgendwie etwas aus dem Weg des Familienunternehmens weggekommen im BWL-Studium, wo ich auch sehr international studiert habe.
01:01:48: Speaker 2 Luft war McKinsey geschnuppert oder in der Beratung überhaupt und gesagt, das will ich machen und habe das auch mit sehr viel Herzblut gemacht über mehr als zehn Jahre. Und genau, da glaube ich viel Leistung gezeigt, viel unterwegs gewesen, mit vielen kulturellen Kontexten gearbeitet und genau, sehr viel Energie für die Firma gegeben. Genau, das ist so ein bisschen wie es angefangen hat. Und es hat auch wirklich Spaß gemacht, muss ich sagen. Es gibt auch viele Menschen, die sagen, nach wenigen Monaten, oh, kann ich nicht, möchte ich nicht, hat es schon Spaß gemacht und ich habe dafür gebrannt. Und der Wendepunkt vielleicht war, dass 2015 meine Tochter zur Welt kam und ich gesehen habe, auch dafür möchte ich brennen und brenne dafür und beides komplett zu vereinbaren ist schwierig oder das Leben fühlte sich nicht so an, wie ich mir irgendwie immer ein Familienleben vorgestellt und gewünscht habe. Und genau, ich glaube, das war der
01:02:44: Speaker 2 Ausgangspunkt, wo ich gesehen habe, Leistung ist wichtig, Leistung macht Spaß, aber es braucht auch einen gewissen Ausgleich und ich glaube, Familie kann einfach eine Sache sein. Genau,
01:02:55: Speaker 2 so bin ich dann bei meinem heutigen Jog
01:02:58: Speaker 2 gelandet, der mir dann allein durch die räumliche Nähe etwas mehr Zeit für meine Tochter, für meine Familie gegeben hat.
01:03:05: Speaker 1 Und das ist welches Unternehmen?
01:03:08: Speaker 2 Genau, ich nehme der Vorstandsprechwerte ALZHN AG, wir sind ein Dienstleister im Gesundheitswesen, machen primär Abrechnung und Finanzdienstleistungen für Apotheken, für 30 weitere Gruppen von Leistungserbringern, bieten Factory-Dienstleistungen an und haben zusätzlichen ein paar Softwareunternehmen, zum Beispiel ein cloudbasiertes PVS-System für Zahnarztpraxen. Ein Portfoliantunternehmen und ich führe quasi oben drüber die Holding. Das sind insgesamt 1.300 Kolleginnen und Kollegen im Konzern.
01:03:45: Speaker 1 Wow, sehr spannend und ich finde es vor allen Dingen interessant, dass du die Umgebung der Unternehmensberatung kennengelernt hast, weil ich glaube, gerade dort macht man Erfahrung mit Leistungsdruck vielleicht zur Zeit und mit einer extrem hohen Belastung, wahrscheinlich eine der höchsten Belastungen, so die man wahrscheinlich in irgendeinem Job irgendwie so haben kann, noch Medizin und ich weiß nicht, was noch alles, da gibt es natürlich auch vieles mehr,
01:04:09: Speaker 1 daher hört man halt ganz viel das Thema Burnout und war das für dich damals schon in der Beratung im einen Thema, dass du gesagt hast, aber mentale Gesundheit läuft dir nicht so oder hast du dich damals noch gar nicht so damit identifiziert?
01:04:21: Speaker 2 Also da würde ich ja sagen war ich jung und naiv und das hat funktioniert und ich war gesund dabei und die Leistung und der Druck auf die oder das der Wille auf die nächste Stufe zu kommen und hat einen schon angetrieben und es hat Spaß gemacht. Da gab es Momente, wo dann der Druck sehr groß war vor Bewertungsphasen, wo man denkt jetzt ist es zu viel, aber auch das ist ja die Frage, wie gehe ich daran, wie be relaxed gehe ich an diese Stufe ran. Also es ist ja ein Unterschied zwischen hohas Arbeitspensum, das ist glaube ich unbeschrieben in der Beratung damals und heute sicherlich immer noch und das andere ist ja eigentlich und da kommt man auch noch mal zu, eher der mentale Druck habe ich so eine Art Existenzangst und wie nehme ich mir die Sachen zu herzen, ist das Angst zu scheitern und Ähnliches, was ich auch aus dem Kontext,
01:05:13: Speaker 2 wie gesagt Eltern waren selbstständig, dass Möbelhaus da auch immer schon wahrgenommen hat und am Ende ist Beratung ja natürlich und das war für mich das vielleicht etwas positiverer, ein angestellten Job und man weiß man kann viel, es gibt auch was anderes und habe das dann nicht immer so zu herzen genommen, gab auch Phasen wo schwieriger war, genau.
01:05:38: Speaker 1 Ja und du hast dir jetzt bei der ALZHNGBH so zur Aufgabe gemacht, dass du das Thema mentale Gesundheit am Arbeitsplatz irgendwie angehst und du hast da auch eine große, ich sag mal, Organisationsentwicklung mit angestoßen, wann ist dir das denn persönlich zum ersten Mal bewusst geworden, dass das ein Thema ist, was du vor allen Dingen auch verantworten musst, dass das ein Führungsthema ist, dass das nicht nur ein individuelles Problem ist, weil ich glaube, wir haben in der Gesellschaft immer noch keinen richtigen Konsens darüber,
01:06:07: Speaker 1 wo fängt sozusagen die oder wo hört die individuelle Verantwortung auf, wo fängt sozusagen die Verantwortung der Gesellschaft des Arbeitgebers jetzt in dem Fall an, wann ist dir das so bewusst geworden, dass du da was machen willst?
01:06:19: Speaker 2 Genau, also grundsätzlich, es ist ein bewusst geworden, was schon mal ein guter Schritt ist, glaube ich und wir haben auch einige Sachen angestoßen, aber wir sind auch bei Walpen nicht am Ende der Entwicklung und jeder geht wahrscheinlich auch direkt 1000 Dinge finden, man könnte auch ABC machen, das ist einfach ein langer Prozess, glaube ich, aber erkennt, es ist natürlich immer schon mal ein wichtiger Schritt und ich bin jetzt seit 2017 hier auch schon eine gewisse Zeit und ehrlicherweise habe ich es, glaube ich, am Anfang auch wenig wahrgenommen, da war ich dann eher auf mich fokussiert, mehr Zeit mit der Familie, junge Familie, dann viele kritische Themen gehabt am Anfang, wo man sich einfach stark in der Sachau und Lösungsorientierung gekümmert hat und geschaut, wie hält man das Unternehmen mit Tradition nach mehr als 50 Jahren auf dem erfolgreichen Weg am Leben und insbesondere, als ich das letzte Mal vor ein paar Jahren meinen Vertrag verlängert habe, weil ich mich persönlich gefragt, auch wo meine Tochter größer war und gefragt hat, was machst du eigentlich und wozu und was bringt das? Ist das so, wie wir heute arbeiten, wie ich persönlich war? Keine
01:07:21: Speaker 1 Antworten, die du hier geben.
01:07:23: Speaker 2 Ja, das ist jetzt auch keine schlechten, aber ich habe mich schon gefragt, tue ich das in meiner Machtstehende, im sozialen Bereich, aber auch umweltechnische, in meinem
01:07:32: Speaker 2 kleinen Mikrocosmos, den ich hier führen kann, was ein Bruchteil ist, aber immerhin habe ich dort zumindest mit dem Impact, den ich haben kann, so gemacht, wie es mit meinem Gewissen vereinbaren kann und wie ich vor allem meiner Tochter dann in 20, 30 Jahren irgendwie vor Augen treten kann. Das ist gemacht, aber nachher habe ich gesagt, puh ist, ich glaube, ich habe einen sehr weiter Weg zu diesem Idealbild und ich mache es, aber ich versuche, etwas zu bewegen und habe dann, wir haben das Hashtag beta, a, z genannt, gesagt, okay, was ist jetzt die nächste Kurve, dass wir es zu einem besserer, kleinen, besseren Mikrocosmos Welt machen und genau, für uns, für meine Tochter, für die Mitarbeiterinnen und Fangen an unserem jeweiligen Arbeitsplatz an.
01:08:18: Speaker 2 gerade Führungskräfte tragen, glaube ich, eine Verantwortung für die Zukunft des Unternehmens, für ihre Mitarbeiterinnen und genau, wie schaffe ich da auch ein Sense of belonging, dass sie sich zugehörig fühlen, dass sich jeder einbringt, auch auf dieser Reise. Und ich glaube, dass dieses Bewusstsein ist das Hauptthema, was wir, was wir schärfen wollten, weil auch jeder hat natürlich den Impact am Arbeitsplatz, aber auf der anderen Seite auch das, was er dann in seinem privaten Leben machen kann. Also auch das Umweltthema, fahre ich jetzt jede kleine Strecke mit dem Auto oder nicht, überlege ich mir genauso zu Hause wie hier, wenn dann jeder beispielsweise einmal das Deutschlandticket hat oder nicht, dass er auch dann zweimal drüber nachdenkt, ach, kann ich doch jetzt auch irgendwie privat was machen und wie kann er sich, wie schaffe ich erstmal bei jedem das Bewusstsein, was ist vielleicht besser persönlich, für die eigene Gesundheit, für die Umwelt und ähnliche Themen und so ist das Programm entstanden und es fühlt sich an, als hätten wir erst mit zwei Mikroschritte gemacht, aber ich glaube, ich brenne auch dafür und versuche es immer wieder in jeder Situation nach
01:09:32: Speaker 2 vorne zu bringen. Wie könnte man kleinen Schritt das gleiche nächste Mal wieder an Tanken besser machen und uns dadurch ständig stetig zu verbessern?
01:09:41: Speaker 1 Das heißt hinter better IRZ und ich sag mal diesen Idealbild, was du gerade erwähnt hast, steckt im Grunde genommen eine eure eigene Firmenagenda, was ja hinter diesem better, also hinter diesem besserwerden stehen soll und da geht es eben nicht nur so, wie ich es jetzt verstanden habe, um die Bottom Line, um den Profit eures Unternehmens, sondern es geht eben auch darum, welchen Einfluss üben wir sonst noch auf die Welt und auf die Umgebung, um uns herum irgendwie aus, auf die Menschen, auf die Natur und da sind im Grunde genommen so, ich sag mal, neue Bewertungskriterien vielleicht auch für euch als Firma hinzugekommen.
01:10:14: Speaker 2 Genau, also die Grundfrage ist, wollen natürlich weiter ökonomisch erfolgreich sein, ich glaube auch quasi background und so, wird mir jetzt keiner abkaufen, wenn ich das Gegenteil sagen würde und sagen würde, wir wollen jetzt nur gut Menschen sein, nein, aber die Frage ist ja, man hat immer verschiedene Wege, wie man ein Ziel erreichen kann und da dann immer den besseren zu wählen vor dieser Agenda und dem Werteset, was wir uns da aufgeschrieben haben.
01:10:41: Speaker 1 Und was genau ist da euer Werteset?
01:10:45: Speaker 2 Genau, ihr möcht die Werte jetzt gar nicht runterbeten, die gibt es auch auf der Website und man kann sie sich angucken, wir haben irgendwie fünf klare Bereiche definiert und auch das ist natürlich etwas fasi, ich würde mal sagen, am Ende geht es natürlich nicht darum, ein konkretes Programm mit 30 Einzelmaßnahmen oder 70 Verhaltensregeln zu definieren, sondern mit Haltung zu beginnen und das haben wir in der Führungsebene gestartet, haben dort den ersten Entwurf der Werte feingeschleffen, wir versuchen es vorzuleben, wir diskutieren irgendwie in verschiedenen Runden mit allen Führungskräften, darüber um es wirklich von oben vorzuleben und daraus ergeben sich statt konkreter Programmbausteine und ähnlichen eher Dinge, die sich im täglichen Leben zeigen, man versucht sich persönlich auch vorzuleben, dass man jetzt nicht immer auch, wie man es vielleicht ursprünglich gerne gewesen wäre, das Gefühl hätte, der erste im Büro ist der letzte, der geht, sondern auch mal zeigt, es gibt andere Prioritäten, die ich klar priorisiert habe, das vorlebt, dass Meetings zu vernünftigen Zeiten stattfindet, dass man jetzt nicht zu Tag und Nachtszeit erwartet, dass jemand sofort responsive ist, ich gehe offen mit dem Thema Sport um, bringe meinen Hund mit und das sind so Dinge, die sich die Kultur zeigt sich dann im Alltag, aber natürlich geht es darum, toleranter zu sein, gewisse Transparenz zu zeigen, mehr zu kommunizieren. Ich glaube, das ist auch ein Schlüssel.
01:12:21: Speaker 2 Ohne Kommunikation ist das Ganze schwierig, glaube ich, zuhören, ist gerade hier im Führungskonzegs keine Nettigkeit, sondern essentiell und die Kernführungsaufgabe zu kommunizieren, in den Dialog zu treten und genau, auch immer wieder nachzufragen und diese Werte, wenn man einem was nicht gefällt zu sagen, okay, ich habe jetzt gehört, du hast X gesagt,
01:12:44: Speaker 2 wollen wir das wirklich so leben, ist es nicht irgendwie den anderen gegenüber und genau, ich glaube, da gehört gerade in einer gewachsenen Gesellschaft sehr viel dazu, auch dass irgendwie, wenn viele neue Reinkommen gelästert wird, hinterm Rücken von anderen geredet wird, was einfach keine gesunde Arbeitskultur ist, in der man selbst nicht leben möchte und was, wenn man jetzt stichwort Mental Health, ja auch für
01:13:08: Speaker 2 schön ist und sicher auch beschäftigt.
01:13:13: Speaker 1 Ja, definitiv. Ich meine, die WHO hat ja auch Zahlen dazu vorgelegt, ich glaube, jeder siebte Arbeitnehmer oder so oder jede wertpsetige Person geht mit einer psychischen Erkrankung durch den Alltag und das ist ja nicht nur ein Produktivitätsverlust, das ist ja besonders, ich sag mal, in einem individuellen Kontext einfach ein extremes Leid, was man da ja jeden Tag mit sich rumträgt und es kommt natürlich auch sehr viel eben aus der Arbeitswelt und so wie ich es verstehe, habt ihr bei euch eigentlich in der Führungsebene angefangen zu sagen, welche Kultur wollen wir hier vorleben, was ist gesund, was nimmt auch sozialen Stress, sag ich mal, raus, psychischen Stress und Druck raus für unsere Mitarbeiter und ihr habt sozusagen oben angefangen, das einfach vorzuleben, das war so der erste Schritt für euch.
01:14:02: Speaker 2 Genau. Und ich glaube, ein wichtiger Punkt ist hier in diesen Themen einfach stärker den Menschen ins Zentrum zu stellen. Ich glaube, es geht jetzt nicht darum zu sagen, ich muss jetzt überall, weil du hast gerade Druck wegnehmen, Arbeit weg, es geht jetzt nicht darum, dass Arbeit sich jetzt unbedingt leicht anfühlen muss oder weniger sein muss. Ich glaube, das sind ja auch, wenn man hört, 4 Tage Woche weniger Stunden, sondern
01:14:25: Speaker 2 Arbeit muss sich einfach gut anfühlen, besser anfühlen und ich glaube, das ist wichtig und es geht auch über Menschlichkeit.
01:14:33: Speaker 2 Frage auch, wie geht man damit um mit dem Thema Homeoffice und Ähnlichem, weil ich glaube, vieles kommt auch darüber, dass man Menschlichkeit spürt und sieht im täglichen Umgang und gerade dieses, was ich sagte, The Longing heißt, ich kann es ja nur leben, ich kann mich nur was zugehörig fühlen, wo ich auch da bin, ich sehe, ich kann so sein, wie ich bin, ich werde ernst genommen, werde ernst genommen mit Feedback und ähnlichen Themen und kann da meine Talente einbringen und mache es gerne und bringe damit natürlich auch Einsatz und Leistungsbereitschaft. Ich glaube, das ist was Wichtiges auch gerade da, wenn man schaut, wo steht Deutschland, was haben wir zu bewältigen oder fast die ganze Welt, am Ende geht es nicht ohne Einsatz und Leistungsbereitschaft, aber die kann man nur gesund bringen, wenn man auch es gerne macht und in einem Umfeld ist, wo man sich wohlfühlt und gerne wieder hinkommt.
01:15:30: Speaker 1 Ja, und dann will man vielleicht den fünf Tag noch in die Arbeit kommen, anstatt zu bleiben.
01:15:34: Speaker 2 Genau, oder zumindest aus dem Homeoffice noch was zu machen oder ähnlichen. Also, dass man wirklich auch bei der Sache ist und sich ein bisschen damit identifiziert und das sind viele kleine Baustellen, wenn ich jetzt zum Beispiel nur einen, ich weiß nicht, ein Beispiel, das wir jetzt heute uns darum gekümmert hatten und ich hatte es eben gesehen, wenn ich jetzt an die unsere Marke denke, muss ich sagen, habe ich mich die ersten Jahre null damit identifiziert und mit unserem Firmenlogo und Ähnlichem und die Mitarbeiter glaube ich auch nicht, sie sind da hingekommen, weil sie irgendwie hier regelmäßig ihre Gehaltsüberweisung bekommen haben. Das war jetzt versuchen, ist irgendwie
01:16:11: Speaker 2 so eine Art kleine Modekollektion zu machen, vier, fünf, sechs Sachen, wo die Mitarbeiter auch einen kleinen Obolus zahlen, für das, was sie sich aussuchen, das spenden wir dann auch wieder. Aber um zu sehen, okay, und die, die zeigen können, ich identifiziere mich damit und wenn sie dann damit zum Bäcker gehen und der fragt, was ist das denn dafür ein Logo und sie stolz und positiv hoffentlich erzählen können, das ist das Unternehmen, für das ich arbeite und brenne. Das war vor wenigen Jahren auch komplett unvorstellbar, auch für mich. Und genau, hat mir jetzt natürlich auch alles bestellt, was hier Vorbild oder ja, ich weiß nicht, ich habe gesehen, ja Telekom oder Tim Hötges, was der mir dieses riesen Telekom-Logo da drauf hat oder so, wo man ja vor ein paar
01:16:56: Speaker 2 Jahren gesagt hätte, ist der jetzt hier.
01:16:57: Speaker 2 Jemand, der zu Hause die Anschlüsse installiert, aber sieht irgendwie, man kommt ins Gespräch, sieht cool aus und zeigt, jeder steht auch hinter, hinter der Brand,
01:17:06: Speaker 2 hinter der Marke, hinter dem Unternehmen, für das verarbeitet und macht es, macht es gerne.
01:17:10: Speaker 1 Ja, Identifikation ist glaube ich ein super wichtiger Schritt, gerade um ja, dieses Eigeninteresse zu verbinden, eben mit dem Interesse der Organisation.
01:17:22: Speaker 1 Und
01:17:22: Speaker 1 Ende des Tages klar, ihr könnt als Führungskräfte anfangen, die ersten Schritte zu zeigen und den Weg sozusagen voran zu schreiten, aber am Ende müssen die Leute natürlich auch Lust haben, den dann hinter, also euch dann hinterherzugehen und das mitzulaufen. Und dafür muss man ja dann als Führungsrafft nicht nur vorleben, sondern ich sage mal auch den Rahmen schaffen für alles andere, was sozusagen jetzt so anders gelebt werden soll, ja. Habt ihr dann auch irgendwelche anderen Initiativen eingeführt, jetzt für dich auch schon die ersten Erfolge irgendwie zeigen, in dem, was man sozusagen auch an Kultur wandelt, irgendwie herbeiführen will, dann innerhalb der Belegschaft?
01:18:00: Speaker 2 Also ich glaube, das Große, wo man sieht, ist halt wirklich diese Identifikation mit dem gesamten Unternehmen. Aber auch, wie jetzt Mitarbeiter mit vielen Initiativen darum kommen, verstanden haben, dass uns Gesundheit, dass uns mentaler Gesundheit auch wichtig ist. Wir haben eingeführt Dinge wie Coaching, insbesondere für Führungskräfte, so was wie Sportangebote, dass man gemeinsam Sport macht, Fitnessstudio, Kooperationen und diese Sportprogramme auch so eine Hotline, wo man mental hält, wenn man jetzt Probleme hat, anrufen kann, frühzeitig anrufen kann, das Anonymen statt mit sehr Führungskraft zu machen. Und ich glaube auch wichtig ist hier wieder zu zeigen, dass wir können jetzt nicht beeinflussen, ist jemand gesund oder nicht, aber die Gesundheit ist schon die Basis, am Ende, um Leistung zu erbringen. Früher spielte das kaum eine Rolle, man hat nicht drüber gesprochen im Unternehmen, man hat viele Themen, wenn es einem nicht gut ging, auch eher verschwiegen und auch nicht aktiv nachgefragt. Und ich glaube, es ist ein banales Thema, aber ohne Gesundheit wird vieles instabil für den Einzelnen, aber auch für die Abteilungen etc. Und entscheidend ist, dass wir das im Alltag ernst nehmen, im Job ein offenes Ohr geben und vielleicht auch was dazu gehört, Unternehmen stehen heute natürlich sehr eng unter Beobachtung, das war früher auch nicht. Ein bisschen ist man natürlich auch gezwungen, aber ich glaube, das ist genauso richtig, weil Verantwortung hört jetzt nicht am Werkstor oder am Eingang unten auf, sondern sie geht deutlich drüber hinaus. Und dass mentale Gesundheit genauso wichtig ist wie körperliche, auch dafür muss man noch viel Akzeptanz schaffen. Wenn man da spricht nach dem Motto, ja, ja,
01:19:41: Speaker 2 der stellt sich ja nur an oder keine Ahnung. Am Ende schränkt es einen genauso ein und hindert daran, seine Leistung zu erbringen und hat Symptome, die genauso schlimm sein können. Und ich glaube, dafür müssen wir auch viel tun. Der hat für das Bewusstsein, für das offene Ohr und dass es Akzeptanz ist. Aber wie gesagt, ich glaube nicht, dass es ein HR- oder Personalthema ist, wo jetzt das eine hilft, sondern auch da wieder,
01:20:08: Speaker 2 es ist ein Führungsthema. Und nur so können wir in die Gesellschaft hineinwirken, indem wir alle darauf eingehen. Und ich glaube, das ist schon der große Umschwung. Wenn man jetzt mal sagt, was ist ein Großteil der Tätigkeit, die wir in der Vergangenheit erbracht haben, ist gerade mit viel Papier im Gesundheitswesen zeitig, zeitnah quasi akkordmäßig Dinge zu verarbeiten, nachzuerfassen. Das ist natürlich ein ganz anderer Führungsstil, wenn man guckt, wir haben uns jetzt verändert, wie ich auch Entwickler oder IT-Führer und Behandler und grundsätzlich auch zu gucken, wie werden die Arbeitsbilder flexibler, wie ist es nicht zu stupide, was ich machen muss. Und da gab es früher zum einen kein Bewusstsein. Und genau, ich glaube, da ist schon viel passiert.
01:21:03: Speaker 1 Und ich finde, diese ganzen Maßnahmen und Initiativen, die man einführt, was du genannt hast, Coaching, dann auch irgendwie das Thema, innerhalb der Arbeit irgendwie Safe Space zu schaffen für so einen Austausch, auch wirklich mal zu sich trauen, zu sagen, wie es dir wirklich geht, auch wenn es dir schlecht geht oder so. Das, finde ich, steht und fällt ja wirklich mit der Glaubwürdigkeit, mit der die Führungskräfte sozusagen kommunizieren. Ich kenne es aus der Vergangenheit jetzt selber, dass das zwar gesagt wurde, aber man gemerkt hat, naja, aber so richtig gut findet, weil es ja muss das jetzt so machen, aber so richtig gut findet er das jetzt nicht, die eine oder andere Person. Und da hat mich jetzt interessiert, du bist ja jetzt seit 2017, hast du gesagt, in dem Unternehmen, und du hattest ja dann auch die ersten Jahre, ohne diese Kommunikation in dem Unternehmen, hat sich seitdem du angefangen hast, diese Werte, diese Bedeutung für mentale Gesundheit, auch im Arbeitsplatz so, das zu kommunizieren, hat sich die Kommunikation zwischen dir und den Mitarbeitern auch verändert. Also hast du Momente gehabt, wo du gemerkt hast, cool, wir sprechen jetzt irgendwie anders über die Dinger als noch vor ein paar Jahren.
01:22:10: Speaker 2 Also ja, auf jeden Fall. Ich glaube, da hat sich viel getan. Und also auch in meiner persönlichen Einstellung, was die Leute wahrnehmen, gerade am Anfang habe ich vieles ignoriert und gedacht, das war ja erfolgreich, ist ja erfolgreich, jetzt drücke ich ein Auge zu, auch wenn es in meinem alten Umfeld schon anders besser gewesen wäre, läuft, dass die jetzt sehen, okay, jetzt hakt er auch nach und fragt, warum und muss das so sein und können wir das nicht anders lösen. Natürlich gibt es auch noch, auch bei den Führungskräften, einen Teil der ist skeptisch und macht es noch genauso weiter, aber da hilft auch nur, jeden Tag dahinterher zu sein. Und ich glaube, was wichtig ist, und das kann man vorleben, ist so ein bisschen,
01:22:54: Speaker 2 auch meine ganze Journey zeigt,
01:22:56: Speaker 2 vielleicht würde man es ambivalenz nennen. Also ich glaube, auf der einen Seite eben ein stabiles Werteset zu haben und klare Leitlinien, was geht, was geht nicht, aber gleichzeitig auch selbst eine maximale Veränderungsbereitschaft zu zeigen, bei dem was kommt. Also feste Überzeugungen, aber im Denken und Handeln schon beweglich zu sein, weil wenn ich mich selbst nicht verändere, dann geht sich die Organisation nicht verändern. Und wenn sie auch den Unterschied nicht wahrnehmen, dann kann man die streiten, ist das noch authentisch, konsistent, was auch immer. Ich glaube schon, wenn die bestimmte Grundüberzeugung Werte eingehalten werden, aber sie müssen auch sehen, dass man Entscheidungen, die man vielleicht selbst getroffen hat,
01:23:35: Speaker 2 offen nochmal diskutiert, heute anders treffen würde. Und genau, ich glaube, das ist eine persönliche Reise, die man geht und wo man viele mitnehmen kann. Manche gehen sie mit, andere nicht. Manchmal helfen auch nur personelle Veränderungen, aber ich glaube schon daran, dass die
01:23:52: Speaker 2 meist bereit sind, sich zu verändern. Aber wenn ich jetzt irgendwie 20 Jahre indoktriniert
01:23:59: Speaker 2 bekommen habe, ist nicht wichtig. Und ich gucke jetzt nur auf die Krankentage und ich belohne jetzt oder ich bestrafe Krankheit statt irgendwie Gesundheit zu belohnen oder Ähnliches, dann ist es auch nicht von heute auf morgen aus Köpfen rauszubekommen. Und somit,
01:24:17: Speaker 2 das Wichtige ist, einfach dran zu bleiben und dieses Bewusstsein jeden Tag quasi neu zu schaffen und immer wieder dran zu erinnern. Und da macht Spaß die Ergebnisse zu sehen, dass schon es immer einen Tag besser wird. Gibt es viele Dinge, die wir machen, wie ich sie nicht machen würde, heute noch? Ja, aber auch persönlich im Alpha des Gefechtes erkennt man dann, okay Mist hätte ich jetzt auch nicht machen müssen, da hätte ich jetzt nicht extra auch, wenn ich jetzt umweltnehmlich hinfliegen müssen oder die Leute jetzt
01:24:47: Speaker 2 müssen, durch ein zu straffes Projekt doch noch ihren Jahresurlaub nebenzukönnen oder Ähnliches. Da hat man sich oft auch erst hinterher dabei, wenn man sich nochmal hinterfragt, war das jetzt wirklich so richtig? Und ich glaube, das große Thema ist da so sicher auch eine Meinung, was ist mit Homeoffice jetzt? Er ist in den Jahren nach Corona sehr stark in die Richtung gegangen.
01:25:09: Speaker 2 Die Freiheit ist schön, man genießt sie ja selbst auch an der ein oder anderen Stelle, jetzt gerade für die ganzen Dimensionen, die ich erwähnt habe. Aber wie schaffe ich es jetzt trotzdem, Belonging zu kreieren, dass das offene Ohr da ist, wahrgenommen, wie die Menschen gleichzeitig zusammenzukommen und da habe ich sicher auch an der ein oder anderen Stelle dann übersteuert in der anderen Richtung, wo ich gesagt habe, okay, kann jetzt nicht sein. Keiner ist hier, wir haben jetzt das alles gemacht. Dann möchte ich beim nächsten Mal bitte auch, dass ihr öfter reinkommt, mehr reinkommt und so. Und dann sagt man sich, okay, jetzt auch wieder nicht im Sinne anderer Dimensionen.
01:25:45: Speaker 1 Ja, ja, ja, natürlich, das ist so ein Abwägen. Und ich meine, das ist ja auch so ein bisschen das,
01:25:50: Speaker 1 du machst das ja, das was du tust, das machst du ja vor allen Dingen für die Mitarbeiter. Und dann ist man natürlich auch persönlich so, ich sag mal, eine Ecke enttäuscht, wenn dann, ich meine, die sprechen sich ja sicher nicht alle ab und sagen, damit jetzt der Philipp Siebelt irgendwie happy ist, lasst man morgen alle ins Büro kommen und so, wenn hier dieses Mitarbeiter-Event ist oder sonst irgendwas,
01:26:10: Speaker 1 sondern da entscheidet ja jeder wahrscheinlich trotzdem individuell, was da jetzt ansteht. Und dann sind plötzlich irgendwie doch weniger Leute da, als man sich erhofft hat, solche Enttäuschungen bleiben natürlich nicht aus, wenn man sich dann einmal so ein Veränderungsprozess verschrieben hat, weil auch du hast ja dann Erwartungen an das, was zu passieren soll, im besten Fall. Und na ja, dass es dann oft nicht so schnell geht, ist total klar, retrospectiv, denken wir sich ja, das habe ich auch erwartet, aber das muss man natürlich dann auch einstecken können. Und sich trotzdem nicht entmutigen lassen, dass es wirklich Sinn macht, weiterzumachen. Du hast vorhin auch erwähnt, dass du viele schöne, also positives Feedback jetzt schon bekommen, du auch siehst, dass sich die Dinge positiv verändern. Woran machst du das denn zum Beispiel fest, was beobachtest du denn?
01:26:58: Speaker 2 Also für mich ist es wirklich diese Identifikation mit dem Unternehmen, was positiv ist. Auch das Mitarbeiter selbst dann Dinge ansprechen, wo sie sagen, das passt doch jetzt gar nicht dazu und diese Werte sich auch zu Herzen nehmen, wo es anfangen war, okay, der hängt ja jetzt über was hin, okay, toll, wofür und na ja, was soll das? Also dass das jetzt wirklich von einigen gelebt wird, dass sie sich wirklich als positiv an und da auch einige Vorschläge kommen. Aber klar, es gibt ja recht, also ja Feedback ist wichtig und man nimmt es auch gerne an und ändert sich, aber in dem Moment hat man natürlich oft schon auch, dass man sagt, na, also man ist auch nicht immer nur gut gelaunt. Und ich glaube, das gehört auch zur Jobbeschreibung zu jeder Führungskraft. Es kommt mehr Negatives als Positives an, sind dann doch weniger, die sagen, super, dass wir das jetzt gemacht haben, als die, die sagen, hätte man jetzt aber auch anders machen können oder einfach gar nichts sich äußern, das ist,
01:27:53: Speaker 2 gehört zur Jobbeschreibung etwas.
01:27:55: Speaker 1 Ja, und es gibt natürlich auch immer Leute, wie du gerade auch gesagt hast, die dem Ganzen einfach lange Zeit auch, lange in den Prozess hinein, auch sehr skeptisch gegenüberstehen und sagen, was ist das denn jetzt hier für ein Mist? Was glaubt der eigentlich, dass du jetzt nur, weil da hier so ein Poster aufhängt mit irgendwelchen Werten, dass sich das jetzt fort auf morgen hier alles dreht. Mein Chef ist immer noch blöd, mein halbes Team ist auch immer noch blöd und mit dem anderen will ich irgendwie auch nicht. Und also, es geht ja auch darum, wie, ich sag mal, kulturell passend sind die Mitarbeiter auch untereinander, ne? Weil manchmal gerade aus verschiedenen Fachrichtungen und so, würfelt man halt Menschen zusammen, die sich vielleicht auch gar nicht so auf Anhieb verstehen. Man hat Gen Z, man hat aber auch Kollegen, die beide in Rente gehen, ja, allein einfach zwischen den Generationen, einfach riesen Wertdiskrepanzen, kulturelle Unterschiede. Wie holst du denn auch, ich meine, die muss man ja auch alle anders abholen, würde ich mal sagen. Habt ihr darauf auch geachtet? Also sprichst du jetzt mit einem, ich sag mal, älteren Kollegen auch doch nochmal anders als jetzt mit einem jungen Kollegen?
01:28:58: Speaker 2 Also, für mich ein spannenden Punkt. In der Tat gibt es natürlich Unterschiede, wie offen man dieser Veränderung gegenüber ist. Und wir haben anfangs auch gerade mit dem Top-Team gestartet, jetzt Workshops zu machen, wo man schaut, hier, was will denn eigentlich die nächste Generation, will sie anders arbeiten, um bewusst sein zu schaffen. Aber inzwischen würde ich sagen,
01:29:20: Speaker 2 die Unterschiede, wie diese Werte gelebt werden und wie wir uns verändern, hängen nicht, lauferlaufen nicht entlang von Generationen. Vielleicht gibt es ein bisschen mehr von der ein oder anderen Tendenz bei einer Generation, aber ich kenne Boomer, die sind geistig, jünger als viele, Jen Zetla, Jen Xla, die Digital Alien sind und KI alles sofort aufgegriffen haben und selbst umsetzen. Und klar gibt es auch Jen Zetla, die allen Klischees entsprechen, aber auch welche, die irgendwie komplett in eine andere Genere reinpassen würden, ich glaube. Das Wichtige ist, was diese Diskussion mir bewusst gemacht hat, dass es andere Themen gibt, wo man darauf achtet, aber dass man vor allem sehr individuell kommunizieren muss. Es geht nicht um den Generationenkampf, sondern es geht darum, jeden einzeln individuell zu führen und da abzuholen, wo er steht, was wieder nur über nah dran sein geht. Aber ich glaube, es ist jetzt nicht so Topf, 50 plus Topf unter 30 und so, da sieht man schon,
01:30:26: Speaker 2 also es ist zu einfach gedacht und auch grundsätzlich, ich glaube persönlich weiterhin an Leistung, nur eine gewisse Leistung kann uns voranbringen, dass das auch Anstrengung kostet und auch daran, dass wenn man mehr leistet, sich dieser Einsatz auszahlt am Ende. Aber die harte Arbeit darf uns nicht kaputt machen und deswegen sprechen wir über Helz, Mental-Helz, wie kann ich das bringen? Und dass man da drüber spricht, ist glaube ich auch kein Markel und ja, es ist oft über die Gen-Z-Diskussionen hervorgekommen. Das ist glaube ich ein großer Fortschritt, dass diese Diskussionen, diese Themen einfach auf den Tisch bringen. Aber ich glaube, die Balance ist für alle Generationen wichtig und auch keine Schwäche, sondern eher ein Fortschritt, das wir so offen drüber sprechen können.
01:31:15: Speaker 1 Ja, und weil ein wichtigen Punkt, den du benannt hast, fand ich zum Beispiel auch, dass es jetzt nicht mentale Gesundheit oder Leistung, also man kann halt eher anders herum. Das ist eigentlich ein Teil davon, wenn ich mental gesund bin, wenn es mir gut geht, dann habe ich auch Lustleistung zu erbringen und dann habe ich eine Motivation, dann bin ich angetrieben, meine Ziele auch zu erreichen, wenn ich mich natürlich mit meinem Job identifiziere, mit der Firma identifiziere, wenn ich denke, dass die Firma cool ist für dich, dass wir für coole Sachen stehen, dass meine Kollegen das genauso sehen und wie uns verstehen. Dann gehe ich da gerne hin und du hast selber auch vorhin gesagt, dass du gerne Berater warst und du hattest richtig Lust, Leistung zu erbringen und warst da so total in deinem Element. Man muss ja auch verstehen, was sind das denn für Faktoren, die dem Menschen erlauben, mental gesund und leistungsfähig zu sein und zu arbeiten? Was hast du denn bei dir mal im Leben beobachtet, wann so ein Punkt kam, wo du gedacht hast, jetzt habe ich irgendwie keinen Bock mehr und was waren das dann für Auslöser, die dafür gesorgt haben, dass bei dir so der Drive ein bisschen raus, also dass du den einfach nicht mehr so gespürt hast?
01:32:24: Speaker 1 Weil du wirkst jetzt wie ein sehr leistungsfreudiger Typ Mensch, aber du wirst doch sicherlich auch mal so ein Punkt gehabt haben, oder? Klar,
01:32:32: Speaker 2 also Tiefen hat man immer, heute ist noch ein Positiv, wahrscheinlich streikt da noch mehr Positivität aus, als es normal wäre, aber es gibt natürlich immer Ups und Downs. Und ich darf was für mich so im Kleinen, das ist Sport, mein persönlicher Reset aktuell. Dies ist ja jetzt vielleicht auch mein Triathlon-Jahr, wir hatten eben im Vorgespräch auch schon ein gutes Mal Marathon oder ähnliches hier gesprochen, genau. Vielleicht ist es auch nur die Midlife Crisis oder so, ich nehme es jetzt mit um Moral.
01:32:58: Speaker 1 Midlife Chance, Midlife Chance, bitte bei Franz-Goth sagen. Ich empfehle dir die Episode zum Thema Resilienz, die Doppel-Episode.
01:33:05: Speaker 2 Genau, aber ich glaube Resilienz ist auch ein wichtiges Stichwort, kommen wir sonst auch noch mal zu, aber für mich ist es einerseits Sport, dann die Zeit mit meiner Tochter, mit der Familie erdet mich auf jeden Fall, ist auch einfach, wo man sieht, okay, wo drüber ich mich eben geärgert habe, ist es eigentlich gar nicht wert. Und da jetzt die Nerven zu lassen, gehe ich lieber entspannt ran und wir finden eine Lösung, das man sieht, es gibt noch andere Themen und auch irgendwie
01:33:28: Speaker 2 oder unser Hund hier, nachdem hier unser Retriever letztes Jahr verstorben ist, haben jetzt gerade auch wieder Verstärkung auf vier Beinen gekommen und die Tage gestern war sie wieder,
01:33:39: Speaker 2 der Hund dabei und genau, was sagt ihr, einen Kollege hier als unser Chief Happiness Officer oder so, oder auch Lachen, und man hat ein Thema über das man spricht, ich glaube das ist auch was, was einen wieder, Verbindung, man holt mal kurz mentaler Reset und man denkt jetzt irgendwie lächelt und...
01:33:56: Speaker 1 Da gibt es ja auch spannende Studien dazu, wie Haustiere, aber eben auch Zeit in der Natur, und ich würde mal sagen, die Zeit mit Tieren ist ja im Grunde genommen auch Zeit mit der Natur, wie einen das auch unterbringt, wie das wirklich den Stresspegel senkt und die Leute sich viel einfacher entspannen können.
01:34:13: Speaker 2 Genau, also ich glaube das ist wichtig, das ist ja auch bei Sport, bei Familie und was ich eingangs sagte, Ausgleich hat dies genannt, wenn man jetzt nur zu sehr auf eine Sache fokussiert ist und will das jetzt Part 2 treiben und ist jetzt komplett davon abhängig, dann ist es immer schon schlechtes Zeichen und dann trifft es einen auch mental und ähnliches. Gört natürlich auch dazu gerade, man sagt Kommunikation in dem im Moment Präsenz zu sein, heißt jetzt auch mal versuchen, fällt mir auch mal schwer, das Handy mal zur Seite zu legen und so, juckt mich gerade auch schon wieder da drauf zu gucken, aber da geht es mir jetzt persönlich auch weniger um feste Offline-Regeln, ich glaube es geht gerade bei mir, gehört zum Job dazu, wenn was ist, erreichbar zu sein, egal wann.
01:34:57: Speaker 2 Diese Erreichbarkeit stresst mich nicht, aber ich glaube was wichtig ist für einen ist Klarheit in den Prioritäten, selbst wenn es mal irgendwo am Weg holpert oder irgendwo ein Stein ist, das langfristige Bild zu haben und zu sehen, zahlt es darauf ein und wie komme ich da hin, diese innere Ruhe zu bewahren und das hätte ich jetzt, die Folge höre ich mir noch an, auch als Resilienz bezeichnet, dass man durch dieses Long-Term-Bild, auch wenn es jetzt um mich herum gerade akut, sehr unruhig ist und einprasselt, die Leute nervös sind, so ein bisschen der Ruhepol zu sein und selbst auch durch den klaren Fokus nach vorne, dass man den Überblick hat, dadurch zu steuern und ich glaube diese mentale Ruhe Resilienz, wie immer man es nennen möchte, ist glaube ich jetzt gerade für meinen Job, für den CEO eine zentrale Leistungsfähigkeit, ist nicht immer selbst der Problemlöser zu sein, aber dafür zu sorgen, dass alle in einem gedanklichen Mindset sind, dass sie auch das Problem gelöst kriegen und nicht vor Angst dastehen und gelähmt sind, sondern sehen wir, wir schaffen das, ich glaube das ist, was man auch lernen muss mit der Zeit, nicht Unruhe weiterzugeben und klar hatten wir auch Phasen, wo man denkt, mist, wie sollen wir das schaffen, aber das darf ich ja nicht nach außen ausstrahlen, es ist wie lernt man auch mit Kindern und auch so, nicht alles direkt weitergeben, jeder Unruhe und wenn, da weiß ich nicht, bei der Wanderung ein Bräub auf einen zukommt oder einen freilaufender Hund, wo man selbst vielleicht auch Angst hat, jetzt nicht zu sagen, Hilfe, Hilfe, jetzt schnell spring aus Fahrrad oder so, da sind wir einfach ruhig zu bleiben und es auszustrahlen, es wird und hier öfter meint das bewältig, desto ruhiger wird man auch selbst beim nächsten Mal.
01:36:50: Speaker 1 Ja genau, du hast jetzt ganz viele wichtige Sachen gesagt, finde ich, zum einen einmal, angefangen mit diesem, ich würde sagen privaten Ausgleich, dass man eben nicht alles nur auf diese Karriere-Kart setzt, sondern dass man eben auch noch ein volles Leben hat neben dem Beruf, wo man auch mal sagen kann, da gehe ich jetzt nach der Arbeit rein und kann mich mit anderen Themen beschäftigen, die mindestens genauso wichtig sind für mich im Leben und ja, weil wenn man natürlich nur diesen Karriereweg geht und plötzlich läuft irgendwas im Job nicht, dann hast du irgendwie plötzlich gar nichts mehr, was dich noch hält, so ungefähr, das ist natürlich irgendwie auf individueller Ebene einfach diese ja, so riesigen Weckmanagen, dass das nicht passiert, dass man einfach noch Hobbys hat, dass man körperlich fit bleibt, dass man irgendwie sich kreativ irgendwie betätigt, sich die Sachen einfach holt. Ich glaube, kein Job kann allen Talenten, die Menschen haben, gerecht werden. Also ich glaube, das ist ganz, ganz, ganz selten, von daher sollte man sich da, glaube ich, auf jeden Fall noch andere sinnstiftende Zeitvertreibe irgendwie einbauen, das ist definitiv gesund, würde ich sagen. Und du hast auch noch gesagt, dass
01:37:55: Speaker 1 Thema, naja, Vertrauen, ich würde mal sagen psychologische Sicherheit als Stichpunkt vermittelt werden muss. Du als, du bist jetzt nicht nur Chef, sondern du bist ja wirklich jemand, der ja voranschreitet, in Englisch würde man sagen, na also, nur weil jemand ein Chef ist, das ist ja nicht gleich, ein Lieder sozusagen, den die Leute auch gerne folgen. Ja, das hat dann in dem Moment nichts mehr mit irgendwie ja Disziplin, disziplinärischer Unterstellung oder so zu tun, sondern man muss ja den Menschen auch folgen wollen, der da an der Spitze irgendwie ist. Und das heißt, das mache ich eigentlich nur gerne und wohlwollend, wenn ich dem vertraue, wenn er glaubwürdig ist in der Kommunikation und in dem, was er zu mir sagt, wenn ich ihn vielleicht auch als Mensch verstehe. Ja, das heißt, es gibt ja auch eine gewisse Vertraute, einfach transparenter zu sein über sich persönlich auch. Ich meine, du bist zum Beispiel da sehr öffentlich unterwegs mit dem Thema Sport, du bringst dein Hund mit, das heißt,
01:38:51: Speaker 1 man kann dich ein bisschen kennenlernen und ich glaube, dieses Greifbar sein für die Menschen,
01:38:57: Speaker 1 ich könnte mir vorstellen, dass das also für mich wird es ein extremer Unterschied machen, weil das natürlich ausmacht, ob ich den Menschen vertraue. Also ich bin zum Beispiel ein Katzenmensch, ich würde dir jetzt nicht vertrauen.
01:39:08: Speaker 2 Hochgradig alle hergespielt.
01:39:12: Speaker 1 beiseite, aber du weißt ja, was ich meine. Also dieses ja, sich auch einfach ein bisschen öffnen und wirklich Persönlichkeit zeigen, ohne dabei jetzt privat zu sein, das ist ja gar nicht das Thema.
01:39:23: Speaker 2 Pass aber auch wichtig ist, glaube ich, weil viele Verwechseln dann auch mit den anderen verstehen und offen sein, mit das müssen jetzt alles Freunde sein. Und ich glaube, das ist gerade das, wo man auch, wenn man jetzt nicht alles im Leben auf eine Karte setzen möchte und alle Energie aus einem ziehen möchte, ist auch immer gefährlich, wenn Freundeskreis 100% Arbeitsumgebung ist. Also ich glaube, auch da ist es gesund, eine Balance zu haben.
01:39:49: Speaker 1 Ja, absolut.
01:39:51: Speaker 2 Gerade für diese Energie auch aus dem Privatleben ziehen zu können, Thematik.
01:39:55: Speaker 1 Ja, absolut richtig.
01:39:58: Speaker 1 Du hast ja gerade schon gesagt, Sport ist für dich so dein Reset, das heißt körperliche Gesundheit geht Hand in Hand mit mentaler Gesundheit. Und ihr macht ja bei euch in der Firma auch Sport-Events, hast du gesagt, wo dann alle Mitarbeiter irgendwie so ein bisschen mitmachen können oder sollen, ist das ein sehr wichtiger Aspekt bei euch? Weil das finde ich jetzt, zum Beispiel eher, also ich glaube, es wird immer mehr, aber es ist schon eher ungewöhnlich bei euch in der Branche, oder?
01:40:26: Speaker 2 Ja, man muss jetzt sagen, also bei uns ist es immer schwierig, das ist natürlich eine komplexe Organisation mit verschiedensten Gesellschaften und nur wenige Mitarbeiter in Wohnen sind jetzt wirklich hier stationiert in Düsseldorf, wo ich sitze. Das ist die AG, die Holding und dann gibt es die operativen Gesellschaften an den Standorten. Ich versuche hier natürlich vorzuleben und auch vorzuschlagen den Geschäftsführern, die einzelnen Gesellschaften führen.
01:40:51: Speaker 2 hier haben wir schon, gerade seit wir hier nach Düsseldorf gezogen sind, machen wir, weiß ich, also Firmenläufen mit Teilen auf verschiedene Sport-Events, das gehen welche so zusammenlaufen und man ist motiviert, mit dem Fahrrad zu kommen und hat hier die Reihenwiesen vor der Tür und zum Einzug hat jeder eben eine Picnic-Decke bekommen und Ähnliches, um auch bewusst hier zu zeigen, nutzt es bitte und geht raus. Aber ich kann es natürlich so was alles nur im kleinen Vorleben und auch hoffe da, dass ich Stück für Stück dann auch ein Geschäftsführer und Ähnliches mitnehmen kann, der es dann regional auch in seiner Gesellschaft machen. Aber genau das ist wichtig, aber es hat auch jeder andere und Ziele für den anderen ist es stärker, dass hier Freunde keine Ahnung war. Aber mir ist es halt Sport, dass gestern war auch ein Thema, den ich mich so geärgert habe, da kommen jetzt ganz auch zu Hause weiterarbeiten, jogging Schuhe an und nach Hause gejoggt und dann war es auch einfacher zu lösen schon danach. Man kommt dann runter und jetzt bin ich kein Psychologe, was auch immer was man da ausschüttet, aber irgendwie geht es einem dann gut und man hat wieder mehr Energie und...
01:42:00: Speaker 1 Ja, das hat, das hat, ich muss leider jetzt schon wieder referenzieren zu einer anderen spannenden Podcast-Episode von mir. Ich glaube, die hatte ich dir auch schon empfohlen, nämlich die mit Stefan Schneider, der erklärt das nämlich und ich sage mal ganz lapidown einfach gesagt, während du dich halt bewegst, sind ganz andere Gehirnareale aktiv. Das heißt, du kannst sozusagen dem Nachdenkenden sich Sorgen machen, denn ich sage mal auch etwas Verkopfenteil deines Gehirns, einfach mal eine Pause gönnen, wenn du dich dann anfängst körperlich zu bewegen und allein diese Pause sorgt dann natürlich schon dafür, dass du dann nochmal ein bisschen klarer und vielleicht frischer draufschauen kannst, wenn du dann mit einer Sportsession fertig bist
01:42:39: Speaker 1 und...
01:42:40: Speaker 2 Das Berater war es damals eher das, weiß ich nicht, ich war immer relativ strikt, dass ich nicht im Flugzeug für alle noch stand, da auf meinen Haupttier Laptop geöffnet habe und wie wild weitergetippt habe, sondern dass man dann irgendwas auf dem Handy geschaut hat oder gelesen hat und dann warte, ob wo man sich gar nicht mit der Sache beschäftigt hat, trotzdem irgendwie drei Themen hinterher einfacher zu lösen. Also es kann also alles sein, wenn jemand lieber weiß ich nicht, irgendwas zockt oder Netflix guckt oder was auch immer.
01:43:08: Speaker 2 Nur irgendwas ausgleichen, andere Beschäftigung braucht das Gehirn, glaube ich.
01:43:13: Speaker 1 Ja, und man kann ja auch nur so viele Stunden am Tag wirklich produktiv sein, Gehirn auch einsetzen, das verbraucht alles Energie, das wird alles müde und wenn du das so vorlebst, finde ich das total super und ich glaube, das ist definitiv ein Teil der Arbeitswelt der Zukunft, der noch besser werden muss, dass wir, ja, ich sag mal, Leistungserbringung zwei Stunden am Tag jetzt auch nicht so glorifizieren. Ich meine, klar gibt es Tage, da wirst du auch irgendwie 16 Stunden wahrscheinlich irgendwie kizzenziert arbeiten müssen, weil das gar nicht anders geht, aber das darf halt einfach nicht zum Alltag werden, und dann ist es nämlich nicht nachhaltig. Auch wir Menschen müssen mit unseren Ressourcen nachhaltig managen, also umgehen und nicht nur mit den, das Planeten, wir gehören irgendwie mit dazu.
01:43:56: Speaker 1 Wohin möchtest du denn
01:43:59: Speaker 1 AZH und GmbH jetzt noch führen, die nächsten Jahre? Also was sind so für dich so wichtige Meilensteine, wo du sagst, also wenn wir das noch schaffen, dann bin ich richtig stolz, meiner Tochter davon zu erzählen.
01:44:11: Speaker 2 Also AG ist es, muss ich ja mal ganz kurz korrigieren, aber auch egal.
01:44:19: Speaker 2 Also ist die Freisäß inhaltlich oder
01:44:20: Speaker 2 nicht? Also möcht ich meiner Tochter später erzählen, ob wir er den vom Papier verarbeitenden Finanzdienstleister eher zum Softwareunternehmen geschafft haben oder ähnliches. Ich glaube, das ist es gar nicht mehr. Persönlich ist es wichtig,
01:44:36: Speaker 2 und das gelingt leider nicht immer, und an jeder Stelle durch diese große Transformation, das Gesundheitswesen verändert sich. Es wird vieles nicht mehr in Papier sein, ist es jetzt schon nicht mehr, wenn ich die Verordnungen angucke für Arzneimittel beispielsweise. Aber mein persönlicher Anspruch ist es schon, möglichst viele Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mitzunehmen und so weiterzuentwickeln, dass wir ihnen eine langfristige Perspektive geben können. Und das ist eigentlich die größte Herausforderung bei einem so starken Veränderung von Skillsets, die wir haben. Und das gelingt an manchen Standorten nicht. Das tut auch wirklich jedes Mal sehr weh, und da hilft es auch nicht, nur einmal laufen zu gehen oder ähnliches. Aber der Anspruch ist schon, das sozial verträglich alles sehr gut hinzubekommen, diese Transformation des Unternehmens. Das ist für mich der oder ein sehr wichtiger persönlicher Punkt. Klar ist es wichtig, Wachstum zu zeigen, coole Produkte zu haben. Da haben wir wirklich welche, die cool sind und man sieht und sagt, wow, oder auf einer Messe war und Feedback bekommt, ist richtig toll, was das Team hier geschaffen hat. Aber genau, ich möchte vor allem da meiner Tochter später in die Augen schauen und zu sagen, wir sind jetzt hier nicht irgendwie mit Ressourcen umgegangen und Ressource Mensch ist mit die wichtigste in eine Maße, wie hinterher bereue. Und ich glaube, das ist der wichtigste Punkt. Plus Umwelt und ähnliche Themen, wo wir so rasante Veränderungen haben, Keypunkte und Ähnliches, wo wir natürlich nur minimal beitragen können, aber nichtsdestotrotz, genau, kann ich es nicht mit einem gewissen Vereinbaren jetzt irgendwie eine Flotte von Dieselfahrzeugen oder was auch immer zu fahren, auch wenn es nur irgendwie 100 Autos sind. Aber jeder kleine Punkt,
01:46:34: Speaker 2 den wir da verändern können, möchte ich verändern. Und das ist nun mal eine schwierige Zeit. Es gibt viel Veränderungen auf der Welt aktuell, die Veränderungen werden schneller und ich glaube, das ist das Wichtige, wo wir auch unsere Mitarbeiter mitnehmen müssen und was den Druck ausmals einfach diese Unsicherheit, Unsicherheit, was, wie sieht die Welt in 10 Jahren aus? Wie hat sich der Arbeitsplatz, über den 3 Jahren, der Arbeitsplatz verändert? Und da kommen so viele Themen dazu, von Sicherheit ganz aktuell wieder auf der Welt, von Preissteigerungen, wie kriege ich dann wieder steigende Energiekosten abgefangen als Arbeitnehmer etc. Also so viele Themen. Und da das zumindest aus heutiger Sicht mit bestem Wissen und Gewissen richtige zu tun. Das würde ich mal abschließen zusammenpassen.
01:47:23: Speaker 1 Ja, ich würde mir viel, vielen Dank für die Ausführung, Philipp. Ich finde, das klingt total super. Und ich finde, du bist ein super tolles Beispiel dafür, dass man ja aus so einer Rolle heraus eben auch Ansprüche haben darf, die sich vielleicht nicht unbedingt dann in den Berichten oder in den Zahlen so wiederfinden, im direkten Impact sozusagen, sondern dass du wirklich langfristig auf dieses Unternehmen schaust. Und ich glaube genau diesen langfristigen und moralisch ethisch, ich sag mal, angestrengten Blick,
01:47:54: Speaker 1 ist da total wichtig und macht am Ende sicherlich auch den Unterschied. Da kann sich bestimmt ganz viele Leute eine Scheibe von abstalten. Vielen, vielen Dank, Philipp, für diese Einblicke. Ich fand das super inspirierend. Wir haben über super viele Sachen gesprochen, die dich bewegen, die euer Unternehmen bewegen. Ich glaube, ganz, ganz viele Unternehmer und Vorstände können sich mit dir identifizieren. Und das ist ja auch schön, dass du das so offen geteilt hast, weil ich kann mir vorstellen, dass es aus dieser Position heraus auch manchmal einsam sein kann mit diesen Gedanken, die ja schon mit diesen Herausforderungen, die ja schon riesen, riesen groß sind. Aber ja, das war schön.
01:48:33: Speaker 2 Es hat Spaß gemacht, sich dazu auszutauschen. Danke dir für die Chance.
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